Kommt der große Absturz?

Das war ein ausgesprochen erschreckendes Szenario von dem Markus Breitscheidel zu berichten hatte. In bester Undercover-Manier hatte er sich in die Welt der Niedriglohn- und Hartz IV- Empfänger begeben und diese in 15 Monaten gesammelten Erfahrungen zu einem Buch („Arm durch Arbeit“) zusammengefasst. Es scheint fast unglaublich, was er berichtet. Seine Darstellungen sind deprimierend, aber offenbar wahr.

Das ist jedenfalls nach der Lektüre, aber auch nach der Lesung klar – wenn sich an der eingeschlagenen Richtung nicht bald etwas ändert, wird die Situation eskalieren und wieder die Bevölkerung auf die Straße bringen. Nach Meinung von Breitscheidel reicht aber der Protest nicht aus. „Wir müssen uns organisieren und zum Beispiel die SPD wieder zu der Arbeiterpartei machen, die sie mal war, wir sollten uns in den Gewerkschaften mitarbeiten und vor allem Mitglied werden, weil jede Stimme zählt wenn es zu Wahlen kommt.“ Der Autor spricht in seinem Buch von rund vier Millionen Arbeitslosen. Es ist in seinen Augen nur ein Trick, dass die fast fünf Millionen „arbeitsuchenden“ Hartz IV-Empfänger in dieser Statistik nicht aufgeführt sind. Gerade mit den Hartz IV-Klientel beschäftigt er sich in seinem ersten Teil des Buches und zeigt auf, wie aus einer Mittelständischen Familien recht schnell eine Problemfamilie werden kann wenn alle Rücklagen aufgebraucht sind und nur noch ein Minimum zum Leben bleibt. Seiner Ansicht nach ist die Lage auf dem Niedriglohnsektor auch nicht besser und die Arbeit der Leiharbeitsfirmen in seinen Augen eine Katastrophe. Rund 400000 Arbeitnehmer in Vollarbeit sind gleichzeitig darauf angewiesen, „Aufstockung“ bei der Agentur für Arbeit zu beantragen. Noch schlimmer scheint es da bei Arbeiten im landwirtschaftlichen Bereich zuzugehen. Sollte dann noch über die EU durchgesetzt werden, dass bei Arbeitern aus meist östlichen Ländern die dort herrschenden Arbeitsrechte angewendet werden, ist die Schicht der Werksangestellten endgültig am Ausbluten. Die wahren Folgen der allgemeinen Beschäftigungspolitik sind noch nicht ganz angekommen. Breitscheidel zufolge wird es noch einige Jahre dauern, bis auch das deutsche Sozialsystem zusammenbrechen wird. Unterstützung für Kinder Das „Soziale Bündnis Isny“ hatte zu diesem Abend eingeladen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Duo „Der Dritte Mann“ und der Erlös des Abends wird dem Kinderschutzbund zur Verfügung gestellt. Beate Hadwiger, Vorsitzende des Isnyer Gruppe des Kinderschutzbundes, machte den Abschluss mit dem Dank an die Veranstalter und gleichzeitig stellte sie dar an welchen Projekten und Familien die Isnyer Gruppe dran ist. 126 Familien mit mehr als dreißig Kindern werden von ihnen in der unterschiedlichsten Weise gefördert. Schulmaterial, Klassenfahrten, Nachhilfeangebote und Möglichkeiten angemessene Kleidung zu bekommen stehen dabei im Vordergrund.

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