Veranstaltungshaus nimmt Gestalt an

Kornhaus: Die Pläne überzeugen im Stadtrat 

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Kempten – „Wir arbeiten daran diese Perle zum Leben zu erwecken“, ließ der Ulmer Architekt Adrian Hochstrasser keinen Zweifel aufkommen, wie er das Kemptener Kornhaus einschätzt.

Zusammen mit Projektleiter Georg Müller setzte er den Stadtrat über den Stand der Dinge in Kenntnis. 

Eine Besonderheit des künftigen Kornhauses: „Alle Einheiten sind unabhängig voneinander nutzbar.“ Multifunktional mit modularen Möbelsystemen für eine maximale Nutzungsflexibilität soll das Kornhaus werden und dabei dennoch seine Identität bewahren. 

Der Einsatz von viel Glas soll für Weite und Transparenz sorgen. Auf dem Vorplatz stellen sich die Architekten ein zentrales, digitales Informationselement vor und auch die vier Fahnenmasten sollen wiederbelebt werden, um die Aufmerksamkeit von Passanten zu erregen. Als prägendes Element des historischen Gebäudes bleiben die großen Eingangstore erhalten, allerdings fix nach innen geöffnet. 

Ihre bisherige Funktion übernimmt eine Glastüre, die Einblick ins Kornhaus gewährt, auch wenn es geschlossen ist. Das Kassenhäuschen verschwindet – laut Baureferent Tim Koemstedt wird es nur noch sehr selten benötigt – zugunsten von solchen, die mobil im Gebäude einsetzbar sind und auch die Tage der mittigen Rundtheke sind gezählt. 

Ein markanter Blickfang im Erdgeschoss ist die lange Theke, laut Architekt ein Garant für schnellen Service auch bei vielen Besuchern, erstreckt sich im ehemaligen Museumsbereich im Erdgeschoss – Teil des „Allraums“, der dieses Geschoss einnimmt. Dafür soll auch die Trennwand zwischen ehemaligem Café/Museumsshop und Börsensaal fallen. Für eine warme Atmosphäre sollen unter anderem die langen Eichendielen am Boden sorgen. 

In diesem nördlichen Gebäudebereich ist des weiteren ein bis unters Dach durchgehender neuer Aufzug geplant sowie sanitäre Anlagen, die das Bespielen dieses Bereiches unabhängig von anderen Räumlichkeiten ermöglichen. Der große Saal im 1. Obergeschoss wird renoviert, bleibt aber ansonsten mehr oder weniger, wie er ist. Gleiches gilt für den kleinen Saal, hinter dem der neue Aufzug läuft mit direktem Zugang zum dort flexibel gestaltbaren Garderoben- und Empfangsbereich. 

Im südlichen Teil des 2. Obergeschosses verläuft die Galerie des großen Saales, der nördliche Flügel soll künftig ein modularer Seminarbereich sein. Die Wandlung von einem großen bis zu vier kleineren Einheiten soll mit transparenten Wandelementen, faltbar oder auf Schienensystemen, oder auch mit textilen Vorhängen als Raumteiler möglich sein. Im Dachgeschoss, bzw. den beiden Dachgeschossen, sind die künftigen Büroräume, voneinander abgetrennt durch transparente Glaselemente, für den Kempten Messe- und Veranstaltungsservice geplant. Dazu Sozial- räume mit einer Küche sowie ein kleiner Besprechungsraum. 

Eine größere Aktion blüht im ehemaligen Museumsflügel bekanntermaßen auch noch dem Dach, das saniert werden muss, vor allem wegen der maroden Fußpunkte an den Trägerbalken. Während für das Haupttreppenhaus keine großen Veränderungen angedacht sind, soll die Treppe ins Untergeschoss statt historisierend mit den Materialien Stahl und Beton bewusst neu aussehen. Hochstrasser geht davon aus, dass die vom Bauausschuss bereits genehmigten 10,1 Millionen Euro ausreichen werden. Gegebenenfalls könnten einzelne Punkte im Plan auch gestrichen werden. 

Maximal 1000 Besucher sind laut Müller zugelassen, wenn nur das Erdgeschoss genutzt wird, da „genug Fluchtwege da sind“. Im Obergeschoss seien nur 800 Besucher zulässig, auch zusätzlich zur vollen Nutzung des Erdgeschosses. Um getrennte Fluchtwege zu haben, sei das Treppenhaus „mit einem Bypass“ umgestaltet worden. Während Franz-Josef Natterer-Babych (ödp) „zu viel grau und braun“ im künftigen Kornhaus ausmachte und auch kritisierte, fand Annette Hauser-Felberbaum (Freie Wähler) das Gehörte „sehr großartig“. Das „Konzept passt“ auch für ihren Fraktionskollegen und 2. Bürgermeister Klaus Knoll, der gleich noch ein „Respekt“ nachschob. Ab 2022 soll das Kornhaus wieder zur Verfügung stehen. 

Christine Tröger

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