Kommando zurück

Dass gut gemeint nicht immer das Gleiche ist wie gut gemacht, musste jetzt die Kemptener Bauverwaltung erfahren: Die hatte den Anwohnern des Allgäu-Gymnasiums zum Schutz vor dem vermeintlichen Krach der Sportanlage Anfang April ungefragt eine 35 Meter lange Lärmschutzwand spendiert. Doch die Mehrheit der Anwohner fühlt sich gar nicht gestört, sondern übergangen, findet zu allem Überfluss die 25000 Euro teure Holzbetonwand einfach nur hässlich und will sie nun schnellstens wieder weg haben. Die Verwaltung hat jetzt reagiert und wird die Mauer wieder abbauen.

Wie Benedikt Mayer, Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Soziales, gegenüber dem KREISBOTE erklärte, gebe es keine sinnvolle Alternative mehr zum Abbau. „Überwiegend besteht die Auffassung, dass die Mauer wieder entfernt werden soll“, fasste er das Ergebnis einer Ortsbesichtigung mit den Betroffenen Mitte Mai zusammen. Zwar fühlten sich nach wie vor einige wenige Anwohner in ihrer Ruhe gestört. Doch vor allem die unmittelbar Betroffenen hätten sich vehement gegen die neue Mauer ausgesprochen und auch optische Verbesserungen abgelehnt. In der Tat stößt die 35 Meter lange Wand bei vielen Anwohnern vor allem wegen ihrer Optik auf wenig Gegenliebe, bestätigte beispielsweise ein Anwohner aus der Schellenbergstraße. „Das ist ein Unding“, sagte er. Außerdem verringere sich auf einigen Grundstücken die Dauer der Sonneneinstrahlung. Einige Nachbarn fühlten sich auch durch das Vorgehen der Bauverwaltung düpiert, die vorher niemanden über das Aufstellen der Wand informiert habe. „Eine Nacht- und Nebelaktion“, kritisieren sie. Die Bauverwaltung wiederum beruft sich auf Jahre lange Klagen einiger Anwohner sowie immissionsschutzsachliche Berechnungen. „Es gab über Jahre viele Beschwerden“, berichtete Dr. Franziska Renner, Leiterin des Bauordnungsamtes, am Freitag gegenüber dem KREISBOTE. „Dafür haben wir eine Lösung gesucht.“ Allerdings sei wohl nicht mit allen Bürgern gesprochen worden. Zusätzliche nennenswerte Kosten entstehen der Stadt durch den Abbau offenbar aber nicht. „Wie schon erwähnt ist die Mauer aus Fertigteilen hergestellt und kann im Betriebshof wieder eingesetzt werden“, erklärte Benedikt Mayer.

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