Knapp am Podest vorbei geflogen

Mit dem 5. Rang einen Podiumsplatz verpasst, aber dennoch nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Paragliding-Piloten. Das ist das Fazit von Teamchef Harry Buntz nach der Rückkehr von der Europameisterschaft in Abtenau (Österreich). Mit dabei waren auch die KREISBOTEN-Mitarbeiterin Yvonne Dathe (Seeg) und der Kemptener Manuel Nübel. Die 33-Jährige belegte bei ihrem ersten Wettbewerb in der Nationalmannschaft den 10. Platz in der Damenwertung. Nübel flog auf Platz 60.

„Ich bin stolz, mit einem sehr motivierten und engagierten Team an der EM teilgenommen zu haben“, erklärte Trainer Buntz. „Auch wenn wir quasi in letzter Sekunde unsere Chancen verspielt haben, so zeigen die einzelnen Resultate die starke Leistung der Piloten.“ Dabei lief das Unternehmen „Goldmedaille" zunächst nach Plan. Ulrich Prinz und Torsten Siegel flogen während des ersten Durchgangs mit dem vorderen Feld ins Ziel, als ein Gewitter die Organisatoren zum Stoppen veranlasste. „Einige Nachzügler waren noch in der Luft und die Gefahr für die Piloten war einfach zu groß", so Veranstalter Thomas Brandlehner. Der Durchgang wurde nicht gewertet, doch das Deutsche Team ließ sich dadurch nicht irritieren. Einen Tag später absolvierte der Münsteraner Andreas Malecki eine 51 Kilometer lange Aufgabe zum Hallstätter See und zurück mit Bravour. Nur knapp verpasste er hinter dem Franzosen Luc Armant einen Tagessieg und punktete zusammen mit Ulrich Prinz (Platz 14) für das Team. Deutschland lag damit knapp hinter den Franzosen auf Rang zwei. Nach dem erfolgreichen Auftakt spielte sich das weitere Geschehen während der EM vorerst nur noch am Boden ab. Ein mehrtägiger Regen ließ keine Wertungsflüge zu und verbannte die Deutsche Mannschaft in ihr Hauptquartier. „Das Team hat in der Zeit die Ausrüstung gewartet, sich körperlich fit gehalten und nochmals die Flüge und taktische Verhaltensweisen studiert," berichtet Harry Buntz von der Wartezeit. Weiterhin standen Ausflüge nach Salzburg und in einige touristische Ziele auf dem Programm, um für Abwechslung zu sorgen. Bessere Bedingungen Zum Ende der zweiwöchigen EM spielte das Wetter wieder mit und erlaubte zwei weitere selektive und sportliche Wertungsflüge. Nachwuchspilot Manuel Nübel zeigte während eines 61 Kilometer langen Zielflugs nach Gröbming, warum er vom Trainer in das Deutsche Team berufen wurde. Der 23-jährige Kemptener ignorierte die Route des Hauptfeldes mit seinen Spitzenpiloten und flog eine direkte, sehr tiefe Linie. Dabei nutzte er immer wieder den starken Talwind, ging in einen knappen Endanflug und wurde mit Platz sechs für seinen mutigen Flugstil belohnt. Ulrich Prinz punktete an diesem Tag als zweiter Pilot für das Team. Das Finale der 11. EM bildete ein 141 Kilometer langer Flug entlang des Dachsteinmassivs, von dort weiter über Radstadt und das Tennengebirge nach Abtenau. Am Hohen Dachstein setzten sich Andreas Malecki und Ulrich Prinz mit dem Führungspulk ab, während Torsten Siegel und Jens Kierdorf in Anschluss hielten. Bis zur letzten Wende kurz vor dem Ziel in Abtenau änderte sich an der Reihenfolge nur wenig und alles sah nach einem erfolgreichen Zieleinflug für Deutschland aus. Doch rund um den Taborberg verursachte der starke Talwind ein großflächiges Sinken, das den Führungspulk kalt erwischte. Viele der Piloten mussten nur wenige Meter vor dem Ziel landen, darunter auch Andreas Malecki, Ulrich Prinz und später Manuel Nübel. Torsten Siegel konnte mit Platz 13 und Jens Kierdorf auf Rang 32 noch Punkte für das Team holen, die am Ende aber nicht für einen Podiumsplatz reichten. Neuling Dathe überzeugt Die „DHV-Adler" wurden mit Torsten Siegel, Andreas Malecki, Ulrich Prinz, Manuel Nübel und Jens Kierdorf somit Fünfter (5342 Punkte), was jedoch kein Anlass zur Traurigkeit sein sollte. Denn die Leistungen der deutschen Piloten konnten sich sehen lassen. „Die Jungs haben sich gut geschlagen und wir lagen bis zum letzten Tag, und selbst da kurz vor Schluss, sehr gut im Rennen. Wir können mehr und das werden wir in Zukunft auch zeigen“, betonte Coach Buntz. Bei ihrem ersten Nationalmannschaftseinsatz landete KREISBOTEN-Mitarbeiterin Yvonne Dathe bei den Damen auf Rang 10. „Yvonne hat während der EM viel dazugelernt und geht motiviert in die nächsten Wettkämpfe. Ich bin mir sicher, dass auch sie in den nächsten Jahren weiter nach vorne fliegt und bei der Weltmeisterschaft 2011 in Spanien mit dabei ist", so Buntz. Europameister sind übrigens die Flieger aus Italien mit 5712 Punkten vor Österreich (5541) und Tschechien (5444).

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