Konzept verabschiedet

Studenten der Hochschule, Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter und eine Reihe weiterer Akteure haben es in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet: das Seniorenpolitische Gesamtkonzept für die Stadt Kempten. Am vergangenen Donnerstagabend hat der Stadtrat dem umfassenden Konzept nun einhellig zugestimmt. „Ich danke allen, die an der Entstehung des Konzepts beteiligt waren. Es stellt ein wesentliches Element der fünf strategischen Ziele unserer Stadt für das Jahr 2020 dar“, so OB Dr. Ulrich Netzer (CSU).

Das übergeordnete Ziel des auf Wunsch der SPD ausgearbeiteten Konzeptes ist eine gute Lebensqualität in Kempten mit einem möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit im Alter. Hinsichtlich der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung sowie der bereits vorhandenen Versorgungsstrukturen für Ältere hat Kempten im Vergleich mit anderen Regionen Bayerns deutlich bessere Voraussetzungen, die Folgen der Veränderung der Altersstrukturen in der Gesellschaft zu tragen – wenn rechtzeitige Maßnahmen den demogra- phischen Wandel in eine positive Entwicklung verwandeln. Dies ist ein Ergebnis der Analyse in dem Konzept. Das weit über 100 Seiten lange Konzept schlägt folgende konkrete Maßnahmen sowie eine Reihe von möglichen weiteren Projekten für die Zukunft vor: Eine zentrale fachliche Informations- und Beratungsstelle zu allen Seniorenfragen sowie Datenbanken und weitere Kommunikationswege zur Information über Selbstständigkeit im Alter schaffen; Mehrgenerationen-Begegnungsräume in Wohnvierteln mit Ansprechpartnern zur Unterstützung ehrenamtlicher Ideen ausbauen; Seniorenrelevante Angebote, Aktivitäten und Hilfen vernetzen; Einen Pflegestützpunkt einrichten (zuständig dafür sind die Pflegekassen); Einen Seniorenpolitischen Beirat als Weiterentwicklung des bisherigen Seniorenbeirates gründen, um den mit dem Gesamtkonzept angefangenen Prozess in Politik und Verwaltung fortzuführen und zu unterstützen. Eine Besonderheit des Kemptener Konzeptes ist die intensive Zusammenarbeit mit der Hochschule. 35 Studierende der Sozialwirtschaft haben Arbeiten zu einzelnen Themen wie Wohnen im Alter, betreutes Wohnen, Pflege oder Sport und Prävention verfasst und dabei eine Fülle an Daten und für Kempten spezifischen Informationen zusammengetragen. „Das ist eine umfangreiche Daten- und Ideen- sammlung”, lobte Lothar Köster (SPD). „Für mich ist heute ein Freudentag.” Für die Erstellung des Konzeptes ist eine Steuerungsgruppe bestehend aus Karlheinz Frick (Leiter Haus der Senioren und Projektleiter), Lothar Köster (Senioren-Beauftragter des Stadtrats), Christine Weixler (Leiterin Amt für Senioren- und Wohnungsfragen) und Prof. Dr. Johannes Zacher (Hochschule) gegründet worden. Köster betonte bei der Vorstellung im Stadtrat, dass das Konzept ein Zwischenstand und eine Bestandsaufnahme, aber keineswegs ein fertiges Produkt sei. Es lege vielmehr den Grundstein für einen auf Dauer angelegten Prozess. Mit dem Stadtratsbeschluss vom Donnerstag wurde die Verwaltung nun beauftragt, einzelne Maßnahmen Zug um Zug umzusetzen.

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