Konkrete Konzepte müssen her

Was passiert im Fenepark und kommt ein Fachmarktzentrum an der Ulmer Straße?

+
Wie sieht die Zukunft des Feneparks aus? Sobald ein Nutzungskonzept vorliegt, wird sich die Stadt konkreter damit befassen.

Kempten – Berichte zur Kenntnis sowie eine gutachterliche Stellungnahme zur Revitalisierung des „Feneparks“ in Ursulasried und einem potentiellen Fachmarktzentrum an der Ulmer Straße gab es für die Stadträte am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss. Konkret ist allerdings noch nichts, denn um Entscheidungen treffen zu können, braucht es genaue Konzepte der Investoren. 

Bekanntlich hat das Bauhaus im vergangenen Jahr seine rund 4500 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Fenepark geräumt und wie Dagmar Lazar, Leiterin des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung berichtete, plant Feneberg, die Verkaufsfläche des Kaufmarkts von 4500 auf 3000 Quadratmeter zu reduzieren. Um die freien bzw. die freiwerdenden Flächen künftig zu nutzen, gibt es laut Dr. Martin Kattner von der GMA (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH) ein zweistufiges Verfahren: Zum einen eine kurzfristige Lösung (hier sind Aldi und eine Drogerie im Gespräch, allerdings befindet sich das in einem schwebenden Verfahren, weshalb nichts Näheres dazu gesagt werden konnte), und die grundsätzliche Neuordnung des Feneparks. 

Dabei sollte laut Gutachter der Fokus auf fachmarkttypische Sortimentsgruppen gelegt werden, um keine Konkurrenz zur Innenstadt zu schaffen. Weiter empfiehlt die GMA, dass der Einzelhandel durch dienstleistungsbezogene und gastronomische Flächen ergänzt wird. Für genauere Aussagen müsse jedoch Feneberg nun erst einmal ein konkretes Konzept vorlegen, welche Betreiber mit welcher Verkaufsflächengröße einziehen sollen. Erst dann könne eine dezidierte Auswirkungsanalyse gemacht werden.

Gleiches gilt für ein Fachmarktzentrum, das ein lokaler Investor an der Ulmer Straße (ehemaliges Verpflegungslager der Bundeswehr) entstehen lassen möchte. Der Investor kann sich dort verschiedene Fachgeschäfte (Fahrrad, Motorradbekleidung, Waffen- und Jagdzubehör, Werkzeug, Betten, Restposen, Teppich, Baby, Gold u.ä.) vorstellen, ergänzt durch z.B. Kinderspielparadies, Soccerhalle, Schießkino, Indoor-Gold usw. Insgesamt könnten rund 31.600 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Durch die Mischnutzung dort könnten mögliche Synergien entstehen (z.B. Golfshop und Indoor-Golf). Wie viel und was jedoch entstehen könnte, kann wiederum erst entschieden werden, sobald der Investor ein konkretes Nutzungskonzept vorgelegt hat.

Nach verschiedenen Wortmeldungen und skeptischen Äußerungen mancher Stadträte, fasste Alexander Hold (FW) treffend zusammen, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung, die Innenstadt zu schützen, bewusst sei. „Wenn ein Konzept vorliegt, müssen wir für jede einzelne Fläche entscheiden, ob mögliche Veränderungen eine Gefahr für die Innenstadt werden.“ OB Thomas Kiechle meinte hinsichtlich des Feneparks, dass ein gemeinsamer Weg gefunden werden müsse, der die Historie berücksichtige, den Bestand weiterentwickle und verträglich für die Innenstadt sei. Es müsse diskutiert werden, was für eine Funktion der Standort Fenepark künftig haben soll, ergänzte Lazar.

In Bezug auf das Fachmarktzentrum meinte Thomas Hartmann (Grüne), dass es in der vorgeschlagenen Größenordnung völlig abwegig sei. Hold betonte, dass eine sehr genaue Analyse vorgenommen werden und dann entschieden werden müsse, ob man Verkaufsflächen in großem Maße möchte. „Wir sind völlig frei, ob wir am Stadtrand einen zusätzlichen Handelsstandort wollen.“ Es komme immer auf das Einzelfallkonzept an, meinte Erwin Hagenmaier (CSU). Ein attraktives Fachmarktzentrum könnte mehr Kaufkraft an Kempten binden. Laut Siegfried Oberdörfer müsse auf jeden Fall das Innenstadtkonzept maßgeblich beachtet werden. „Das ist eine sensible Angelegenheit.“

Melanie Weidle

Auch interessant

Meistgelesen

Zeichnet die Biographien von MigrantInnen nach: Ausstellung "Mensch.Land.Flucht" im Kemptener Alpin-Museum 
Zeichnet die Biographien von MigrantInnen nach: Ausstellung "Mensch.Land.Flucht" im Kemptener Alpin-Museum 
Lese- und Rechtschreibschwäche? Mit dem LOS Kempten spart Ihr Kind ein Jahr!
Lese- und Rechtschreibschwäche? Mit dem LOS Kempten spart Ihr Kind ein Jahr!
20-Jähriger überfällt Apotheke an der ZUM
20-Jähriger überfällt Apotheke an der ZUM
66-Jähriger wird mehrfach angezeigt
66-Jähriger wird mehrfach angezeigt

Kommentare