"Komplexes Thema"

Das Staatliche Bauamt Kempten tut alles dafür, dass der Verkehr in der Kaufbeurer Straße möglichst problemlos rollen kann. Foto: Matz

Die Vorstellung der Optimierungsarbeiten der Ampelschaltung im Bereich der „Kaufmarktkreuzung“ auf der B19 zwischen Kempten und Waltenhofen (der KREISBOTE berichtete) nahm das Staatliche Bauamt Kempten zum Anlass, allgemein über das laut Behördenleiter Bruno Fischle „sehr komplexe Thema Lichtsignalanlagen“ zu informieren. Fazit: Insgesamt ist Kempten verkehrstechnisch gut ausgestattet.

Durch die Bundesstraßen B19 und B12 sowie die Autobahnen A7 und A980 ist die Stadt in alle Richtungen gut mit dem Umland verbunden. Auch innerstädtisch fließt der Verkehr aufgrund des Mittleren Rings gut. Problem ist Fischle zufolge der Ziel- und Quellverkehr, die Verbindung des äußeren (Umland) mit dem inneren Verkehr (Stadt). „Es gibt nur wenig Verknüpfungen“, begründete er. Nach den Anschlussstellen Leubas und Kempten komme bis zu den Anschlussstellen Durach und Waltenhofen/Lanzen lange nichts. Und gerade in Leubas und in Lanzen kam es immer wieder zu schweren Unfällen, weshalb vor rund eineinhalb Jahren die Ampelanlagen installiert wurden. „Wir bemühen uns extrem, aber eigentlich sind wir signaltechnisch jetzt ausgereizt“, so Fischle. Gutachten liegen vor Seit die Ampeln da sind, seien die Unfälle zwar nicht komplett auf Null zurückgegangen, hätten sich aber „verbessert“, erläuterte Thomas Hanrieder, zuständiger Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt. Statt schwersten Unfällen habe man es heute eher mit Blechschäden zu tun. Trotz der Verbesserung der Situation gibt es jedoch immer wieder Kritik von Seiten der Bevölkerung. Fragen wie „Brauchts die Ampeln überhaupt?“ und „Wieso funktioniert die Grüne Welle nicht?“ kommen immer wieder auf. „Wir nehmen die Einwendungen der Bürger sehr ernst“, betonte Fischle. Gleichzeitig stellte der Amtsleiter jedoch klar, dass das Bauamt die Ampeln nicht „aus dem Bauch raus plane“. „Es liegen Gutachten zugrunde, die von Fachfirmen ausgearbeitet wurden.“ Zudem beobachtet die Unfallkommission, bestehend aus Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Bauamt, die Entwicklungen genau und entscheidet im Sinne der Verkehrssicherheit. Durch die neuen Ampeln können die Verkehrsteilnehmer, die von der Autobahn kommen, nun sicher in die Hauptverkehrsrichtung einbiegen oder von dort aus abbiegen. In das komplizierte Thema „Grüne Welle“ gab Hanrieder einen Einblick. Die Einrichtung einer Grünen Welle sei systembedingt stark beeinflusst durch den ein- und abbiegenden Gegenverkehr. „Grundsätzlich ist es nicht möglich, zwei grüne Wellen im Gegenverkehr auf maximale Leistungsfähigkeit auszulegen, ohne massive Beeinträchtigungen für die einbiegenden Äste zu schaffen bzw. umgekehrt“, erklärte er. Neben der Signalbaufirma Siemens arbeiten zwei weitere Expertenfirmen an der Optimierung der Grünen Welle, sodass möglichst viele Grünphasen geschaffen werden können. Wie Werner Schmid, Abteilungsleiter im Bereich Signalanlagen, verdeutlichte, können auch die Bürger zur Leistungsfähigkeit beitragen. „Grün heißt fahren, man muss die Freigabezeit auch nutzen“, betonte er. Insgesamt habe man an den beiden Nadelöhren Leubas und Lanzen die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. „Wir sind grundsätzlich am Ende der Fahnenstange“, meinte Fischle. Sollte der Verkehr noch weiter zunehmen, wäre ein vierspuriger Ausbau der Straßen die endgültige Lösung. „Aber wer soll den bezahlen?“, fragte Fischle abschließend.

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