Festzug in Kempten

Drei neue Glocken für die St.-Mang-Kirche 

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Mit einem feierlichen Festzug begleiteten die Kemptener am vergangenen Sonntag die drei neuen Glocken für die St.-Mang-Kirche. 

Zahlreiche Kemptener waren dabei, als am vergangenen Sonntag zwei Pferdefuhrwerke in einem Festzug die drei neuen Glocken für die St.-Mang-Kirche von der Basilika St. Lorenz aus in das evangelische Gotteshaus brachten. Dort sollen sie am 500. Reformationstag am 31. Oktober erstmals geläutet werden. Die Stadtkapelle begleitete den von den „Unterillertalern Kempten“ flankierten Festzug, der von den beiden Dekanen Dr. Bernhard Ehler (katholisch) und Jörg Dittmar (evangelisch-lutherisch) sowie Pfarrerin Andrea Krakau, Pfarrer Hartmut Lauterbach, und Pfarrer Klaus Dotzer angeführt wurde. Den feierlichen Abschluss des historischen ökumenischen Tages, der unter dem Motto stand „St. Mang und St. Lorenz sind eins“, bildete eine vom Posaunenchor der St.-Mang-Kirche gestaltete ökumenische Vesper. Die größte der Glocken, die „Concordia Mundi“, wurde von Grundschülern der Suttschule mit 14 Bildern gestaltet, erklärte Dittmar. Den Rand ziert der Liedtext „Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh’“. Weiter finden sich Darstellungen von armen Menschen, die Tränen weinen, von Menschen mit Herz, die Geld verschenken. In Zeichnungen wird der Teamgeist beim Fußball gezeigt, ein Engel schwebt über allen und Sterne zieren die 113 Zentimeter Durchmesser große, mehr als eine Tonne schwere bronzene Kirchenglocke. 

Die beiden anderen Glocken, „Semper reformanda“, die Morgenglocke, die auch zur Taufe geläutet wird, und „Magna Gratia“, die Segensglocke, sind nicht mit Bildern geschmückt. Die Kosten in Höhe von rund 210.000 Euro wurden komplett von Spenden gedeckt, bemerkte Dittmar und dankte allen, die zur Verwirklichung dieser Neuanschaffung beigetragen haben. Das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken – „ECC-Pro Bell“ an der Hochschule Kempten habe die Untersuchung der alten Glocken vorgenommen und die Sanierung empfohlen. Drei der sechs alten Glocken werden nun ersetzt, die 1948 gegossene Friedensglocke „Pax“ soll auf dem St.-Mang-Platz ausgestellt werden. Somit läuteten in der St.-Mang-Kirche künftig fünf Glocken. Den sieben Glocken der Basilika St. Lorenz mache sie also keine Konkurrenz. „Als Juniorpartner wissen wir schließlich, was sich gehört“, scherzte Dittmar mit Blick auf das gute Miteinander beider Pfarreien. 

Schließlich hätte am selben Tag erstmals ein gemeinsames Pfarrfest gefeiert werden sollen, das jedoch wegen Regens abgesagt wurde. Auf die gute ökumenische Zusammenarbeit in Kempten wies in seiner Ansprache auch Dekan Ehler hin und bemerkte: „Der Glockenzug von St. Lorenz nach St. Mang zeigt: Wir gehören zusammen.“ Weiter wünschte er: „Lass alle immer mehr zusammenwachsen!“ OB Thomas Kiechle bewertete das Ereignis des Glockenzuges von St. Lorenz durch die Innenstadt nach St. Mang „als einen großartigen Tag“. Ein Kran hievte die insgesamt zwei Tonnen schweren Glocken vor dem evangelischen Gotteshaus vom Pferdeanhänger auf einen Hubwagen, der sie in den Kirchenraum transportierte und von jedem Gläubigen besichtigt werden kann. Besonders die Kinder der Suttschule sollten in den nächsten Tagen vorbeischauen, wandte sich Dekan Dittmar an den Schulleiter Tobias Schiele.

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