"In Jahren der Änderung wird es einfach teurer"

Konstantes Minus beim Messe- und Veranstaltungsbetrieb

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Die Allgäuhalle ist im Jahresergebnis 2018 des Kempten Messe- und Veranstaltungsbetriebs der einzige Posten mit einem positiven Ergebnis.

Kempten – „Das Ergebnis des Kempten Messe- und Veranstaltungsbetriebs ist doch relativ konstant“, sagte im letzten Werkausschuss Geschäftsführerin Martina Dufner-Wucher, als sie den Jahresabschluss 2018 von Festwoche, Veranstaltungshäusern und Märkten vorstellte.

Auch 2018 liegt das Ergebnis mit rund 1,9 Millionen Euro im Minus. Im Jahr davor war es etwa genauso hoch ausgefallen. Im Wirtschaftsplan 2018 war jedoch ein Minus von 1,92 Millionen Euro veranschlagt. Somit konnte Dufner-Wucher ein um 17.000 Euro besseres Ergebnis präsentieren, als ursprünglich errechnet worden war. Während sich die Allgäuer Festwoche um rund 36.000 Euro zum Vorjahr verbesserte (2017: -75.000 Euro; 2018: -37.000 Euro), stellt das Stadttheater mit einem Defizit von rund 1,5 Millionen Euro nach wie vor den größten Defizitposten dar. Während das Defizit des Eigenbetriebs ein Jahr zuvor ein geteiltes Echo im Werkausschuss hervorgerufen hatte, äußerten sich die anwesenden Räte dieses Jahr kaum dazu. Bei der Allgäuer Festwoche haben sich 2018 die erhöhten Preise bemerkbar gemacht. Die Erträge waren im Vergleich zum Vorjahr um rund 95.000 Euro gestiegen, doch mussten wieder zahlreiche Investitionen getätigt werden, deren Kosten gestiegen waren. So die Baukosten und die Miete für das Equipment, Strom und Beleuchtung, die Sicherheitskosten und die Abschreibungen der in den Vorjahren getätigten Anschaffungen. Die Kultur im Residenzhof und das Nachtbusangebot sind auch Gründe für die gestiegenen Kosten. „An sich läuft die Messe 2018 auf Null raus“, resümierte die Geschäftsführerin.

Besser als im Plan liegen laut Dufner-Wucher die Veranstaltungshäuser Kornhaus (2017: -420.000 Euro; 2018: -380.000 Euro), Allgäuhalle (2017: 117.300 Euro; 2018: 127.200 Euro), Residenz (2017: -65.600 Euro; 2018: -23.000 Euro) und Markthalle (2017: -7.300 Euro; 2018: -39.200 Euro). Das Problem bei der Markthalle seien die Pacht-, Personalund Instandhaltungskosten. Das Defizit bei den Wochenmärkten von -15.000 Euro werde sich erst 2019 bessern, weil sich hier die Gebührenerhöhung bemerkbar mache. Baustelle Jahrmarkt Stark verschlechtert hat sich die Bilanz der Händler- und Jahrmärkte. Waren es 2017 noch -16.000 Euro, sind es 2018 -60.000 Euro, die zu Buche schlagen. „Das Ergebnis des Jahrmarktes ist belastet durch das statische Gutachten zur Tiefgaragendecke“, erklärte Dufner-Wucher, „große, schwere Fahrgeschäfte können wir nicht aufnehmen, weil die Statik dafür nicht ausreicht.“ Darunter leidet die Attraktivität des Marktes. Ullrich Kremser (FDP) erinnerte daran, dass schon einmal über einen neuen Standort für den Jahrmarkt nachgedacht worden war und brachte die Allgäuhalle ins Gespräch. Der Oberbürgermeister meinte, dass das Thema grundsätzlich diskutiert und die Zielfrage diskutiert werden müsse. Was die Händlermärkte betrifft, so beeinträchtigten Baustellen und der geänderte Verlauf der Stände in der Stadt das Ergebnis. „In Jahren der Umstellung wird es einfach teurer“, so Dufner-Wucher. 

Im Stadttheater seien die Aufwendungen und Einnahmen wie zum Beispiel die Mieten nicht kostendeckend kalkuliert. Bei jeder zusätzlichen Veranstaltung entstünden Mehrkosten. Insgesamt gingen 2018 dort 196 Events über die Bühne. Als einziger Posten im positiven Bereich zeigte sich auch 2018 die Allgäuhalle. Hier machten sich die Parkplatzeinnahmen positiv bemerkbar. Wirtschaftsprüfer Alexander Schwendinger versah dem Abschluss ein „uneingeschränktes Testat“ und auch die Werkausschuss-Mitglieder stimmten dem Jahresabschluss ohne Gegenstimme zu. Arbeitskreis Konsolidierung Dufner-Wucher berichtete anschließend aus den Sitzungen des Arbeitskreises Konsolidierung. Im Juli hatten sich hier Mitglieder aus den Stadtratsfraktionen, Mitarbeiter des Eigenbetriebs und aus dem Referat für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung in Sachen Allgäuer Festwoche ausgetauscht. Sie hatten Erlöse und Aufwendungen detailliert unter die Lupe genommen, genauso wie die Eintrittspreise und Vergünstigungen für Aussteller. Dabei sei vorgeschlagen worden, das Nachtbus-Angebot wieder kostenlos anzubieten, den Abend-Eintritt im Gegenzug zu erhöhen. 

Insgesamt seien sich die Teilnehmer einig gewesen, dass bei den Baukosten trotz Einsparbemühungen der qualitative Anspruch erhalten bleiben solle. Allerdings sollten die Messewände auf den Prüfstand gestellt werden. Bei der Konsolidierungssitzung in Sachen Weihnachtsmarkt seien sich die Teilnehmer einig gewesen, dass nicht die Schwarze Null, sondern ein attraktiver Weihnachtsmarkt im Vordergrund stehen sollte. Gleichwohl solle sich der Eigenbetrieb noch einmal detailliert mit der Erlösstruktur des Weihnachtsmarktes befassen und untersuchen, ebenso die Kosten der Müllbeseitigung und des Sicherheitsdienstes. 


Susanne Lüderitz

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