Ein komödiantischer Volltreffer

Der Theaterverein Rohrdorf spielt ein Stück von Beate Irmisch

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Im Kloster Abendrot geht es turbulent zu.

Isny/Rohrdorf – „Der Klosterfrau Narzissengeist“ hat schon bei der Premiere am 26. Dezember das Publikum auf eine amüsante Reise in kirchliche Gefilde mitgenommen und das gesamte Ensemble zeigte sich wieder einmal von seiner besten Seite.

Das ist keine „Beziehungskiste“ und keine Kriminalkomödie, sondern eine fröhlich aber behutsam auf den Arm genommene Klostergeschichte mit einer gehörigen Menge dramaturgischer Überraschungen.

Das Kloster Abendrot, bewirtschaftet von drei Ordensschwestern, ist in Schwierigkeiten gekommen. Die Oberin, Schwester Gottfrieda (Angela Baur-Pferdt), hat schon ihre liebe Not mit der zum Kloster gehörigen Landwirtschaft, die vor allem aus Obstbäumen und Weinlagen besteht. Schwester Pankrazia (Heike Hengge), neben ihrer Beschäftigung im Kloster als Gemeindeschwester tätig, ist der rührige Mittelpunkt des Trios und hält große Stücke auf Schwester Appolonia (Silvia Keybach-Grimm), die in einer tiefen Krise steckt, weil ihr „Klosterfrau Narzissengeist“ zwar ganz passabel als Abführmittel zu wirken scheint, aber dem irgendwie noch eine besondere Note fehlt. Mit Überzeugung wird in dem kleinen Kloster klammheimlich Schnaps gebrannt und Wein gekeltert, aber das Bistum will jetzt für klare Verhältnisse sorgen und schickt Domkapitular Hansemann (Herbert Schmid), der das Kloster auflösen und die Immobilie dann an Elvira von Suppenhahn und den Spekulanten Bruno Schnappes verkaufen soll.

Wollen die wirklich ein Kinderheim im Kloster einrichten? – Babette Fenchel, Kräuterfrau und offensichtlich auch Wahrsagerin, hat da eine Vision und ins Rollen kommt die Sache dann, als Bürgermeister Dünkel mit den vermeintlich sozialen Investoren unter einer Decke steckt. Da hilft nur noch der echte Geist des Klosters, Heribert, der zwar mit viel Gerumpel in das Geschehen einsteigt, aber sein schon 200 Jahre zurückliegendes Versprechen einlösen will, in der Not dem Kloster helfend zur Seite zu stehen. Was da an Slapsticks und Situationskomik möglich ist, wird von dem ganzen Ensemble mit Begeisterung auf die Bühne gebracht. Das war eine Premiere, die sich sehen lassen konnte. Die Besetzung der einzelnen Rollen hat Spielleiter Josef Klink ganz hervorragend gelöst und alle elf Schauspielerinnen und Schauspieler gingen voll darin auf, das zu verkörpern, was von ihnen gefordert wurde.

Laienspiel und Bauerntheater? Besser hätten auch professionelle Schauspieler das Stück nicht aufführen können. So mancher Mime entpuppt sich da als „Rampensau“, aber an die Wand gespielt wurde niemand. Das war Vollbluttheater und das Publikum war rundweg begeistert.

Weitere Aufführungen von „Klosterfrau Narzissengeist“ im Theatersaal Rohrdorf: Seniorenveranstaltung am morgigen, Donnerstag, 4. Januar um 14 Uhr; Abendveranstaltungen jeweils um 20 Uhr: ebenfalls morgen Donnerstag, 4.; Freitag 5. und Samstag, 6. Januar. Vorverkauf unter der Telefonnummer: 07562/91 39 51. 

Manfred Schubert

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