Noch nicht entschieden

Das Rennen um den Landratsposten geht in die Stichwahl - Kommunale Ergebnisse

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Sie gehen Ende März in die Stichwahl: Indra Baier-Müller (links) von den Freien Wählern und Alfons Hörmann (CSU).
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Die Grünen-Kandidatin Christina Mader zeigte sich mit ihren 15,7 Prozent als Drittplatzierte zufrieden.

Oberallgäu – Die Würfel sind gefallen. Zumindest für die erster „Runde“ der Landratswahl im Oberallgäu. Einen Etappensieg konnten am Sonntagabend Alfons Hörmann, Kandidat der CSU, und Indra Baier-Müller von den Freien Wählern feiern. Die beiden Spitzenreiter werden am Sonntag, 29. März, in der Stichwahl direkt gegeneinander antreten. Alle Ergebnisse unter www.oberallgaeu.org.

Zum Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt entwickelte sich der Wahlabend nicht. Mit zum Schluss 44,3 Prozent der Stimmern stand Alfons Hörmann klar an der Spitze, doch Indra Baier-Müller lag mit 23,4 Prozent ebenso klar im Kreis der „Verfolger“ in Front wie Christina Mader (Grüne) mit 15,7 Prozent. Die „Kleinen“ blieben allesamt deutlich unter der Fünf-Prozent-Marke.

Die Etappensieger zeigten sich froh über das erreichte Ergebnis nach einem „schwierigen Wahlkampf“ von insgesamt acht Bewerberinnen und Bewerbern. Jetzt geht es Richtung Stichwahl, meinte Hörmann optimistisch. Großen Wahlkampf werde man in den kommenden Tagen wohl nicht machen können, angesichts der diversen Einschränkungen durch die Corona-Epedemie, ließen sowohl Hörmann als auch Baier-Müller anklingen. Ein Wahlkampf in schwierigen Zeiten.

Die Kandidatin der Freien Wähler hatte zunächst die Einblendung der Zwischenergebnisse im Sitzungssaal des Landratsamtes in Sonthofen mit gemischten Gefühlen verfolgt, als der Stimmenanteil von CSU-Kandidat Hörmann bei 45 „pendelte“: Das sei ja nicht weit weg von 50 Prozent ... Erleichterung schließlich bei Indra Baier-Müller als sich diese Zahl festigte. Jetzt gelte es, Unterstützung aus anderen Lagern zu gewinnen. „Ich glaube, es wird Zeit für jung und weiblich“, meinte sie.

Zufrieden mit Rang 3 zeigte sich Christina Mader. Zufrieden nicht zuletzt auch deshalb, weil es gelungen sei, die AfD „klein zu halten“.

Acht Kandidatinnen und Kandidaten waren zur Landratswahl angetreten. Letztlich schafften es drei über die 15-Prozent-Marke. Deutlich abgeschlagen kam SPD-Kandidat Markus Kubatschka auf 3,3 Prozent, Uwe Schweizer (AfD) auf 3,6 Prozent, Michael Käser (FDP) 2,2 Prozent, Hubert Müller (ÖDP / UB) auf 2,8 und Peter Rist (BürgerBündnis) auf 4,7 Prozent.

Bürgermeisterwahlen

Neben der Landratswahl ging es bei den Kommunalwahlen auch um Bürgermeisterposten in vielen Oberallgäuer Kommunen. 

Ganz besonders spannend war es in Sulzberg, wo sich zwei neue Kandidaten für den Posten des Bürgermeisters zur Verfügung gestellt und einen äußerst engagierten Wahlkampf geführt hatten. Beiden Kandidaten waren im Vorfeld gute Chancen eingeräumt worden. Thomas Hartmann (CSU) war nach 24 Jahren nicht mehr zur Verfügung gestanden. Am Ende war es Gerhard Frey von den Freien Wählern, der mit 1676 Stimmen die absolute Mehrheit (55,7 Prozent) für sich verbuchen konnte. Michael Läufle von der CSU konnte sage und schreibe 1331 Stimmen für sich gewinnen (44,3 Prozent).

Auch in Weitnau stand fix ein Wechsel an: Ein ganz eindeutiges Ergebnis fuhr dabei der 39-jährige Florian Schmid ein, der für die Freie Wählergemeinschaft Wengen-Kleinweiler mit Unterstützung von den Grünen und der offenen Grünen Liste angetreten war. Mit 80,4 Prozent der Stimmen (absolut 2225) war das Ergebnis für seinen Herausforderer Hans-Jürgen Haas vernichtend ausgefallen (19,7 Prozent). Er war für CSU und Freie Wählerschaft angetreten.

Fest im Sattel

Bürgermeister Roland Helfrich von den Freien Wählern konnte seinen Platz im Betzigauer Rathaus wieder verteidigen.

