Ein Klassiker in Bildern

Michael Endes „Momo“ erstrahlt in neuem Glanz: Der Isnyer Künstler Friedrich Hechelmann, ein langjähriger Freund des verstorbenen Autors, hat das Buch jetzt neu illustriert. Im Isnyer Schloss stellte er das Werk der Öffentlichkeit vor. Auch eine Ausstellung Hechelmanns ist ab sofort in der Kunsthalle im Schloss zu sehen.

Mit dem Schriftsteller Michael Ende verband Hechelmann eine lange Freundschaft und nach „Ophelias Schattentheater“, auch einem Werk von Ende, war in dieser Zusammenarbeit der richtige Weg eingeschlagen. Jetzt, mit den Bildern zu „Momo“, hat er eine Reihe von Kunstwerken geschaffen die auch für sich, ohne den Text, bestehen können. Die Techniken, die er zu den Bildern verwandte, hat er in einem selbst entwickelt, immer mehr verfeinert und die Transparenz immer weiter hervorgehoben, sodass sie seinen Intensionen entsprach. Das Licht kommt scheinbar von hinten und ist vom Hellen ins Dunkle aufgebaut. So entstanden Traumvisionen, die den märchenhaften Text von Michael Ende unterstreichen. Liebling der High Society Am Ende seines Studiums, Anfang der 70er Jahre, wurde der erste vom ZDF gedrehte Film über Hechelmann der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von da ab ging es steil bergauf. Immer intensiver und brillanter wurden seine Bilder. Direkt von der Akademie ging es nach München in die Galerie Jasa neben den „Vier Jahreszeiten“ in der Maximilianstraße. Die Ausstellung war ausverkauft. Die ganze Münchner Oberschicht hatte Friedrich Hechelmann entdeckt. Er aber zog sich ins Allgäu zurück, baute sich seine eigene Welt auf und hat hier seit über 30 Jahren seinen Stil beibehalten. Die Moden und Diktate der Experten blieben ihm fremd und sein weltweiter Erfolg gab ihm recht. So bildete sich ein individuelles Publikum heran und blieb ihm international treu. „Zwerg Nase“, sein erstes großes Buch, ist seit 38 Jahren auf dem Markt und hat nichts von seiner Ausstrahlungskraft verloren. Fan der asiatischen Ausgaben Die Bücher, zu denen er seine Gemälde gestaltete sind in rund 15 Sprachen übersetzt. Ihm persönlich gefallen die japanischen und chinesischen Ausgaben in ihrer Leichtigkeit der Typographie ganz besonders. Viele seiner Bilder aus den langen Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit und aus den vielen Feldern der Literatur sprechen eine eigene Sprache. Sie können ohne kopflastige Auslegungen verstanden werden und sind zu einem großen Teil in der Kunsthalle ausgestellt. Der Thielemann Verlag hat nun wieder ein Werk heraus gebracht, das eine besondere Würdigung verdient. Bei der Präsentation in Isny konnte man sich davon überzeugen, dass wieder ein großartiges Buch entstanden ist. Die Kunsthalle hat täglich außer Montag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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