Ein Konzert macht glücklich

Trientiner Bergsteigerchor singt in Weidach weihnachtliche Weisen

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In der roten Jacke der ehemalige Chorleiter Giorgio Menegatti inmitten seines Chors. Für ihn gaben die Mitglieder des Bergsteigerchors das Konzert.

Durach – Nach einer anstrengenden Woche und einem rastlosen Tag unterwegs mit Auto und Bahn auf einem gepolsterten Stuhl in einer Kirche sitzen, die Augen schließen und italienischen Männerstimmen zu weihnachtlichen Weisen lauschen –was könnte besser zu dieser angeblich so „stillen“ Zeit passen?

 Endlich zur Ruhe kommen und einfach nur da sein! In der Kirche St. Josef der Arbeiter in Durach-Weidach war dies letztes Wochenende möglich. Der Coro Castion, bei uns besser bekannt unter dem Namen „Trientiner Bergsteigerchor“ war wieder einmal ins Allgäu gekommen. Dieses Mal hatte der Besuch eine ganz besondere Bedeutung.

Der ehemalige Dirigent des Chors, Giorgio Menegatti, der den Chor 16 Jahre lang geleitet und zu hoher Qualität geführt hatte, erlitt vor knapp zwei Jahren einen Schlaganfall. Seither ist das Leben sehr schwer für ihn geworden. Da durch seine Krankheit Geld knapp geworden ist, kann er jede Unterstützung gebrauchen. Sein größter Wunsch war wieder einmal eine Reise nach Durach. Jetzt ist er gesundheitlich wieder so stabil, dass er diese Fahrt antreten konnte. Der Chor wollte ihm mit diesem Konzert eine große Freude machen und seinen Wunsch erfüllen. Der Erlös dieses Benefizkonzerts sollte ihm zugute kommen.

Der Chor, unter heutiger Leitung von Simone Benedetti und dem Vorstand Gino Paolazzi, besteht bereits sei 1966. Damals haben sich am Fuße des Berges Castion, der das Cembratal überragt, 30 Männer zusammengetan. Sie wollten Heimat- und Berglieder singen, die beinahe in Vergessenheit geraten waren. Als enge Verbindung zur Heimat und um die Beziehung zwischen Mensch und Natur und dem Geheimnis des Lebens und Leidens neu aufleben zu lassen nahmen sie dann auch den Namen des Berges „Castion“ an.

Die Sänger sind über das ganze Cembratal verstreut: sie kommen aus Trient, aus den Dörfern des Cembratales und sogar aus Bozen. Zum Chor gehören aber auch noch andere: zum Beispiel Giannina Rauh. Sie ist für die Übersetzung der Lieder und zusammen mit ihrem Mann Albert Rauh für die Organisation zuständig. Beide sind als „Presidente Onorario“ ausgezeichnet worden.

Seit gut 30 Jahren besteht eine intensive Partnerschaft zwischen der Gemeinde Durach und der Gemeinde Faver im Cembratal in Italien, der Heimat des Coro Castion. So war es für Giorgio Menegatti und die Chormitglieder ein Wiedersehen in ihrer zweiten Heimat, in der sie von vielen alten Freunden begrüßt wurden. Viele alte und neue Fans waren gekommen, unter anderen Bürgermeister Gerhard Hock, der zweite Bürgermeister Hannes Sommerauer, der ehemalige Bürgermeister Herbert Seger, mehrere Gemeinderäte, Monsignore Josef Hochenauer und Pfarrer Konrad Meisburger. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Vorsitzende des Duracher Partnerschaftsvereins, Dr. Daniela Mair-Knoch führte souverän und einfühlsam durch das Programm. Am Anfang sprach sie einführende Worte, zu denen der Chor leise summte. Eine wunderschöne Einstimmung auf das Konzert. Vor jedem Lied gab sie eine kurze Beschreibung des Stücks und machte so die Zuhörer neugierig auf das Kommende.

Im ersten Teil wurden bekannte Trentiner Berg- und Volkslieder dargeboten, „Son dai Monti“ – Ich komme aus den Bergen, „La Rosa delle Alpi“ – Alpenrose, „Neve rosa“ – Roter Schnee, „La Pastorella“ – Die Schäferin, „Canto die Nostalgia“ – Heimat, deine Sterne, lauten ihre Klangvollen Namen. Nach einer Pause, in der sich ein Teil der Männer als Hirten verkleidete, folgten Weihnachtslieder aus dem Trentino. Wunderschön intoniert das Ave Maria von Otto Fischer, bekannt als „Il suono della campana“ – Der Glockenklang, „Nenia di Jesu Bambino“ – Jesuskind ist geboren, „La Stella tua“ – Deine Sterne. Ein besonderer Wohlklang in den Ohren: Stille Nacht auf italienisch gesungen: „Astro del ciel“.

Sehr schön auch das kleine Weihnachtslied „Piccola canta die Natale“ und das Ave Maria von Bepi di Marzi. Natürlich durfte auch die Königin aller Berglieder, „La Montanara“ nicht fehlen, wunderschön mehrstimmig vorgetragen vom Bergsteigerchor Nummer 1. Darauf folgte das Allgäuer Berglied „Oh Allgäu mein, wie bist du schön“, natürlich in deutscher Sprache.

Nach zwei Zugaben bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations. Auch die Kassen waren am Ende gut gefüllt. Maestro Giorgio Menegatti und der Chor dürfen sich freuen über eine gelungene Mission. In der Pause wurde aus den Eintrittskarten ein Wochenende mit einer Übernachtung für zwei Personen mit Vollpension im Hotel Europa in Cembra verlost. Die glücklichen Gewinner sind ein Ehepaar aus Weidach. Noch jemand, der sich freuen kann!

Uschi Ostermeier

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