Kleiner Erfolg nach Demo

Mit der Demonstration am Donnerstag wollten die Klinik-Mitarbeiter ihren Forderungen Nachdruck verhelfen. Foto: Schubert

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ringt seit Monaten mit der Geschäftsführung der Waldburg-Zeil-Kliniken um einen neuen Tarifvertrag für die 3500 Mitarbeiter. Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten sich dabei in den letzten Monaten kaum bewegt. Nach einer von ver.di organisierten Demonstration für eine Lohnerhöhung vergangene Woche handelte die Geschäftsführung der Kliniken nun.

Um ihre Forderungen zu unterstreichen rief die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag zu einer Demonstration vor dem Firmensitz der Kliniken in Isny/Neutrauchburg auf. Rund 350 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter folgten dem Aufruf und versammelten sich dort. Vom Ortseingang bis zum Verwaltungsgebäude zogen die Demonstranten. Die Veranstalter hatten damit die Hoffnung verbunden, dass bei den Verhandlungen am vergangenen Freitag nun endlich die Annäherung geschafft werden könnte. Wie die Gewerkschaft mitteilte, war der Unterschied zwischen Angebot und Forderung in den bisherigen Gesprächen schon beachtlich geschrumpft. Nun aber erklärte ver.di die Verhandlungen als gescheitert. Die Geschäftsleitung der Kliniken unterbreitet nun den Mitarbeitern eine hausinterne Regelung. Ellio Schneider, Geschäftsführer der Kliniken, ließ in einer Pressemitteilung verlauten, dass es zu folgendem Vorschlag kommt: „Das am 1. April 2011 nochmalig auf insgesamt 5,3 Prozent erhöhte Tarifangebot der Waldburg-Zeil Kliniken wurde abermals durch die Gewerkschaft abgelehnt. Ellio Schneider hat daraufhin die Verhandlungen abgebrochen und setzt das Angebot nun ohne Gewerkschaft um.“ Das bedeutete für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rückwirkend zum 1. Januar 2011 eine Steigerung des Entgelts um 2,8 Prozent. Eine weitere Steigerung um zwei Prozent folgt am 1. Januar 2012. Zum 1. Juli 2012 gibt es eine nochmalige Erhöhung um 0,5 Prozent. „Diese Entgelterhöhung ist angesichts der tatsächlichen Kosten- und Erlössituation der Einrichtung im Grunde nicht zu rechtfertigen. Wir gehen diesen Schritt zum Wohle unserer Mitarbeiter“, hieß es in der Mitteilung. Die Gewerkschaft wird nun in der kommenden Woche ihr Mitarbeiter befragen. Danach wird es sich zeigen, ob nun wieder Ruhe eintritt oder eine neue Verhandlungsrunde notwendig wird. Ein Tarifvertrag, wie ihn die Gewerkschaft anstrebte, ist im Augenblick nicht in Sicht.

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