Im Frühjahr soll es für das Zumsteinhaus eine Lösung geben

Die Chance jetzt nutzen

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Bis Frühjahr 2014 soll es ein Konzept zur Zukunft des Zumsteinhauses geben.

Kempten – Nicht nur die Präsentation der römischen und naturkundlichen Funde im Zumsteinhaus ist unübersehbar in die Jahre gekommen. Auch das denkmalgeschützte Haus selbst „ist sanierungsbedürftig“, berichtete der stellvertretende Kulturamtsleiter Martin Fink vergangene Woche im Kulturausschuss.

Laut einstimmigem Beschluss des Gremiums soll nun ein Konzeptwettbewerb mit fünf Kandidaten stattfinden. Im Frühjahr 2014 sollen diese ihre Lösungsvorschläge für die im Zumsteinhaus künftig angedachte Präsentation der langen Kemptener Stadtgeschichte vorstellen. Dabei sollen sich die Baumaßnahmen möglichst reduzieren auf energetische Sanierung, Einbau von Sanitäranlagen, Energie- und Leuchtmittelversorgung, Barrierefreiheit und einen Personenaufzug. Der in früheren Überlegungen diskutierte Anbau an das Zumsteinhaus wurde bereits im Rahmen eines im Juni dieses Jahres organisierten Workshops zum Thema „Museumsentwicklung“ verworfen. 

„Die Geschichte der Doppelstadt soll abgebildet werden, ohne das historische Bauwerk zu vergewaltigen“, verwies OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) auf die gegenüberliegenden Prunkräume, „wo vieles dargestellt werden kann“. Mit dem Fokus auf das Thema „Bürgerstadt und Freie Reichsstadt“ im Zumsteinhaus und der Geschichte der Stiftsstadt in der bischöflichen Residenz gegenüber bestehe auch „die Chance, die Prunkräume völlig anders zu vermarkten“ und dort viele Besucher anzuziehen. Neben der Ausstellung regelmäßig wechselnder historischer Objekte, sollen Vermittlungsmodelle das Thema Doppelstadt beleben: Hinweise auf andere authentische Orte der Stadtgeschichte, ein interaktives Stadtmodell, ein Stadtfilm, „Kinder-Inseln“ als museumsdidaktische Punkte innerhalb der Ausstellung sowie „Projekt-Stationen“, die zum Mitmachen einladen, stehen hier auf der Wunschliste.

Kosten im Fokus 

Auf positive Resonanz stieß der Vorschlag, einen Raum der aktuellen Ausstellung in seiner jetzigen Gestalt als „Zeitzeuge“ der Kemptener Sammlung zu belassen, oder wie Lothar Köster (SPD) meinte: „Den Charme des Musealen im Museum zu erhalten“. Die derzeit im Zumsteinhaus beheimatete römische Sammlung soll künftig im Archäologischen Park (APC) auf dem Lindenberg und die naturkundliche im Allgäu Museum im Kornhaus integriert werden. Einem Vortragssaal im Gebäude erteilten die Ausschussmitglieder eine Absage, da bereits einige Alternativangebote dafür in der Umgebung vorhanden seien. Viel wichtiger erachteten sie eine von Alexander Hold (FW) angemahnte gut begleitende Museumspädagogik. „Länger als zwei bis drei Jahre würde ich es nicht schieben wollen“, drängte Kulturbeauftragte Hildegard Greiter (CSU) darauf, die Dinge jetzt auch „zügig“ anzugehen. Die Kosten waren Stadträtin Erna-Kathrein Groll (Grüne) ein Anliegen. Teil der Ausschreibung sei ein Kostenplan, so OB Dr. Ulrich Netzer, denn „ohne diese Basis werden wir uns ewig im Kreis drehen“.

Christine Tröger

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