Neue Klimastrategien

Klimabeirat: Wo soll Kempten 2045 stehen?

Für das noch unbenannte Pilotprojekt zur Artenvielfalt in der Stadt haben sich die
Verantwortlichen ein diverses Gebiet mit unterschiedlicher Nutzung und vielen
unterschiedlichen Akteuren ausgewählt.
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Für das noch unbenannte Pilotprojekt zur Artenvielfalt in der Stadt haben sich die Verantwortlichen ein diverses Gebiet mit unterschiedlicher Nutzung und vielen verschiedenen Akteuren ausgewählt.
  • VonMartina Ahr
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Kempten – Das deutsche Klimaschutzgesetz von 2019 reicht nicht aus. Das hat das Bundesverfassungsgericht vor einigen Wochen entschieden und die Bundesregierung zur Nachbesserung aufgefordert. Auch die Stadt Kempten will nun ihre eigenen Klimaziele anpassen.

„Wir wollen eine Vision erarbeiten“, sagt Michael Sambale, Geschäftsführer des Energiezentrums Allgäu eza, und festlegen, wo Kempten 2045 stehen könnte und welche grundlegenden Richtungen eingeschlagen werden sollen. So könne ein gemeinsames Verständnis im Stadtrat entwickelt werden, worauf dann eine Strategie für das Jahr 2035 aufbaue. Allerdings wolle man Ziele konkreter benennen und auf detaillierte Maßnahmen herunterbrechen.

Ein erster Entwurf ist vorhanden: Demnach sollen Emissionen bis 2045 um 95 Prozent gegenüber 2010 reduziert werden, Strom soll weitestgehend aus vollständig erneuerbare Energie kommen, unvermeidbare Restemissionen sollen kompensiert werden. Kommunale Liegenschaften sollen klimaneutral betrieben werden, wo möglich mit Fernwärme, in anderen Fälle mittels Wärmepumpe oder Biomasse. Die Mobilität soll so gestaltet werden, dass Wege zu 40 Prozent mit dem Fahrrad, 30 Prozent mit ÖPNV, 15 Prozent jeweils zu Fuß und mit dem Auto zurückgelegt werden. Dazu sei die Infrastruktur und Angebote ausreichend anzupassen, damit die Innenstadt weitestgehend autofrei gehalten werden könne.

Ob bei dieser strategischen Planung auch konkret über Finanzielles gesprochen werde, wollte Martin Langenmair, stellvertretender Geschäftsführer der Sozialbau, wissen. „Pflichtaufgaben müssen Priorität haben“, so Tim Koemstedt, Referatsleiter für Planen, Bauen und Verkehr. Es sei davon auszugehen, dass der städtische Haushalt in den nächsten Jahren genehmigungspflichtig werde, da insbesondere wegen des Ausbaus von Betreuungsangeboten, Kitas und Schulen viele Investitionen notwendig seien. Wenn der Haushalt von der Rechtsaufsicht genehmigt werden muss, sei es kaum möglich, Investitionen zu tätigen, die außerhalb der Pflichtaufgaben liegen. Förderprogramme etwa, die Anreize zu klimafreundlichen Modernisierungen bieten, können in diesem Fall nicht umgesetzt werden.

Mit einem Pilotprojekt, das derzeit noch keinen Namen hat, will die Stadt Kempten künftig die Bürger und Bürgerinnen zum Thema Artenvielfalt sensibilisieren und informieren. Dafür habe man einen Innenstadtbereich ausgewählt, in dem künftig biodiversitätssteigernde Maßnahmen getestet werde, so Dr. Nina Kriegisch von der Stabsstelle Klimaschutz. Auf diese Weise könne man herausfinden, was die einzelnen Maßnahmen bringen und welcher Zeithorizont dafür jeweils eingeplant werden müsse.

Um das Sensibilisieren für Klimaschutz und Umweltthemen geht es auch beim Klima-Kindergarten. „Bewusstsein für Klimaschutz benötigt Bildung“, so Klimaschutzmanager Thomas Weiß, diese sei das A und O im Klimaschutzmanagement. Deshalb organisiere man schon seit Jahren verschiedene Aktionen für Kinder. In einem einjährigen Pilotprojekt im St. Hildegard Kindergarten (Heiligkreuz) soll ein Konzept entstehen, das sich anschließend auch auf andere Kitas übertragen lassen könne. Durch Monatsthemen, die den Kindern u.a. mit Exkursionen nahegebracht werden, können diese ein Bewusstsein für Klimathemen entwickeln.

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