Die Kosten steigen

Der geplante Bau eines Fitnessstudios auf dem TVK-Gelände sorgt intern für Unruhe. Foto: Archiv

Mit einer schwierigen Entscheidung sah sich der Sportausschuss am Montagnachmittag konfrontiert. 180 000 Euro mehr als zunächst geplant benötigt der TVK für die Sanierung seines Sportparks im Aybühlweg – und damit auch einen deutlich höheren Zuschuss von Seiten der Stadt. Am Ende einigte sich das Gremium bei einer Gegenstimme von Michael Hofer (UB/ödp) darauf, dem größten Kemptener Sportverein einen höheren Investitionszuschuss und ein zinsloses Darlehn zu gewähren. Unterdessen sorgt der geplante Bau eines Fitnessstudios auf dem Gelände des TVK innerhalb des Clubs für Wirbel: Einige Mitglieder sehen sich nicht ausreichend vom Präsidium informiert. Die Fitnessabteilung indes befürchtet unliebsame Konkurrenz für das TVK-eigene Studio.

Dass die Sitzung am Montagspätnachmittag keine einfache werden würde, war Franz Mayr (CSU), Sportbeauftragter des Stadtrats, bereits Ende vergangener Woche klar. Zwar sprach er von einem „Sonderfall“. „Aber es muss auf alle Fälle eine Lösung her, die man auch gegenüber anderen Vereine vertreten kann“, betonte er. Zu diesem Zeitpunkt wusste Mayr bereits, dass beim TVK im Zuge der Sanierung des Sportparks 180 000 Euro an Mehrkosten aufgelaufen waren. Damit belaufen sich die Gesamtkosten mittlerweile auf rund 740 000 Euro, wie TVK-Präsident Ullrich Kremser vergangene Woche einräumte. Außerdem liegen die Arbeiten – die vor allem der energetischen Modernisierung dienen – hinter dem Zeitplan zurück. Bereits im September hätten die Arbeiten fertig sein sollen. Uralte Abmachung Das Problem aus der Sicht Mayrs aber ist, dass die Stadt bei Sportvereinen eigentlich nur bis zu 20 Prozent der Sanierungskosten zuschießt. Im Fall des TVK werde diese Grenze aber deutlich überschritten. Deshalb sieht Mayr die Gefahr, dass sich andere Vereine bei ähnlichen Fällen künftig auf dieses Beispiel berufen könnten. Zwar könnte der Verein jetzt durch den geplanten Verkauf eines Teils des Grundstücks an ein Fitnessstudio (der KREISBOTE berichtete) an das benötigte Geld kommen, so TVK-Chef Kremser gegenüber unserer Zeitung weiter. Aber aufgrund eines 40 Jahre alten Vertrags – einer „Rückauflassungsvormerkung“ – fällt der Teil des TVK-Grundstücks, den der Verein verkauft, wieder an die Stadt zurück. Die wiederum zahlt dem TVK dafür eine Entschädigung. „Aber die ist uns zu wenig“, sagte Kremser, da in dem Vertrag noch die Konditionen von vor 40 Jahren gelten würden. Daher erwarte er von der Stadt ein Entgegenkommen. „Denn der Verkaufserlös wird ja 1:1 in die Sanierung gesteckt“, betonte er. Der Ausschuss folgte dieser Argumentation mehrheitlich: Bei einer Gegenstimme von ödp-Stadtrat Michael Hofer sprach sich das Gremium am Montagnachmittag für eine Erhöhung des Investitionszuschusses von 300 000 auf 400 000 Euro aus. Zudem bekommt der Verein ein zinsloses Darlehn in Höhe von weiteren 50 000 Euro. Einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in der kommenden KREISBOTEN-Ausgabe. Keine Konkurrenz Unterdessen hat Kremser auch vereinsintern mit Problemen zu kämpfen. So wollen einige Mitglieder vom Bau eines neuen Fitnessstudios auf dem Vereinsgelände erst aus der Zeitung erfahren haben. Die TVK-Fitnessabteilung wiederum befürchtet Konkurrenz für die eigene Muckibude. Kremser wies die Vorwürfe entschieden zurück: „Ganz klar: Wir stehen zu unserem Fitnessstudio“, betonte er. Ansonsten habe man wohl kaum erst einen neuen Studioleiter eingestellt. „Und das läuft gut.“ Dass das neue Studio – sofern es denn tatsächlich kommt – dem eigenen Konkurrenz macht, kann er sich nicht vorstellen. „Der Charakter beider Studios ist ein ganz anderer“, so der TVK-Präsident. „Unseres ist nicht kommerziell ausgerichtet, sondern eher familiär und für unsere Vereinsmitglieder gedacht.“ Tatsächlich handelt es sich bei dem Studio um keine Neuansiedlung, sondern lediglich um einen Umzug von einem Standort zum neuen.

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