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Kemptens neuer Stadtteil: »Saurer Allma« wird »Parkstadt Engelhalde«

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Von: Dominik Baum

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Oberbürgermeister Thomas Kiechle (v.li.), Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer und Baureferent Tim Koemstedt präsentieren den Namen des neuen Kemptener Stadtteils, Saurer-Allma-Gelände, Parkstadt Engelhaldepark
Oberbürgermeister Thomas Kiechle (v.li.), Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer und Baureferent Tim Koemstedt präsentieren den Namen des neuen Kemptener Stadtteils. © Baum

Kempten – Was bereits seit Mitte 2019 von der Sozialbau und der Stadt Kempten geplant wird, hat nun einen Namen: Parkstadt Engelhalde.

Gemeint ist das Bauprojekt auf dem Saurer-Allma-Areal. Dort soll neuer Wohnraum für über 1.000 Bürger entstehen – samt eigener kleiner Infrastruktur. Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer und Oberbürgermeister Thomas Kiechle sprachen beim Pressetermin am vergangenen Montag gar von einem neuen Stadtteil Kemptens.

Das ist geplant

Das Stadtentwicklungsprojekt an der Leonhardstraße sieht 400 bis 430 Miet- und Eigentumswohnungen auf dem 51.000 Quadratmeter großen Baugrundstück vor, das die Sozialbau bereits 2014 erworben hat. Für die meisten Gebäude sind drei bis fünf Geschosse vorgesehen.

Auf der Nordseite, angrenzend an den Engelhaldepark, sollen drei sechs- bis siebengeschossige Gebäude entstehen. Zusätzlich zum Wohnraum ist eine eigene Infrastruktur mit Bäckerei, Café, Restaurant, Lebensmittel-Nahversorger, Kinderbetreuung, Parkhaus, Kreativquartier und wohnverträglichem Gewerbe angedacht. „Das mehrgeschossige Büro- und Gewerbegebäude auf der Ostseite sowie das Parkhaus mit 300 Stellplätzen dienen als Lärmschutz“, erklärte Singer.

„Auf der Westseite wird ein erheblicher Teil der Bebauung aus den 50er- und 60er-Jahren erhalten bleiben. Die Bestandsgebäude, darunter das Pförtnerhaus, werden als Kreativquartier genutzt“, so der Sozialbau-Geschäftsführer weiter. Hinsichtlich der Mobilität seien eine eigene Bushaltestelle, mobile Sharing-Angebote, E-Ladesäulen und Fahrradparkplätze berücksichtigt.

Nach innen wachsen

Oberbürgermeister Thomas Kiechle sprach von einem „wichtigen Baustein in der Wohnbauoffensive Kemptens“. Die Nachfrage nach Wohnraum sei als Zuzugsregion und aufgrund steigender Geburtenzahlen ungebrochen. Das Projekt werde zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen, ist sich der OB sicher. „Über 1.000 Einwohner werden hier eine neue Heimat finden.“ Außerdem zeigte sich Kiechle überzeugt davon, dass damit „viele Antworten auf das heutige städtische Wohnen“ einhergingen. „Es entstehen neue Wohnungen im verdichteten Bauen, aber ökologisch ausgerichtet.“ Zu Recht könne man hier von einem Stadtteil sprechen.

Als die Veröffentlichung des neuen Namens näherrückte, betonte Singer, dass sie keine Notwendigkeit sähen, „Saurer-Allma zu tilgen“. Die Firma habe über 60 Jahre das Quartier geprägt und sie werde langfristig an diesem Standort bestehen bleiben können. Der Geschäftsführer ging auf die Chance ein, das Bestehende auf dem Areal weiterzuentwickeln, statt als Stadt immer weiter nach außen zu wachsen.

Zur Namensfindung habe man sich mit einer Werbeagentur zusammengesetzt und nach passenden Attributen, wie „luftig, kreativ, lebendig, stylish“, gesucht. „Bei der Parkstadt Engelhalde ist der Name Programm. Ein natürlicher Stadtteil. Eine Stadt am Park.“ Das dazugehörige, in Grün- und Erdtönen gehaltene Logo solle das Wohn- und Lebensgefühl versinnbildlichen, das auf die künftigen Bewohner warte.

So geht es weiter

Das Bebauungsplanverfahren des 200 Millionen Euro teuren Stadtentwicklungsprojekts wird in den kommenden Monaten weitergeführt. „Als Baubeginn ist Ende 2023 anvisiert. Anfang 2025 könnte der erste Bauabschnitt mit Nahversorger, Parkhaus und den ersten 60 bis 70 Wohnungen fertiggestellt sein. Das gesamte Projekt wird frühestens 2030 abgeschlossen werden“, ging Singer gegenüber dem Kreisboten auf den weiteren Zeitplan ein.

Die Preisgestaltung der neuen Wohnungen sei noch nicht klar. „Ich hoffe auf eine Normalisierung des Marktes.“ Geförderter Wohnungsbau sei im Neubaubereich unter diesen Bedingungen jedoch nicht möglich. Singer verwies dabei auf 135 geförderte Wohnungen im Rahmen des Kemptener Modells aus dem Jahr 2016. Seitdem habe es eine Baukostensteigerung von über 40 Prozent gegeben, während die Förderung gleichgeblieben sei.

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