Nur mit "weißer Weste"

Eignung wird künftig überprüft

Kempten – Der präventive Kinderschutz in Kempten soll gestärkt werden. Deshalb arbeitet die Stadt derzeit zusammen mit Vereinen, Verbänden und öffentlichen Trägern daran, die Neuregelungen des seit vergangenem Jahr gültigen Bundeskinderschutzgesetzes (BKiSchG) umzusetzen.

Demnach dürfen einschlägig vorbestrafte Personen nicht mehr mit Kindern arbeiten, sie betreuen oder erziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Frauen und Männer, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ab sofort ein Erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

„Ein Großteil der Änderungen im BkiSchG haben das Zeil, den präventiven Kinderschutz zu fördern“, erläuterte Stadtjugendamtsleiter Thomas Reuß am Dienstag im Jugendhilfeausschuss. Deshalb treibt auch Kempten die Umsetzung der Neuregelungen voran. Damit Verantwortliche bei freien und öffentlichen Trägern gestärkt werden, die Eignung der Beschäftigten, die Kinder und Jugendliche betreuen, im Blick zu haben und zu gewährleisten, muss bis zum 1. August jeder Mitarbeiter ein Erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Von dieser Regelung sind auch neben- und ehrenamtliche Mitarbeiter betroffen.

Einschlägig vorbestrafte Personen dürften ihre Tätigkeit dann nicht mehr fortführen. Die Neuregelung gilt für haupt-, neben- und ehrenamtliche Beschäftigte, die bei einem freien Träger der Jugendhilfe wie Wohlfahrtsverbänden, Stadtjugendring (SJR) und seinen Mitgliedern, Jugendhilfeeinrichtungen oder Sportvereinen, die mit Jugendarbeit kooperieren, tätig sind. Auch das Jugendamt, städtische Einrichtungen wie Bibliotheken, Kirchen und deren Jugendleiter und Kitas sowie Musikschule und VHS sind ebenso betroffen wie Ehrenamtliche in Schulen, Schülerlotsen oder Lesepaten.

Nach einem Gespräch mit Verbänden und Vereinen sieht die Stadt laut Reuß nun vor, einen Ansprechpartner zu diesem Thema beim SJR zu verorten. Zudem sollen die Vereine bei der Umsetzung unterstützt werden und eventuell ein Logo entwickelt werden. „Nach dem Motto: Kinderschutz, wir sind dabei“, gab Reuß ein Beispiel.

Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem geplanten Vorgehen einhellig zu. „Es geht darum, für den präventiven Kinderschutz in Kempten zu werben“, betonte der Jugendamtsleiter.


Das Erweiterte Führungszeugnis:

– Das Erweiterte Führungszeugnis (EFZ) ist für ehrenamtliche Mitarbeiter kostenfrei – Das EFZ wird dem ehrenamtlichen Mitarbeiter direkt zugestellt – Das Zeugnis ist alle fünf Jahre vorzulegen – Ein Zeugnis kann bei mehreren Vereinen vorgelegt werden - Der Verein führt eine Liste über die Vorlage des EFZ – Die betroffenen Vereine verpflichten sich schriftlich, das EFZ von den ehrenamtlichen Mitarbeitern vorlegen zu lassen.   Melanie Läufle

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