Kleine Nachbesserungen im Detail

Etwas aufgelockerter als geplant sollen die Neubauten nun angeordnet werden. Foto: Matz

Dass Neubaugebiete ein sensibles Thema sind, mussten einmal mehr die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstagabend erfahren: Bereits zum 5. Mal hatten sie über eine Änderung des Bebauungsplans „Jakobwiese“ zu entscheiden, da bei einer Informationsveranstaltung zahlreiche Bedenken von Seiten der Anwohner geäußert und Unterschriftenlisten gegen die bisherige Planung gesammelt worden waren. Sollte am kommenden Donnerstag, 15. Dezember, nun auch der Stadtrat der Änderung zustimmen, käme man den Anliegern zumindest etwas entgegen.

Wie Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamtes, erklärte, stören sich die Anwohner der „Jakobwiese“ insbesondere an der Höhe und Masse der geplanten Gebäude (der KREISBOTE berichtete). Vor allem die Überschreitung der dort zulässigen Bauhöhe durch die beiden fünfgeschossigen Gebäude werde von den Betroffenen kritisch bewertet, berichtete Schlüter, da sie eine schlechtere Aussicht und eine zu starke Verschattung anderer Häuser befürchten. Kritik an Straßenführung Kritisch auseinandergesetzt haben sich die Anwohner auch mit der Straßenführung in dem Neubaugebiet. Laut Amtsleiterin Antje Schlüter wird vor allem daran gezweifelt, ob die Alfred-Weitnauer-Straße den zusätzlichen Verkehr stemmen kann. Angesichts des ein oder anderen etwas schnelleren Autos sei außerdem gefordert worden, die Straße zum verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, die Straße zur Anliegerstraße zu machen oder stärker zu kontrollieren. Darüber hinaus seien nach Ansicht einiger Anlieger zu wenig Parkplätze in dem Areal ausgewiesen worden. Ein dritter Haupt-Kritikpunkt beschäftigte sich mit dem Fehlen eines richtigen Bolz- oder Spielplatzes für dortigen Kinder. Im Baureferat sieht man die Dinge allerdings weitaus weniger dramatisch. So könne die Höhenproblematik durch Flachdächer, Abgrabungen und Geländeveränderungen so gelöst werden, dass sich die Einschränkungen in Grenzen halte, erklärte Schlüter. Außerdem sei nun eine spürbar aufgelockertere Bebauung vorgesehen als ursprünglich geplant. Verkehrsrechtlich nicht möglich sei hingegen die Ausweisung der Alfred-Weitnauer-Straße als verkehrsberuhigter Bereich. „Es zeigt sich ja auch bereits, dass die Verkehrsberuhigung des Platzes durch Gestaltung und Beschilderung nicht funktioniert“, so Schlüter weiter. „Deswegen wird im Gegenzug mit einer Veränderung des Platzes reagiert werden, der befahrbare Zonen deutlicher von nicht befahrbaren abtrennt.“ In der Straße selbst sei Tempo 30 und insgesamt drei Verengungen vorgesehen, um das Tempo zusätzlich zu drosseln. Abgelehnt wird dagegen eine zusätzliche Stichstraße vom Aybühlweg nach Norden. "Generell sehr gut" Im Gegensatz zu den Anwohnern bewertet das Baureferat die Spielmöglichkeiten auf der Jakobwiese als „generell sehr gut“ – zumal die Stadt bereits beim TV Kempten ein Grundstück für die Kinder zur Verfügung gestellt habe. Davon abgesehen gebe es bei der Sozialbau Überlegungen, einen neuen Bolzplatz zu schaffen. Allerdings handle es sich auch dabei lediglich um ein befristetes Provisorium, da irgendwann auch dort Häuser gebaut würden. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier bezeichnete die überarbeitete Planung am Donnerstag „ein gutes Stück besser“ als die vorige. Allerdings sprach er sich gegen Solaranlagen auf den Flachdächern aus: „Das gibt kein besonders schönes Bild“, sagte er. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hatte mit wild aufgestellten Solaranlagen ebenfalls so seine Probleme. „Wenn ich noch Solaranlagen draufstelle, bin ich über der geltenden Höhe.“ Auf Bitte von Hagenmaier soll das Solaranlagenverbot auch im Bebauungsplan festgeschrieben werden, was außer bei Hans Mangold von den Grünen auf Zustimmung stieß. „Das ist kein Signal gegen Photovoltaik, sondern für die Nachbarn“, wollte Netzer den Entschluss allerdings nicht falsch verstanden wissen. „Es geht hier um die Thematik der Höhe gegenüber den Nachbarn“, betonte er.

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