Unterhaltsames Jubiläumskonzert

Der Kemptener Chor Cantodunum feiert in der kultBOX sein Zehnjähriges

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Für das Jubiläum anlässlich seines zehnjährigen Bestehens ließ sich der Kemptener Cantodunum Chor einiges einfallen.

Kempten – Mit großem Einsatz und viel Liebe zum Detail hat der Kemptener Freizeitchor Cantodunum in einer einjährigen Probenzeit unter der Leitung von Birgit Diethelm ein abendfüllendes Programm erarbeitet, das am vergangenen Samstag in der kultBOX aufgeführt wurde.

Das zweieinhalbstündige Konzert musste den Vergleich mit professionellen Veranstaltungen dieser Art nicht scheuen. Hut ab davor, was man alles mit Freude an der Musik als gemeinsamer Klammer und viel außermusikalischem Einsatz, individuellen Talenten und einer ebenso lockeren wie zielstrebigen Leiterin auf die Beine stellen kann.

Der seit gut zehn Jahren bestehende Chor, dessen Name sich aus dem italienischen Wort für Lied und dem römischen Namen der Stadt Kempten zusammensetzt, versteht sich denn auch eher als große Familie, die einmal in der Woche zusammenkommt, um sich zu sehen, sich auszutauschen und in einer lockeren Atmosphäre zu singen, denn als musikalisches Fitnessstudio, das vergeblich versucht, professionellen Vorstellungen hinterherzujagen. Dass dies gelingt, liegt zum Großteil an der Gründerin und Chorleiterin Birgit Diethelm, die das großartige Talent besitzt, durchaus fordernde musikalische Übung mit großer Freude am gemeinsamen Singen zu verbinden und dies auf alle Chormitglieder auszustrahlen. Der Lohn der Freude und der Mühe war eine gefühlt ausverkaufte kultBOX (nur in den Seitenreihen gab es noch freie Plätze), mit einem Publikum, das sofort von den Funken angesprungen wurde, die die Akteure auf der Bühne versprühten.

Die geschickte Dramaturgie des Abends war die einer Nummernrevue mit kleinen Blöcken von musikalischen Vorträgen, die verschiedene Stile, Genres und Zeiten behandelten. Zusammen mit der Begleitband des Chors und zusätzlichen Gastmusikern, die solistisch die Kostümwechsel des Chores überbrückten, ergab sich eine bunte und für das Publikum nie langweilige Mischung aus Liedern und Instrumentalstücken. Da war die bayrische Gesangsszene im unvermeidlichen Dirndl- und Lederhosenlook genauso dabei wie das Blues Brothers und Rock‘nRoll Medley im Anzug und mit Sonnenbrille, der stimmungsvolle kreolische Chorgesang und das Appalachian Mountain Medley im Cowboylook.

Auf die Bühne gebracht wurden die Stücke durch eine für Nichtprofis erstaunlich professionell ausgeführte Choreografie einschließlich einer opulenten Kostümierung; alles von Mitgliedern des Chores ausgedacht und erarbeitet. Zwei von vielen Highlights waren ein Potpourri mit deutschen Schlagern der 1930er und 1940er Jahre, bei denen der Sohn der Chorleiterin Tobias Diethelm einen geschmeidigen und glasklaren Tenor bewies und vor allem das Jazzmedley gleich nach der Pause, wo Chormitglied Hartwig Koepke seinem Big Spender Frank Sinatra in New York mit all dem Jazz begegnete. Die gekonnte Lässigkeit, mit der jener vor seinen mit Federboas geschmückten und roten Glitzerkostümen bekleideten Chormitspielerinnen Songs darbot, deutete daraufhin, dass er dafür nicht lange vor dem Spiegel geprobt haben musste, sondern dass er das einfach drauf hatte.

Dass der Chor trotz aller Leichtigkeit keine Angst vor schwierigeren Chorarrangements kannte, bewies er im letzten Teil des Konzerts mit einem Stück aus einer größeren sakralen Komposition eines zeitgenössischen norwegischen Komponisten und einem vertrackten Chor-Arrangement des Abba Hits Thank you for the Music. Thank you Cantodunum Chor für diesen unterhaltsamen Abend.

Jürgen Kus 

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