Archäologische Grabungen bringen neue Erkenntnisse

Funde aus dem Jahr 1631

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Grabungsleiterin Dr. Doris Schmid erklärt die genaue Lage der Webstuhlreste in diesem freigelegten Keller.

Isny – Die Leiterin der archäologischen Grabungen, Dr. Doris Schmid, und der Leiter der Abteilung Mittelalter und Neuzeitarchäologie in Tübingen, Dr. Jonathan Scheschkewitz, luden jetzt zu einem Ortstermin ein, um den Stand der Ausgrabungen zu erläutern, Fundstücke zu präsentieren und eine kleine Sensation vorzustellen.

Dr. Jonathan Scheschkewitz ist mit den Grabungserfolgen in Isny durchaus zufrieden und nicht nur er wundert sich über die zahlreichen Funde seit Beginn der Ausgrabungen. Dr. Doris Schmid konnte die vielen Funde organischen Materials im Grabungsfeld 1 begründen. Hier in Isny hat man es nicht nur mit dem Grundwasser zu tun. Eine übergelagerte Lehmschicht sorgt für eine zweite Wasserschicht in der durch Abschluss von Sauerstoff der Verfall gebremst wurde. 

Außerdem wird immer deutlicher, dass nach dem Stadtbrand 1631 dieser Teil Isnys nie wieder grundlegend bebaut wurde. Dr. Scheschkewitz hatte im Grabungsbüro einiges an Funden ausgestellt, um den Überblick über die Funde zu ermöglichen. Jetzt, im Grabungsfeld 2, ist das Archäologenteam ganz offensichtlich auf die Keimzelle Isnys gestoßen. Die Wissenschaftler drücken sich da natürlich noch immer vorsichtig aus, denn tatsächlich ausreichendes Material zur Feststellung des ehemaligen Fronhofs aus dem 12. Jahrhundert haben sie so direkt noch nicht zutage gefördert. Wie in allen wissenschaftlichen Disziplinen zählt das Wissen und nicht der Glaube. 

Eines ist jetzt allerdings sicher und das ist die augenblickliche Sensation im Grabungsfeld. Schon früh wurde hier der Trittbrettwebstuhl eingesetzt und in einem der frei gelegten Keller fanden die Archäologen jetzt die Fundamente von vier Webstühlen nebeneinander. Das ist erstaunlich, stützt aber die bisherige Meinung, dass auch schon in dieser Zeit die Leinwandproduktion die Haupteinnahmequelle der Stadt war. Man befindet sich mit den Grabungen also zurzeit im Jahre 1631, wie der viele Brandschutt beweist. Auch gepflasterte Straßenteile mit deutlichen Wagenspuren sind frei gelegt worden und hier leuchteten die Augen von Dr. Scheschkewitz und Dr. Schmid ein wenig mehr als sonst. Die Straße weist Absenkungen auf, die nun wiederum annehmen lassen, das darunter noch eine Schicht kommt die noch früher zu datieren ist.

Manfred Schubert

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