Mit 61,6 Prozent der Stimmen startet er in seine fünfte Amtsperiode. Auf Michael Eß von der CSU entfielen 38,4 Prozent des Votums, der sich enttäuscht zeigte. Einen Rekord legte Helfrich bei der Wahlbeteiligung hin: 77 Prozent der Wähler beteiligten sich.

Spannend war es auch für den alten und neuen Duracher Amtsinhaber Gerhard Hock geworden. Der parteilose Bürgermeister wurde von den Freien Wählern, den Grünen und der SPD unterstützt. Letzten Endes entfielen auf ihn 58,9 Prozent aller Stimmen. Herausforderer Markus Haslach (CSU) konnte 41,1 Prozent einheimsen.

Ohne Gegenkandidat

Für die Kandidaten eine „sichere Bank“ war die Wahl in fünf Gemeinden im nördlichen Oberallgäu. In Altusried, Dietmannsried, Haldenwang, Lauben und Wildpoldsried stand jeweils nur ein Kandidat bzw. eine Kandidatin zur Entscheidung. Alle fünf konnten hohe Ergebnisse für sich verbuchen: Auf Joachim Konrad (CSU) entfielen in Altusried 90 Prozent der Stimmen, auf den Haldenwanger Josef Wölfle (CSU) 86,0 Prozent, den in Lauben antretenden Kemptener Dietmar Markmiller (FW) 87,5 Prozent und auf die Wildpoldsriederin Renate Deniffel (CSU, FW und Freie Bürger Wildpoldsried) 91 Prozent.

Rekordhalter ist Werner Endres (FW), der in Dietmannsried 96,6 Prozent Ja-Stimmen erzielen konnte.

Oberallgäu Süd

Wichtige „Duelle“ mit zwei Bewerbern gab es auch in Immenstadt und Oberstdorf. Während der CSU-Kandidaten Nico Sentner in Immenstadt das Rennen mit fast 80 Prozent der Stimmen klar gegen Vera Huschka von der SPD für ich entscheiden konnte, ging die Wahl in Oberstdorf „enger“ aus. Amtsinhaber Laurent Mies (Freie Wähler) unterlag mit 47,8 Prozent seinem Herausforderer Klaus King (CSU, Grüne, OA, FDP und UOL), der auf 63,1 Prozent kam.

Zwei Politik-Neulinge traten in Obermaiselstein an. Hier setzte sich Frank Fischer (Unabhängige Liste) mit fast 55 Prozent gegen Roman Schmid (Einheitsliste) mit 45 Prozent durch. In Burgberg entschied André Eckardt (CSU) die Wahl mit 56,3 Prozent für sich gegen Daniel Günthör (Grüne / 43,7) für sich.

Klare Siegerin in Missen-Wilhams wurde mit fast 80 Prozent Martina Wilhelm (CSU, UWG) vor Marc Richter (FW; ÖDP) mit 18,2 Prozent. Ähnlich klar das Bild in Oberstaufen, wo Amtsinhaber Martin Beckel (FW, CSU, UTL) auf 79,6 Prozent kam, während Heinz Kellershohn (SPD) 20,4 Prozent schaffte.

Nicht wirklich enttäuscht zeigte sich Ofterschwangs Bürgermeister Alois Ried (CSU) über seine 92,1 Prozent: „Vor sechs Jahren waren es 93 Prozent. Irgendwas habe ich falsch gemacht...“, meinte der Wiedergewählte verschmitzt.

Auch in Balderschwang, Fischen oder Blaichach liefen die „Rennen“ problemlos für die ohne Gegenkandidaten angetretenen Bewerber. in Balderschwang kam Konrad Kienle (CSU) auf 94,5 Prozent; in Blaichach holte Christof Endreß (unterstützt von allen Parteien und Gruppierungen im Gemeinderat) fast 88 Prozent; in Fischen kam Bruno Sauter (CSU) auf mehr als 93 Prozent. In Wertach eroberte Gertrud Knoll (CSU) mit 84 Prozent den „Chefsessel“ der Gemeinde. In Rettenberg tritt Nikolaus Weißinger (CSU) die Nachfolge von Oliver Kunz an, der nicht mehr zur Wahl stand.

Erwartungsgemäß klar auch die Entscheidung in der Kreisstadt Sonthofen. Amtsinhaber Christian Wilhelm (Freie Wähler) kam – ohne Gegenkandidat – auf 92,6 Prozent der Stimmen.

Die vorläufigen Ergebnisse der Oberbürgermeister- und Landratswahlen vom 15. März 2020 sowie der Bürgermeisterwahlen in den kreisangehörigen Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern wurden vom Landesamt in einem Statistischen Bericht veröffentlicht. Der Statistische Bericht kann im Internet (www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen) als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb des Bayerischen Landesamtes für Statistik (vertrieb@statistik.bayern.de) bestellt werden. Darüber hinaus können die Ergebnisse sowie viele weitere Informationen rund um die Kommunalwahlen im Internetangebot des Landesamts abgerufen werden. 

Josef Gutsmiedl/Susanne Lüderitz

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