Kinderbetreuung verbessern

Im Rahmen eines Besuchs des Landtagsabgeordneten und stellvertretenden CSU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Kreuzer am Montag im Bambini-Park Kempten fand eine Diskussionsrunde rund um das Thema Kinderbetreuung statt. Mit dabei waren unter anderem die Betreiberin des Bambini-Parks, Kerstin Ohnesorg, die Kinder- und Familienbeauftragte des Stadtrats, Claudia Dress, und Sozialreferent Benedikt Mayer.

Rund 860 Millionen Euro gibt der Freistaat Bayern allein in diesem Jahr für die Kinderbetreuung aus, erläuterte Kreuzer. Damit sollen vor allem mehr Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden, sodass für 30 Prozent dieser Kinder ein Krippenplatz zur Verfügung steht, so der Landtagsabgeordnete weiter. „Wir brauchen eine Erweiterung der Kapazitäten in diesem Bereich.“ Seit dem Inkrafttreten des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes habe sich die Betreuungssituation für unter dreijährige Kinder im Freistaat aber bereits kontinuierlich verbessert, fügte er an. Kerstin Ohnesorg, Betreiberin des Bambini-Parks, der Kindergrippe und Kindergarten beinhaltet, zeigte den Anwesenden Schwächen auf, die im Bereich der Kinderbetreuung bestehen. Zum einen stelle sie einen erhöhten Fachkräftemangel an Erziehern und Erzieherinnen fest. „Vergangenes Jahr habe ich eine Fachkraft gesucht und habe insgesamt nur zwei Bewerbungen bekommen“, machte sie das Problem klar. Benedikt Mayer bestätigte, dass die Attraktivität für die Arbeit als Erzieher(in) gesteigert werden sollte. Ohnesorg schlug in diesem Zusammenhang vor, dass zum Beispiel die Ausbildung von fünf auf vier Jahre verkürzt werden könnte. „Ein Praktikumsjahr würde auch reichen“, meint sie. „In anderen Bundesländern funktioniert das auch.“ Und auch Mayer bestätigte: „Vier Jahre Ausbildung reichen, vor allem wenn man die Verdienstmöglichkeiten danach sieht.“ „Ich werde diese Problematik bei Staatsministerin Christine Haderthauer zur Sprache bringen. Hier müssen entsprechende Schritte erfolgen, damit der Ausbau der Betreuungsplätze nicht an einem Personalmangel scheitert“, so Kreuzer. Der Abgeordnete lobte die Möglichkeiten, die im Bambini-Park umgesetzt werden. Dort ist eine Kinderbetreuung zu flexiblen Zeiten montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr sowie in den Ferienzeiten möglich. Breitere Ausbildung Ohnesorg regte an, dass die Ausbildung einen breiteren Bereich abdecken sollte, damit die Fachkräfte flexibel in Kinderkrippe, –garten und auch Horts oder Ganztagsbetreuung in Schulen einsetzbar sind. Das begrüßte auch Claudia Dress, da ihrer Ansicht nach eine Tendenz erkennbar ist, dass immer mehr Kita-Einrichtungen mit Grundschulen kooperieren. Die Ausbildung sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern den Bereich bis zum Ende der Grundschule abdecken. Die Stadträtin machte zudem darauf aufmerksam, wie wichtig ausreichend Betreuungsplätze vor allem für Alleinerziehende seien. „Die sind sonst sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang mit ihren Sorgen alleine und müssen sich um alles kümmern“, sagte sie. Kreuzer stellte klar, dass es nicht das Ziel sei, dass alle unter dreijährigen künftig in eine Krippe gehen. „Eine Verpflichtung kommt nicht in Betracht“, bekräftigte er. „Das soll nur ein Angebot sein, für diejenigen, die es brauchen."

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