Ein Licht für andere sein

Kinder von der KiTa Sankt Nikolaus stellen Spendenaktion auf die Beine

1 von 2
Eifrig übergeben die Kinder der Kindertagesstätte Sankt Nikolaus die Spielsachen, die sie selbst finanziert, gekauft, gespendet und liebevoll eingepackt haben.
2 von 2
Sogar die Kuchen wurden selbst gestaltet.

Kempten – Die Kinder der Kindertagesstätte St. Nikolaus waren in der Vorweihnachtszeit zur Übergabe ihrer „Lichterkindergeschenke“ in der Tafel bei Ursula Böck, die die Caritas-Tafelläden koordiniert. Schuhkartons gefüllt mit, von den Kindern gekauften Spielsachen und ein Großer

Karton mit Spielsachen aus den Kinderzimmern der Kinder konnten den ehrenamtlichen Helfern und Böck für die bedürftigen Kinder übergeben werden.

In diesem Jahr wollten die ErzieherInnen mit den Kindern und den Eltern gemeinsam St. Martin feiern. Es sollte ein Konzert für die Eltern geben.

Wie kam es dazu?

Dabei spielten die Großen die Geschichte vom heiligen Martin und dem Bettler. „Tragt in die Welt nun ein Licht“, erklang beim Singspiel. Und genau das taten die Kinder dann auch. „Wir wollen auch teilen, wie St. Martin, wir wollen auch Licht in das Leben anderer bringen, wie der Heilige Nikolaus und wir wollen auch an die denken, die zu dieser festlichen Zeit mit kaum etwas auskommen müssen, genau wie der Herbergswirt der Maria und Josef in ihrer Not half“, sagten die Kinder.

In der Kinderkonferenz hatten die Kinder die Idee, armen Kindern Spielzeug zu schenken. Schnell war klar, Ursula Böck würde beim Projekt mit Begeisterung Unterstützung liefern. Mit ganz viel Engagement und Herzblut setzt sie sich mit ihren Ehrenamtlichen Helfern für bedürftige Menschen ein und der Caritas-Tafelladen ist dabei viel mehr als nur ein „billiger Einkaufsladen“. Mit Liebe, Verständnis, Wertschätzung und immer einem offenen Ohr unterstützen Böck ihre Kunden mit mehr als nur Lebensmitteln. Also genau die richtige Stelle, um mit Kindern für Kinder ein Licht zu sein.

Doch woher sollte das Spielzeug kommen? Ganz klar, aus dem Spielzeugladen. Aber Spielzeug kostet Geld. Woher soll das nur kommen? So beschlossen die Kinder, einen Kuchenverkauf auf Spendenbasis im Kindergarten zu organisieren. Jeder konnte selbst entscheiden, wie viel er für seinen Kuchen bezahlen wollte. Die Kinder und Mitarbeiter des Kindergartens legten sich voll ins Zeug und so wurden mehr als zehn Kuchen für den Verkauf gebacken. Dazu kamen noch frische Waffeln und leckere Amerikaner.

Der Kuchenverkauf

Am letzten Novembertag eröffneten die Kinder um 14 Uhr ihren Stand im Flur der Kita und bis 16 Uhr waren fast alle Kuchen verkauft. Mit dieser eigentlich kleinen Aktion konnten die Kinder unglaubliche 230 Euro einnehmen.

Der Tafelladen

Anfang Dezember lud Ursula Böck zu sich in den Laden ein. Die Kinder erzählten ihr von ihrem Projekt und schauten sich um. Sie stellten schnell fest, dass dieser Laden nicht so ist, wie die Läden, in denen sie mit ihren Eltern sonst einkaufen. Die Verkaufsräume sind sehr klein und dunkel und so viele Waren wie in den anderen Geschäften gibt es dort auch nicht. Böck erzählte, dass die Lebensmittel im Tafelladen alles Geschenke seien.

Der Einkauf

Wenige Tage später gingen sechs Kinder mit zwei Einkaufswägen und 230 Euro in einen Spielzeugladen in Kempten. Drei Jungen suchten „Jungssachen“ aus. Die drei Mädchen waren für die Mädchensachen zuständig. So kamen zwei volle Einkaufswägen zustande.

Die Erwachsenen machte das sehr nachdenklich. Wie schnell ist an Weihnachten bei einem einzigen Kind dieser Betrag erreicht, wenn sie von den Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln beschenkt werden?

Zurück im Kindergarten zeigten die „Einkäufer“ all die Bücher, Puzzles, Lego- und Playmobilkartons, die Puppen, Spiele und CDs. Natürlich hätten die Kindergartenkinder einiges selbst gerne behalten, aber großzügig packten sie die Spielsachen in die schön gestalteten Kartons ein. Ein Junge sagte: „Da werden sich die aber freuen, wenn sie so schöne Sachen bekommen!“ Wer wollte, durfte auch in seinem Zuhause nach tollem Spielzeug suchen, das er selbst den armen Kindern geben könnte. Viele Kinder wollten sehr gerne teilen, brachten schöne Bücher, Spiele und Kuscheltiere mit.

Die Übergabe

Dann war es dann endlich so weit. Die „Lichterkinder“ des Kindergartens von St. Nikolaus machten sich, bepackt mit ihren Geschenken zur Tafel auf. Dort wurden sie schon von Ursula Böck, die eigentlich ihren freien Tag hatte, und zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern begrüßt.

Die Kinder begannen ihren Besuch mit einem Tanz zu dem Lied „Lichterkinder“ aus dem Album Laternen- und Herbstlieder von Kindern für Kinder. In dem Lied geht es darum, dass Kinder Lichterkinder für andere Kinder sein können, indem sie teilen.

Danach übergaben sie einem ehrenamtlichen Mitarbeiter ein Licht in Form eines selbstgebastelten Lichtglases und die Geschenke von den Kindern für die Kinder.

Und so wünschten die Kinder der Tagesstätte Sankt Nikolaus allen Kindern mit ihren Familien und natürlich dem gesamten Team des Tafelladens frohe Weihnachten und immer ein Licht in der Dunkelheit. Denn auch eine kleine Geste kann ein Licht in der Dunkelheit für andere sein.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Bauvorhaben in der Breslauer Straße im Gestaltungsbeirat
Bauvorhaben in der Breslauer Straße im Gestaltungsbeirat
Initiative "100 Euro Ticket auch für Kempten" gegründet
Initiative "100 Euro Ticket auch für Kempten" gegründet
Großer Dank und hohe Anerkennung
Großer Dank und hohe Anerkennung
Die Verlosung bei den "Lions Glücksmomenten" hat begonnen
Die Verlosung bei den "Lions Glücksmomenten" hat begonnen

Kommentare