Kleine Erfolge

Die Situation der Leiharbeiter im Allgäu und bessere Tarifverträge für die Beschäftigten waren die großen Themen der IG Metall Kempten im vergangenen Jahr. Dabei könne man mit dem Erreichten angesichts der äußeren Umstände durchaus zufrieden sein, bilanzierte Dietmar Jansen, Erster Bevollmächtigter der Kemptener Metaller, am vergangenen Mittwochnachmittag in Kempten.

Die Kampagne „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ sei der rote Faden des vergangenen Jahres gewesen, berichtete Jansen. „Und im Rahmen dieser Kampagne konnten wir auch konkrete Verbesserungen für Leiharbeiter in Allgäuer Betrieben durchsetzen“, berichtete er. Bei der Firma Deckel Maho in Pfronten habe man beispielsweise eine Mindestlohn-Vereinbarung durchsetzen können, „der deutlich über der üblichen Entlohnung liegt“, sagte Jansen. Darüber hinaus habe die IG Metall durchsetzen können, dass auch die Leiharbeiter bei der Firma Maho Bonuszahlungen erhielten. Im Zuge der Verhandlungen mit der Lindauer Firma Axima Refrigeration sei dagegen ein „Equal Pay“-Vertrag vereinbart worden, der den Leiharbeitern nach sechs Monaten die gleichen Arbeitsbedingungen zugestehe wie der Stammbelegschaft – „also die Bedingungen der Tarifverträge der bayerischen Metall- und Elektroindustrie“, frohlockte Jansen. Erfolge konnten die Metaller auch bei den betrieblichen Tarifverhandlungen erzielen. Vor allem mit der AGCO GmbH in Marktoberdorf sei lange und zäh gerungen worden, nachdem die Geschäftsleitung gedroht habe, den Standort Bäumenheim zu verlagern und in den Standort Marktoberdorf nichts mehr zu investieren. Der daraufhin ausgehandelte Ergänzungstarifvertrag sieht laut Jansen vor, das das Unternehmen von 2009 bis 2012 172 Millionen Euro in die beiden Standorte investiert. „Dem gegenüber steht ein Verzicht der Beschäftigten in Höhe von etwa sechs Prozent“, so Jansen. Außerdem sei eine umfangreiche Beschäftigungs- und Standortsicherung mit AGCO vereinbart worden. So dürfe die Anzahl der Arbeitnehmer vom 30. September vergangenen Jahres nicht unterschritten werden. „Das bedeutet eine Arbeitsplatzsicherheit für über 2800 Beschäftigte an beiden Standorten“, frohlockte Jansen. Darüber hinaus sei erreicht worden, dass bis Ende 2014 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Die Ausbildungsplätze an beiden Standorten sollen zudem ab 2011 verdoppelt werden. „So bleiben beide Standorte bis mindestens 2014 erhalten“, betonte Jansen. Erfolgreich seien auch die Verhandlungen mit der Niehoff GmbH & Co. KG Maschinenfabrik über die Standorte Leuterschach und Schwabach verlaufen. Hier habe die Gefahr bestanden, dass der Standort Leuterschach nach Schwabach verlegt werde, erklärte der Erste Bevollmächtigte der Kemptener Metaller. Durch Verzicht der Arbeitnehmer habe man das aber verhindern können, die Standortgarantie dauere so bis Ende November 2017. Darüber hinaus habe das Unternehmen eine Beschäftigungszahl von mindestens 41 Arbeitnehmern in Vollzeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen während der Laufzeit des Ergänzungstarifvertrages garantiert, gab Jansen zu Protokoll.

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