Kindergartenbeitrag wird erlassen – Nahwärmeversorgung in Martinszell geplant

Neuer Nahversorger in Oberdorf kommt

Frisches Gemüse im Supermarkt
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Symbolbild

Waltenhofen – Einmal mehr standen viele Punkte auf der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung in Waltenhofen. Das Interesse seitens der Bürgerschaft war groß. Mitunter ging es um den neuen Nahversorger in Oberdorf, den Erlass von Kindergartenbeiträgen aufgrund der Pandemie sowie die Nahwärmeversorgung in Martinszell.

Nächster Schritt zur Nahversorgung ist getan

Jede Menge Diskussionsstoff bot der geplante Nahversorger im Ortsteil Oberdorf. Bereits seit 2014 seien die Weichen für dieses gesetzte Ziel gelegt worden, unter anderem mit einer neu geschaffenen, kostenintensiven Infrastruktur. Von ursprünglich 19 Interessenten sei ein potentieller Investor übrig geblieben, informierte Erster Bürgermeister Eckhard Harscher (Wir für Waltenhofen). „Die Alternativen schwinden von Mal zu Mal“, so der Bürgermeister. Einige Gemeinderäte äußerten sich ähnlich. Es brauche heute einen positiven Beschluss, meinte Marlies Kuhn (CSU). Von der „letzten Chance“ sprach Parteikollege Hanspeter Rauch und bezog sich dabei auf die Vorgabe, einen Investor zu finden, der auf rund 800 Quadratmetern Einkaufsmöglichkeiten schaffen will. An dieser vorgegebenen Verkaufsfläche seien die vorherigen Verhandlungen mit anderen Investoren gescheitert.

Auch die aktuelle Entwurfsplanung, die ein viergeschossiges Gebäude mit circa 4.600 Quadratmetern Fläche und einer maximalen Gesamthöhe von 13 Metern vorsieht, war manchem Gemeinderat zu imposant. Das Gebäude passe nicht zur Ortsgestaltung von Oberdorf und Martinszell, meinte Christian Kühnel (Wir für Waltenhofen). „Größer, höher, schneller“ müsse nicht sein, ergänzte Parteikollege Wolfgang Lau, der sich optimistisch zeigte, dass die Gemeinde eine andere Möglichkeit finden werde.

Bürgermeister Harscher rief die damalige Situation in Erinnerung, als es um die Nahversorgung in Niedersonthofen ging. Auch damals hätte es viele Zweifler und Kritiker gegeben, die überzeugt davon waren, dass ein Dorfladen nicht funktionieren werde. Jetzt sei der Laden eine Erfolgsgeschichte.

Alfons Stöberl (CSU) schlug vor, sich losgelöst von Investorenansprüchen auf einen mehrheitsfähigen Vorschlag zu konzentrieren. „Es ist alles ausdiskutiert. Wir müssen zu einem tragfähigen Ergebnis kommen, sonst werden wir für lange Zeit keine Lösung nach unseren Vorgaben finden.“ Es sei allerdings klar, dass der Investor eine gewisse Mietrendite benötige, um das Risiko tragen zu können. Zweiter Bürgermeister Stefan Sommer (CSU) gab ebenfalls zu Bedenken, dass der Investor von seinem Angebot zurücktreten könnte, sollte die Grundfläche deutlich verringert werden.

Nach mehreren Annäherungsversuchen konnte sich der Gemeinderat mehrheitlich auf ein dreigeschossiges Gebäude mit einer maximalen Höhe von zehn Metern einigen, wobei die Flächen der beiden Obergeschosse maximal 70 Prozent der Fläche des Erdgeschosses (1544 Quadratmeter) aufweisen dürfen. Dadurch entsteht eine Gesamtfläche von rund 3700 Quadratmetern. Da die bauliche Nutzung als Mischgebiet festgesetzt ist, ist ein ausgewogenes Verhältnis von Wohnen und Gewerbe notwendig. Bei der Dachform verständigte sich der Gemeinderat auf ein begrüntes Flachdach.

Nahwärmeversorgung in Martinszell

Im November letzten Jahres hat sich die Nahwärme Martinszell GmbH gegründet. Elmar Mair, einer der Geschäftsführer, stellte dem Gemeinderat die Vision des Unternehmens vor. Bei vielen Objekten stünde nach teilweise über 30 Jahren Nutzung ein Heizungsaustausch an. Die Nahwärmeversorgung führe zu einer Kohlenstoffdioxideinsparung inklusive Steuerersparnis, fördere die Dorfgemeinschaft der bis dato 23 Anschlussnehmer, ziehe geringe Wartungs- und Reparaturkosten nach sich und gewährleiste eine Preisstabilität, da keine Abhängigkeit von Öl- und Gaspreisen bestehe, führte Mair die Vorteile an. Die Idee habe keinen finanziellen, sondern einen sozialen und gesellschaftlichen Hintergrund. Als Beispiele nannte der Geschäftsführer die gesetzten Klimaziele 2030 und eine regionale Wertschöpfung. Das Investitionsvolumen für die Nahwärmeversorgung betrage 700.000 Euro.

Kindergartenbeiträge erlassen 

Da aufgrund der Corona-Pandemie zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 19. Februar 2021 nur eine Notbetreuung angeboten werden konnte, einigte sich der Gemeinderat einstimmig darauf, die Gebühren für die Kindertageseinrichtungen und die Mittagsbetreuung für die Monate Januar bis März 2021 für alle, die die Notbetreuung an weniger als sechs Tagen im Monat in Anspruch genommen haben, zu erlassen. Der Freistaat Bayern zahlt einen Beitragsersatz in Höhe von 70 Prozent, die restlichen Beiträge übernehmen die Kommunen. 

Corona-Testungen und -Impfungen

Der Bürgermeister informierte die Bürgerschaft darüber, dass wöchentlich von Donnerstag bis Samstag in der Mehrzweckhalle in Waltenhofen kostenlose Corona-Testungen möglich seien. Auf der Website der Gemeinde könne ein Terminfenster ausgewählt werden. Außerdem würden derzeit in den Räumlichkeiten jeden Montag, einschließlich Ostermontag, Impfungen der über 80-Jährigen stattfinden.

Dominik Baum

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