Kemptens Partnerstädte – Teil 3

Sligo: Vom irischen Sohn und der »German Mum«

Kemptens Partnerstadt Sligo: das ist der Blick Richtung Meer vom Mount King aus, rechts ist der Hausberg Sligos, der Ben Bulben, zu sehen.
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Weit erstreckt sich der Blick vom Mount King aus Richtung Meer. Rechts ist der Hausberg Sligos, der Ben Bulben, zu sehen.

Kempten – Mit Quiberon in Frankreich, Trient in Italien, Bad Dürkheim in Deutschland, Sligo in Irland und Sopron in Ungarn hat Kempten fünf Partnerstädte, mit denen die „Allgäumetropole“ teilweise seit einem halben Jahrhundert eng verbunden ist. Im Freundschaftskreis Partnerstädte e.V. ist jeder Vertreter des Vorstands zeitgleich Ansprechpartner für eine der fünf Partnerstädte. Der Kreisbote Kempten hat sich mit Claudia Michna-Aardeck unterhalten, die Ansprechpartnerin für die irische Partnerstadt Sligo ist.

Teil 1 der Serie über Kemptens Partnerstadt Quiberon findet sich hier.

Teil 2 über Kemptens Partnerstadt Sopron findet sich hier.

Ein Grund für die 1990 unterzeichnete Partnerschaft mit der irischen Kleinstadt Sligo mit ihren rund 18.000 Einwohnern sei der bereits zuvor bestehende Austausch zwischen den beiden Hochschulen, dem Institute of Technology Sligo und der Hochschule Kempten, gewesen. Wie vieles andere auch, habe das 30-jährige Jubiläum der Partnerstädte im vergangenen Jahr nicht gefeiert werden können, erzählt Claudia Michna-Aardeck vom Freundschaftskreis Partnerstädte, die darauf hofft, die Feierlichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

Ähnlich wie bei den anderen Partnerstädten sei die gemeinsame Beziehung zwischen Sligo und Kempten zu Beginn durch einen gegenseitigen Jugendaustausch ausgelebt worden, der bis heute – wenn auch in anderer Form – Bestand habe. „Teilweise hätte ich ein kleines Reisebüro aufmachen können“, erinnert sich Michna-Aardeck schmunzelnd zurück, als sie bei den verschiedenen Schulen in Kempten das Interesse an einem Schüleraustausch abgefragt hatte. Seit 1998 ist sie im Verein die Ansprechpartnerin für Sligo.

Aufgrund ihres langjährigen Engagements weiß sie, dass es oft die kleinen Unterschiede sein können, die den Besuch in einem fremden Land in Erinnerung bleiben lassen. „Das kann auch mal eine Rolltreppe in einem Einkaufszentrum sein, die eine Stunde lang von den irischen Schülern in Beschlag genommen wird, weil sie das von zu Hause nicht kennen“, erzählt Michna-Aardeck von einem Jugendaustausch um die Jahrtausendwende.

Ebenfalls beliebt, weil bis heute in Sligo nicht existent, seien die Besuche im Frei- und Hallenbad. Mittlerweile findet der jährliche Schüleraustausch zwischen dem Allgäu-Gymnasium und dem Mercy College statt und wurde vom Sommer auf den Winter verlegt. „Da die Ferien der beiden Länder zeitversetzt stattfinden, können die irischen Schüler bei ihrem Aufenthalt den deutschen Unterricht miterleben. Und ein Skikurs darf natürlich auch nicht fehlen.“

Zusätzlich zum Schüleraustausch sind verschiedene Musik- und Sportvereine der beiden Städte miteinander vernetzt. „Sogar die Laufgruppe ist einmal in das 1700 Kilometer entfernte Sligo gelaufen. Diese Partnerschaftsläufe hatten früher in vielen Partnerstädten Kemptens Tradition“, berichtet Michna-Aardeck.

Jedes Jahr organisiert der Freundschaftskreis eine Bürgerreise in eine der Partnerstädte. Da jede Partnerstadt nur einmal in fünf Jahren besucht werden kann, fährt Michna-Aardeck seit 22 Jahren zusätzlich privat in ihre „zweite Heimat“ und genießt die Gastfreundschaft der Iren, „die auch dann auf der Straße grüßen, wenn man sich nicht kennt“.

1998 hat sie einen 13-jährigen Iren bei einem Schüleraustausch beherbergt, zu dem sie bis heute engen Kontakt pflege. „Er ist mein irischer Sohn und ich bin seine German Mum.“

Wie Kempten ist Sligo touristisch geprägt. Doch anders als Kempten, liegt die Stadt im Nordwesten Irlands direkt am Meer und ist in eine hügelige Landschaft zwischen den beiden Hausbergen Knocknarea und Ben Bulben eingebettet. Die Umgebung eignet sich dadurch zum Surfen, Fischen, Wandern, Reiten, Radfahren und Golfen.

Weltweite Aufmerksamkeit erhält die Kleinstadt bis heute durch den 1939 verstorbenen Lyriker und Nobelpreisträger William Butler Yeats, der lange Zeit in Sligo gelebt hat und in der Nähe beigesetzt wurde.

Weitere Informationen über die Partnerstädte und den Freundschaftskreis sind unter www. freundschaftskreis-partnerstaedte-kempten.de und www.partnerstadt-kempten.eu abrufbar. 

Dominik Baum

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