"Kinder dürfen kein Luxusgut sein"

Katharina Schrader will in den Bundestag. Foto: privat

In der Allgäuer SPD setzt sich die Verjüngungskur fort: Die 31-jährige Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Kempten, Katharina Schrader, wurde zur Kandidatin der SPD für den Bundestagswahlkreis Oberallgäu (Landkreise Lindau und Oberallgäu, Stadt Kempten) gewählt.

Zuvor hatte der Unterbezirksvorsitzende Markus Kubatschka die Delegierten zur Bundeswahlkreiskonferenz begrüßt und die Betreuungsabgeordnete Gabi Fograscher (Nördlingen) einen Bericht zur aktuellen Situation gegeben. Kubatschka schlug dann im Namen des SPD-Unterbezirks Allgäu-Bodensee Katharina Schrader aus Kempten vor. Sie hob vor allem Schraders Mut , als junge Frau und Mutter zu kandidieren, hervor. Ihrer Vorstellung für den künftigen Wahlkampf beschrieb sie mit dem Motto des Unterbezirks „Neues wagen!“ und einer Umsetzung des Ziels, in den Außenauftritten eine „AnsprechBar“ zu haben um deutlich ansprechbar zu sein. Politisch sollte sich ihrer Ansicht nach vieles ändern: Dazu gehöre, dass weniger Unternehmen von der Ökosteuerumlage befreit werden als derzeit, damit die Preiserhöhungen nicht nur die privaten Verbraucher treffen. „Andererseits haben wir vor Ort auch Windmühlen und Biogasanlagen zu akzeptieren”, sagte Schrader. Die Finanzmärkte und Banken gehörten stärker reguliert, kontrolliert und Spekulationen besteuert, so die weiteren Forderungen der Kemptener Kreisvorsitzenden. Für die SPD gelte es, mit einer gerechten Arbeitsmarkt- und Sozialordnung verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen: gesetzlicher Mindestlohn für alle, auch um die künftigen Renten zu stärken, gleiche Löhne für Frau und Mann, Stärkung des Tarifwesens. Ungenügende Renten sind durch Zuschüsse aus dem Steueraufkommen aufzustocken. In der Familienpolitik muss nach Schraders Ansicht ein Familiensplitting das Ehegattensplitting ablösen, denn „Familie ist da, wo Kinder sind“. Flächendeckende Angebote der Kinderbetreuung sollen für gleiche Startchancen sorgen, nicht Idealvorstellungen von Familie mit einem Betreuungsgeld politischen Vorrang genießen. Den Eltern müssten echte Wahlmöglichkeiten geboten werden. „Kinder dürfen kein Luxusgut oder Hobby sein“, appellierte sie. Nur eine unterstützende Familienpolitik schaffe eine gerechtere Gesellschaft, so die zweifache Mutter. So wie sie mit ihren Zielen die 150 Jahre alten SPD-Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität neu erlebbar mache, forderte sie das auch von den Mitgliedern. Ein gemeinsamer Wahlkampf, ansprechbar für die Menschen, sei das Ziel. Viel Beifall ergaben die Nominierung bei nur einer Stimmenthaltung. Sie und Wolfgang Mehlin (Sonthofen) sollen laut Votum der Konferenz nun für eine gute Platzierung auf der bayerischen Liste sorgen. Zur Person: – geboren am 28. März 1981 – aufgewachsen in der Region Aachen – 2005 Magisterabschluss an der Universität Eichstätt-Ingolstadt nach dem Studium von Politik, Geschichte, Wirtschafts- und Kulturgeographie – Politikberaterin beim SPD-Parteivorstand in Berlin – seit Sommer 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro der SPD-Bundestagsfraktion im Allgäu. – Jugendschöffin am Amtsgericht Kempten – verheiratet, zwei Söhne – von 2006 bis 2010 tätig im Landesvorstand der Jusos, stellv. Vorsitzende im SPD-Ortsverein Ost, seit 2011 Vorsitzende des SPD-Kreisverbands, seit 2012 stellv. Vorsitzende im SPD-Unterbezirk Allgäu-Schwaben.

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