Konzept vorgestellt

Informierten über die Gründung der „Josef-Kentenich-Schule“: Die beiden treibenden Kräfte und Vorstände des „Kentenich-Pädagogik e.V. Christian und Renate Immler, sowie der künftige Schulleiter Harald M. Knes (v.l.). Foto: Tröger

Knapp zusammengefasst steht die Schönstatt-Pädagogik für Individuen, die sich möglichst frei entfalten können und mit ihrer Freiheit im Sinne christlicher Werte verantwortungsvoll umzugehen wissen. Und für Kinder, die sich in familiärer und von gegenseitigem Respekt geprägter Schulatmosphäre zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln können. Begründer der internationalen Schönstatt-Bewegung und –Pädagogik war Pater Josef Kentenich (1885 – 1968) – Namensgeber für eine katholische Privatschule in Gründung, die seine Pädagogik schon bald in Kempten anbieten will. Beim ersten Informationsabend im Haus Hochland wurden jetzt Konzept und die Menschen aus und um den eigens gegründeten Verein „Kentenich-Pädagogik e.V.“ vorgestellt.

Zum Bedauern der Veranstalter blieb die Zahl mit rund 25 Interessierten an diesem Abend recht überschaubar. Obwohl es weltweit 50 solcher Schulen gebe, sei die Pädagogik in Deutschland kaum bekannt, erklärte die Duracherin Renate Immler, zusammen mit ihrem Mann Christian eine der treibenden Kräfte der Schulgründung. Leider habe es mit den Räumen des Klosters Lenzfried aus finanziellen Gründen „nicht geklappt“. Alternative Standorte in Kempten würden bereits geprüft. Der ursprünglich anvisierte Termin im September 2011 werde sich dadurch um ein Jahr verschieben. Schulbeginn verschoben Im September 2012 soll dafür möglichst gleich mit einer zweizügigen Grundschule begonnen werden. Da das „Leben in Zusammenhängen passiert“, sei es nicht sinnvoll in separaten Fächern zu arbeiten, unterstrich Claudia Denkinger, Mitglied des Schulgründungsteams, die Vernetzung im Unterricht. Im Sinne Kentenichs „müssen wir einen Dienst am Kind leisten“, um eine sinnstiftende Zukunft zu ermöglichen, betonte sie. Mirjam Schilling, Lehrer-Interessentin für die Kentenich-Schule, lobte mit dem „sehr guten Schulkonzept“ das „richtige Zeichen in der heutigen Zeit“ zu setzen. Statt einer verpflichtenden Ganztagsschule sollen, laut dem künftigen Schulleiter Harald M. Knes, freiwillige Nachmittagsangebote oder Sport den Eltern die freie Wahl lassen, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Bedenken einer Zuhörerin, über zuviel Dogmatismus in der Schule, räumte er aus. „Der Freiheitsraum des Herzens“ könne nicht kontrolliert werden und „wir wollen aus keinem Kind einen Schönstatter machen“. Moderatorin Christa Mücke, die sich selbst als „Schönstattischer Dinosaurier“ bezeichnete, der die Kentenich-Pädagogik in 50 Jahren als „sehr heilend und aufbauend erlebt“ habe, bekräftigte, dass „hier nicht indoktriniert wird“. Die Katholische Kirche habe an dieser Stelle „sehr sehr viel gesündigt“, befand sie. Finde ein Schüler „eine völlig andere Wahrheit“, sei das in Ordnung. CSU-Stadtrat Thomas Kiechle, von Beginn an engagierter Unterstützer des Projektes, sah die „Schule als Bereicherung in der Schullandschaft“ Kemptens. Über 80 Grußbotschaften zur Schulgründung aus aller Herren Länder, darunter eine aus dem Vatikan, konnten ausgedruckt auf einem mehrere Meter langen Papier eingesehen werden. Für den Antrag auf Schulgenehmigung benötigt der Schulträgerverein nun mindestens 40 vorläufige Anmeldungen von Kindern mit Unterschriften beider Erziehungsberechtigter. Laut Immler dürfen in Bayern nur katholische Kinder angenommen werden, da sonst die Grundlage zur Genehmigung von Bekenntnisschulen nicht mehr gegeben sei. Ausnahmen seien aber bei „Patchwork-Familien“ möglich.

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