Kleine Lücken werden bleiben

Als „kulturtouristisches Ziel“ soll Kempten sich durch ein entstaubtes Museumskonzept künftig stärker profilieren. Die Empfehlungen des seit einem Jahr mit der Entwicklung beschäftigten Arbeitskreises (der KREISBOTE berichtete) stellte Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber vergangene Woche im Schul- und Kulturausschuss vor. Drei „Alleinstellungsmerkmale der Stadt“ sollen herausgearbeitet werden: Die „Römerstadt“ im Cambodunumgelände, die „Doppelstadt“ im Zumsteinhaus und die Themen „Allgäu“ im Kornhaus.

Der Marstall ist im neuen Konzept nicht mehr als museale Einrichtung berücksichtigt, soll aber – bis eine endgültige Verwendungsmöglichkeit für das Gebäude gefunden ist – beispielsweise für Ausstellungen oder als Schaudepot genutzt werden. Aus Kostengründen über die nächsten mindestens zehn Jahre verteilt, sollen sich die Museen nun straffen und genannte drei Themenkreise fokussieren. „Wir werden unsere 2000-jährige Geschichte nicht lückenlos darstellen können“, machte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) für die festen Ausstellungen deutlich. Vielmehr sei angedacht, durch Sonderausstellungen wechselnde Schwerpunktthemen aufzugreifen und sie damit „auch für Kemptener und Allgäuer immer wieder interessant zu machen“. Ferner soll das drängende Platzproblem des derzeit auf elf mehr oder weniger geeignete Standorte verteilten Depots behoben werden. Ob durch ein großes Zentraldepot oder ein zum bestehenden Museumsdepot in Ursulasried geeignetes weiteres Depot- und Lagergebäude, ließ Weber noch offen. Stadtrat Lothar Köster (SPD) befürwortete zwar die Empfehlungen, warnte aber zugleich davor, „nicht zu viel Hoffnung zu wecken, dass es in den nächsten zehn Jahren zur Umsetzung kommt“. Positiv sah er die Museumsentwicklung in Verbindung mit dem geplanten Jugendgästehaus. Marstall besser? Die künftig „wesentliche und zentrale Rolle“ des Zumsteinhauses begrüßte Thomas Kiechle (CSU). Wichtig sei „jetzt den ersten Schritt zu machen“, auch wenn die gesamte Umsetzung dann vielleicht noch 15 Jahre dauere. CSU-Stadträtin Hildegard Greiter mahnte an, „im Gesamtkonzept auch das Thema Bücherei“ nicht zu vergessen, während Andreas Kiebler (CSU) die „zeitgenössische Kunst zu kurz“ kam. Für die Höhe der Umbaukosten des Kornhauses interessierte sich Michael Hofer (ÖDP), zumal der Marstall laut Fachleuten als Museum „viel besser geeignet“ sei. Zu den Kosten konnte Netzer noch nichts sagen, da der Umbau eher „einer der letzten Schritte“ sein werde. Da aber auch die Frage einer „möglichen Nachnutzung eine Rolle spielt“, werde das dabei „schwierigere“ Kornhaus als Museum bevorzugt. Im Juli im Stadtrat Die vorbereitenden Arbeiten zu den zwei Masterplänen sollen sofort beginnen, sodass das Thema spätestens in der Sitzung am 12. Juli im Stadtrat behandelt werden kann. Vom AK wird ferner die Entwicklung eines Gesamtkonzepts „für Museen, authentische Orte und Sehenswürdigkeiten sowie für Stadtrundgänge ohne und mit Führung oder Audioguides“ empfohlen.

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