Klotzen statt kleckern

Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, gab erste Einblicke in die Herangehensweise des neuen Arbeitskreises für ein Iller-Konzept. Foto: Tröger

Kaum hat das neue Jahr begonnen, packen die Kemptener Altstadtfreunde bereits ihre Ziele für 2011 an. Jüngst traf sich ein Arbeitskreis (AK) für das angestrebte Iller-Konzept zur Belebung des Flusses und seiner Integration in städtisches Leben. Der KREISBOTE sprach mit dem Vereinsvorsitzenden Dietmar Markmiller über erste Ergebnisse.

Als „richtigen Weg“ begrüßte er den Willen der Stadt, die Iller „erlebbar“ zu machen und dafür 30 000 Euro bereit zu stellen. Nicht nachvollziehen konnte der Vorsitzende hingegen die Investitionspläne für eine neue Toilettenanlage beim Illerstadion. Die mit 125 000 Euro veranschlagte Maßnahme „sollte ins Gesamtkonzept Iller einbezogen werden“, rügte Markmiller. Die Stadt wolle ja nach eigenem Bekunden ein ganzheitliches Konzept, „würde jetzt aber mit einem Flickerlteppich anfangen“. Erfahrungsgemäß seien selbstreinigende WC-Anlagen zudem nach einem halben Jahr bereits „total verdreckt und ekelerregend“, wie man an Autobahnrastplätzen erfahren könne. „Wenn Toiletten, dann nur mit Personal“, forderte er. Diese könnten eventuell mit einer künftigen Gastronomie an dieser Stelle verknüpft werden, spann er den Faden weiter. Breites Teilnehmerfeld Kritik übte der Vorsitzende der Altstadtfreunde auch an den Plänen, die Aussichtsplattform an der Iller in der Füssener Straße reparieren zu wollen. „Die 85 000 Euro sind total überflüssig“, ereiferte sich Markmiller darüber, dass man „genau das Gleiche sieht“, wenn man einfach an der Mauer stehe. Geld, das er ebenfalls lieber als Investition in ein Gesamtkonzept sähe, „statt in lauter Bruchstücke“. Die Altstadtfreunde hätten mit dem ersten AK-Treffen – das nächste soll bereits im Februar stattfinden – „vorgelegt“. Waren laut Markmiller diesmal bereits unterschiedlichste Teilnehmer aus den Bereichen Wirtschaft, Gastronomie, Sport, Fachleute aus der Wirtschaft und auch einfach Bürger dabei, sollen künftig „querbeet“ noch weitere dazukommen. Näheres zu den Visionen des AK wollte Markmiller allerdings noch nicht preisgeben. Nur, dass der nördliche Bereich – zwischen St.-Mangbrücke und Illerdamm/Augartenweg – der Aktivbereich werden soll. Der Abschnitt sei auch wegen des direkten Zugangs zum Fluss gut geeignet und durch den Illersteg stark frequentiert, erläuterte er. Der südlich Bereich – zwischen Kraftwerk und Sankt-Mang-Brücke – soll dagegen Ruhe und Erholung bieten. Auch den schon im aktuellen Altstadtbrief erwähnten Lehrpfad entlang der Iller sprach Markmiller an. Dieser soll, so der Vorsitzende der Altstadtfreunde, „beide Bereiche überspannen und sich im Süden sogar bis Kottern erstrecken“. Nehme man die drei genannten Summen für Toiletten, Plattform und zur Integration der Iller zusammen, ergebe sich die stolze Summe von 240 000 Euro. Ein hübsches Sümmchen, das nach Wunsch Markmillers gleich jetzt in ein Konzept fließen sollte, denn „dann hat das Ganze Schlanz und ist kein Stückwerk“, wie er betonte.

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