Ein Kinderdorf im Wandel

Noch zwei Jahre und Siloah kann auf eine einhundertjährige Geschichte zurück blicken. Vom Waisenhaus als donauschwäbische Gründung bis zum Kinderdorf am Stadtrand von Isny hat es einen weiten Weg zurück gelegt. Auch in Isny sind es nun schon 41 Jahre am unteren Rand der Felderhalde. Von 160 Kindern in zehn Häusern, vom Unterricht im Tagesraum der Gruppen bis zum gut ausgebauten Bildungsangebot an der heimeigenen Schule, von dem Erzieherehepaar bis zur durchstrukturierten Rundumbetreuung durch voll ausgebildetes Fachpersonal hat das Dorf schon jeden Schritt durchgemacht und beschreitet jetzt einen neuen Weg.

Die Jugendhilfe hat sich seit den 90er Jahren massiv gewandelt. Die Kinder und Jugendlichen kommen später in die Betreuung und der Weg durch die deutsche Schullandschaft wird für sie äußerst schwer. Dafür gibt es Einrichtungen wie Siloah. Nach einigen Turbulenzen mit der alten Leitung hat der Evangelische Waisenhausverein Siloah e. V. nun einen neuen Versuch unternommen, die Lage zu stabilisieren. Schon im März dieses Jahres hat die Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung beschlossen, die von der Struktur her das Kinderdorf den Anforderungen einer gewandelten Jugendhilfe anpassen soll. Es bleibt oberstes Ziel, den Kindern den Weg in ein selbständiges und sinnvolles Leben zu ermöglichen, Verhaltensauffälligkeiten mit Hilfe der Lehrer, Erzieher und dem psychologischen Dienst „auszubügeln“, Erziehungsdefizite auszugleichen und Ruhe in die nicht selten aufgewühlten emotionalen Gemütslagen zu bringen. „‘Herausforderndes Verhalten’ wird vom Behördendeutsch her diese Entwicklung unserer Klienten genannt“, erläuterte Dr. Christopher Dannenmann die Entwicklung. „Das ist nicht nur im Kinderdorf der Fall, sondern zieht sich durch die gesamte Gesellschaft.“ Das Kinderdorf in seiner Gruppenstruktur besteht weiterhin. Insgesamt werden 64 Kinder und Jugendliche in den Gruppenhäusern, zwei Außenwohngruppen und drei Erziehungsstellen betreut. Langsam ändert sich auch wieder die Altersstruktur. Jüngere Kinder werden häufiger in die Betreuung gegeben und wahrscheinlich ändert sich nun auch wieder die Länge des Aufenthaltes. Von der Schulstruktur ist der Besuch der Grundschule, der Hauptschule und der Förderschule möglich, wobei zur Stadt und ihren Schulen hin die Wege offen bleiben. Bis hin zum betreuten Jugendwohnen ist alles geregelt. Wie weit es funktioniert, liegt nicht nur am Kinderdorf sondern auch an den Kindern und Jugendlichen und deren Umfeld. Neuer Aufsichtsrat Den Waisenhausverein leitet nun ein Aufsichtsrat. Reinold Harr, Sybille Lenz, Norbert Martin, Frederic Haase, Rainer Magenreuter und Pfarrer Michael Mitt sind dazu bereit gewesen. Hauptamtliche Vorstände sind Lieselotte Büttner und Dr. Christopher Dannenmann. Sie leiten in Personalunion mit getrennten Betätigungsfeldern das Kinderdorf. Leiter des pädagogischen Alltagsbetrieb ist Peter Hranicka. Schulleiter ist seit längerer Zeit schon Johannes Mast. Lieselotte Büttner ist ausgebildete Pädagogin mit Zusatzstudium als Betriebswirtschafterin, Dannenmann ist Theologe und Pädagoge und vor allem für Strukturentwicklung pädagogisches Konzept und Außenkontakte zuständig.

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