Festgottesdienst zum Geburtstag

90 Jahre Mariä Himmelfahrt

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Pfarrer Helmut Doll (v.l.), Diakon Georg Lechleiter, Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger und Pfarrer Thomas Hagen beim Festgottesdienst zum Jubiläum.

Kempten – Zu einem Festgottesdienst zum 90-jährigen Kirchenjubiläum hatte am vergangenen Sonntag die Pfarrei Mariä Himmelfahrt eingeladen. Zelebrant und Festprediger war Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, begleitet von den  Konzelebranten Pfarrer Thomas Hagen und Helmut Doll, sowie Diakon Georg Lechleiter.

In seiner Ansprache ging Losinger der Frage nach, warum Menschen in schwierigen Zeiten Kirchen bauen. Auch heute, so der Weihbischof, müssten wir die Frage nach der Zukunft der Kirche aus lebendigen Steinen stellen. Nach wie vor jedoch seien Kirchen eine kostbare Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Probleme bereite der Kirche die religiöse Sprachlosigkeit der jüngeren Generation. Eine Neuevangelisierung, so der Weihbischof, müsste alle Lebensbereiche durchdringen. So stelle sich beispielsweise die Frage, wo hinter dem Produktionsfaktor der Faktor Mensch berücksichtigt werde oder die Frage nach Klarheit und Würde in der biogenetischen Forschung. Losinger wünschte der Pfarrei, dass weiterhin viele Menschen in ihrem geistlichen Erbe, der Kirche, Begegnung mit dem ewigen Gott finden können.

Ein besonderes musikalisches Schmankerl präsentierte Kirchenmusiker Hans Augart mit seinem Kirchenchor. Er hatte in den Unterlagen der Pfarrei die „Schutzengel – Messe, Opus 67“ von Heinrich Huber entdeckt, die ein typisches Beispiel für die Chormusik der 1920er Jahre ist.

Politiker gratulieren

Beim Stehempfang im Pfarrheim fanden sich zahlreiche Vertreter aus Stadt und Bund ein. Die Bundestagsabgeordneten Dr. Gerd Müller (CSU) und Stefan Thomae (FDP), sowie zahlreiche Stadträte gratulierten. Kirchenpfleger Magnus Möst nannte als Grundstein für ein aktives Miteinander in der Pfarrei das II. Vatikanische Konzil mit seinem Anliegen, frischen Wind in die Kirche zu bringen. Er mahnte an, das Engagement der Laien nicht einzuschränken, damit ehrliche Gemeinschaft entstehen könne, die die Begegnung mit Gott ermögliche. Die Gesellschaft schreie nach Ordnungen und Geborgenheit. Deshalb müssten, so Möst, die Fenster in der Kirche geöffnet bleiben, „damit wir uns sehen und hören können“.

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) gratulierte der Pfarrei dazu, dass sie bis heute die Antwort auf die Frage „Warum bauen Menschen in schwierigsten Zeiten Kirchen?“ stets gelebt habe. Alle halten zusammen und jeder gibt, was er kann, dazu, laute der Konsens. Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Kleinen sei wichtig und eingebettet in den größeren Stadtzusammenhang, so das Stadtoberhaupt.

Pfarrer Martin Weinreich aus der evangelischen Nachbargemeinde Christuskirche betonte innere und äußere Nähe der Kirchengemeinden.

In seinem Schlusswort freute sich Pfarrer Hagen, dass es in der Pfarrei immer noch eine große Schar an Ministranten und anderen aktiven Gruppierungen gebe. Es sei nicht sinnvoll, so der Geistliche, sich nach goldenen Zeiten zurück zu sehnen. Vielmehr müsse man darauf achten, die Pfarrei fit zu machen für künftige Veränderungen und Herausforderungen.

Ein Konzert mit dem Kemptener Blechbläserquintett, sowie dem Chor „Mariä Himmelfahrt“, unter der Leitung von Hans Augart, rundeten am späten Nachmittag das Festprogramm ab.   Eva Dörr-Schratt

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