Chefdirigent Edusei beweist Fingerspitzengefühl

Herbstkonzert: Münchner Symphoniker vollenden Schuberts "Unvollendete"

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Kempten – Mit Spannung war sie erwartet: die neues Konzertsaison in der KlassikBOX, die sich an immer mehr Zuspruch erfreut. Und nach zehn Jahren war es an der Zeit für ein paar Dankesworte vom hörbar nervösen ­Christof Feneberg, Geschäftsführer der bigBOX Allgäu, sicher auch bewegt von der Erfolgsgeschichte der KlassikBOX. So bedankte er sich bei den alten und neuen Abonnenten, den Einzelgästen, und natürlich bei den Münchner Symphonikern. Er erinnerte an das erste Konzert mit vollem Haus. Damals hat der Eintritt lediglich fünf Euro gekostet. „Man sollte es eigentlich wiederholen“, klang es vielversprechend aus seinem Mund. 

Herbstkonzert in der klassikBOX

Gelungener Auftakt mit den Münchner Symphonikern in der klassikBOX. © Crispien
Gelungener Auftakt mit den Münchner Symphonikern in der klassikBOX. © Crispien
Gelungener Auftakt mit den Münchner Symphonikern in der klassikBOX. © Crispien
Gelungener Auftakt mit den Münchner Symphonikern in der klassikBOX. © Crispien
Gelungener Auftakt mit den Münchner Symphonikern in der klassikBOX. © Crispien

Annette Josef, Die Intendantin der Münchner Symphoniker gab den Dank und das Lob gerne zurück und bestätigte, dass es für die Münchner Symphoniker stets eine ganz besonderes Erlebnis ist, hier in Kempten zu sein. Nach den Worten und Ehrungen ertönten dann die Instrumente. Zu Beginn erst mal neun Minuten lediglich der Ton D, begleitet von einem jazzigen Schlagzeug. Dann folgte Johannes Brahms‘ Violinenkonzert D-Dur op. 77. Der 22-jährige Wiener Geiger Emmanuel Tjeknavorian unterstrich die Virtuosität und Strahlkraft des Saisonauftaktes. Bei einer kurzen Unterbrechung wegen eines Sanitätereinsatzes bewies Kevin John Edusei, Chefdirigent der Münchner Symphoniker, viel Fingerspitzengefühl und meisterte auch diesen Part mit Bravour. Als sinfonisches Werk erklang im zweiten Teil des Konzerts „Die Unvollendete“ von Franz Schubert in einer ganz besonderen, weil „vollendeten“ Version. Aus Skizzen zu einem dritten Satz und aus zeitgleich entstandenen Kompositionen für einen vierten Satz hörten die Besucher Schuberts klassischste aller Sinfonien sozusagen in einer Was-wäre-wenn-Fassung. Wieder eine gelungene Klassikveranstaltung in Kempten, die das Publikum mit zahlreichem Erscheinen und lang anhaltendem Applaus quittierte. Leider wartete es auch dieses Mal auf eine in Aussicht gestellt Zugabe vergebens. Trotzdem waren die Gäste mit dem außergewöhnlichen Abend zufrieden. 

Achim Crispien

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