Koordinierungstelle kommt

Während viele Vereine und ehrenamtliche Organisationen unter sinkenden Mitgliederzahlen leiden, gibt es offenbar eine Gruppe, die verstärkt in ehrenamtliche Tätigkeiten drängt: Aktive Senioren kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand, die sich zeitlich begrenzt und projektbezogen engagieren wollen. Um die rüstigen Rentner zu gewinnen und zu koordinieren, soll gemäß Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses vom Mon- tagabend im Rahmen des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts ein „Koordinie- rungszentrum Bürgerschaftliches Engagement“ im Kemptener Haus der Senioren eingerichtet werden.

Ziel der Koordinierungsstelle soll laut Sozialreferent Benedikt Mayer sein, potenzielle Ehrenamtliche zu gewinnen und zu vermitteln. „Die Leute sollen dazu gebracht werden, über ein Ehrenamt nachzudenken“, erklärte Mayer auf Nachfrage. Vor allem im Visier hat er dabei die „Altersgruppe der aktiven Senioren“ kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand sowie Mitbürger mit Migrationshintergrund. Daher mache es Sinn, die Koordinierungsstelle in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept einzubinden. „Es gibt prinzipiell eine hohe Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren“, betonte Mayer. Das gelte insbesondere für zeitlich begrenzten und projektbezogenen Vorhaben. „Gefragt sind Tätigkeiten und Hilfestellungen, die Partizipations- und Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten und individuelle Bedürfnisse nach Freiraum, Selbstbestimmung, Zeitsouveränität und persönlicher Entwicklung gerecht werden“, erläuterte der Sozialreferent gegenüber den Stadträten. Untergebracht werden soll das Koordinierungszentrum im Haus der Senioren. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben vom Freistaat Bayern mit einer „Anschubfinanzierung“ in Höhe von 36 000 Euro, verteilt über die Jahre 2012 bis 2014. Voraussetzung dafür ist jedoch die Schaffung einer Halbtagsstelle, die auch die Arbeiten im Zusammenhang mit der Ehrenamtscard übernimmt. Darüber hinaus einigte sich das Gremium auf eine regelmäßige Erfolgskontrolle. Ein Bericht über die Wirkungskontrolle ist dem Haupt- und Finanzausschuss laut Beschluss innerhalb von zwei Jahren vorzulegen.

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