Es ist legitim, groß zu denken

Kommentar zur Stadtseilbahn für Kempten

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Kempten - Es ist nicht nur legitim, groß zu denken und Gedanken zu „spinnen“. Es ist auch gut. Denn die Idee, Kemptens ÖPNV durch eine Stadtseilbahn zu bereichern, stößt mindestens ein Denken über den Tellerrand hinaus an.

Günstiger wäre der Zeitpunkt dafür freilich ein paar Jahre früher gewesen, so dass die Idee in das Mobilitätskonzept gleich als Option hätte integriert werden können. Ohne eine solche Integration wird es auch jetzt sicher nicht gehen. Ebenso muss sich eine Seilbahn in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) einfügen. Über den Umgang mit dem Antrag kann man allenfalls staunen. Eine Pressekonferenz, noch bevor die Stadtratsfraktionen über den Antrag informiert wurden; auf der Sitzungsagenda in Rekordzeit; einer der Antragsteller hält spontan und ungebremst den Vortrag – sonst Aufgabe der Verwaltung; Rederecht für ein Nicht-Gremiumsmitglied. 

Das trägt ja schon fast anarchistische Züge. Was den (streckenweisen) Umgang mit kritischen Andersdenkern betrifft, ist noch Luft nach oben, in Richtung demokratischer Toleranz. Darüber, was es mit dem aktuell generellen Hype um den Bau von Stadtseilbahnen auf sich hat, kann man wohl nur spekulieren. Nicht überall ist der Verkehrsdruck groß genug, um eine solche Investition zu rechtfertigen. Ob in Kempten, werden die Untersuchungen zeigen. Vielleicht steckt ja, wie so oft, nur massive Lobbyarbeit dahinter. In diesem Fall von Seilbahnbauern auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Bergbahnen gibt es schließlich schon reichlich und neue zu bauen, wird wegen der wachsenden Zahl an renitenten Umweltschützern immer schwieriger....

Ein Kommentar von Christine Tröger

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