"Kommt markant daher"

„In einem klassischen Zielkonflikt“ verortet OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) den Bauausschuss der Stadt Kempten, wenn das Thema Bebauungsplan für das Gebiet zwischen der Rottachstraße und der Rottach auf der Tagesordnung steht. Dort will ein Investor ein neues Gebäude bauen, das mit fünf bis sechs Geschossen recht massiv ausfällt (der KREISBOTE berichtete). Dazu kommt, dass das Haus laut der bisherigen Planung ziemlich dicht an die Straße heranrückt. Da sich dabei aber weder Bauausschuss noch Verwaltung ganz wohl fühlen, soll nun zunächst noch einmal mit dem Bauherrn nachverhandelt werden.

Dass ein Investor in der Rottachstraße ein neues Gebäude für Dienstleistungen und Büros mit einer Tiefgarage und Parkplätzen im rückwärtigen Bereich bauen will, stößt zwar auf breite Zustimmung. Wie gebaut werden soll, bereitet der Bauverwaltung aber einige Sorgen. Denn die Probleme sind vielfältig und hängen teilweise zusammen. Zu dicht an der Straße Problematisch ist vor allem, dass das Gebäude an der engsten Stelle bis auf 60 Zentimeter und an der weitesten Stelle bis auf 2,20 Meter an die Gehwegkante heranrückt. Bäume, wie von der Unteren Naturschutzbehörde gefordert, können unter diesen Umständen ebenfalls nicht angepflanzt werden. Verlangt die Stadt nun aber vom Bauherrn, mehr Abstand einzuräumen, hieße das, das Haus deutlich zu verkleinern. „Eine um fünf Meter eingedrückte Front beeinträchtigt den Investor aber schon“, sorgte sich nicht nur Siegfried Oberdörfer (SPD). „Das Gebäude kommt sehr markant daher“, meinte hingegen OB Netzer. „Daher muss man sich fragen, wie nahe darf es überhaupt an die Straße heran und was ist auf der anderen Seite für den Investor noch tragbar?“ „Wir haben da einen echten Konflikt zweier Planziele“, bestätigte auch Baureferentin Monika Beltinger. Stadtrat Karl Sperl von der CSU konnte der Diskussion hingegen nichts abgewinnen: „Ich verstehe die Diskussion nicht“, betonte er. „Ich halte es nach wie vor für eine sehr gute Lösung“, so Sperl weiter. Schließlich habe man sich erst im Frühjahr auf diese Variante geeinigt. Sein Fraktionschef Erwin Hagenmaier sprach sich ebenfalls für die „große Lösung“ aus. „Ich würde es so lassen und lieber die Abstandsflächen weglassen“, sagte er. Ein weiteres Problem des geplanten Neubaus ist, dass das Gebäude und die Tiefgarage etwa drei Meter näher an die Rottach heranrückt als die jetzige Bebauung. Dadurch wird nicht nur der Retentionsraum der Rottach beeinflusst, sondern auch die Anbindung des Geh- und Radweges an die Rottachstraße erschwert, wie Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt erläuterte. „Der Spielraum für Fuß- und Radweg engt sich einfach ein“, so Weißfloch. Neue Gespräche Schließlich einigte sich das Gremium doch einstimmig darauf, erneut das Gespräch mit dem Investor zu suchen, um vor allem bei den Abstandsflächen eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden. Aber auch die Themen Geh- und Radweg sowie deren Anbindung soll angesprochen werden.

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