Die Kosten steigen weiter

So soll die Brücke aussehen, die die Trasse der Nordspange über die Iller führt. Statt 159 Meter wird sie den neuesten Plänen zufolge nur noch 102 Meter lang. Grafik: Stadtverwaltung

Über eine Million Euro mehr als bisher angenommen, wird der Bau der Nordspange kosten. Die Ausführungsplanung ergab jetzt einen Betrag von 13,1 Millionen Euro. Bisher war von 12 Millionen Euro die Rede. Im Bauausschuss und im Stadtrat stellte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann vergangene Woche den neuen Entwurf des Bebauungsplans „Nordspange“ vor.

Wie mehrfach berichtet soll die Nordspange eine Verbindung von der Stiftsbleiche nach Ursulasried herstellen. Dadurch will die Verwaltung die Kaufbeurer Straße, den Adenauerring und vor allem den Berliner Platz entlasten. Im März 2010 hat die Stadtverwaltung das Entwurfskonzept mit einer Kostenschätzung in Höhe von knapp 12 Millionen Euro präsentiert. Bis Februar ist die Planung jetzt weiterentwickelt worden. „Mittlerweile wurde die Ausführungsplanung erstellt, das heißt, die Pläne für die Straße und Brücke sowie die gesamten Maßnahmen im Umfeld wurden im Detail ausgearbeitet“, erklärte Wiedemann. Der aktuelle Planungsstand führe nun zu konkreten Kostenberechnungen, die als Grundlage für die notwendigen Haushaltsmittel dient. Die Pläne: Die Illerbrücke hat nun eine Spannweite von 102 Metern (bisher 159 Meter) zwischen den Widerlagern und wird als dreifeldriger Plattenbalken konstruiert. Der Hochwasserabfluss wird durch eine Vorlandsabsenkung mit einer Größe von 13 350 Quadratmetern und 43 400 Kubikmetern gewährleistet. Die umfangreichen Baugrunduntersuchungen ergaben, dass im Bereich der Illerbrücke und der angrenzenden Straßendämme gering tragfähige Beckentone vorhanden sind. Die gewählten Gründungsarten wurden daher auf die Bodenverhältnisse angepasst. Für die Brücke legten die Planer eine schwimmende Gründung mit Rammpfählen fest. Die angrenzenden Straßendämme werden in Leichtbauweise konzipiert. Das bedeutet, so Tiefbauamtsleiter Wiedemann, dass Leichtbaustoffe mit eingebaut werden, um Gewicht zu sparen. Da die Nordspange auf rund 6,25 Hektar in die Natur eingreift, müssen nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz 12,1 Hektar Ausgleichsflächen hergestellt werden. Größtenteils sind dafür trassennahe Ausgleichsflächen vorgesehen. Insgesamt werden auf rund 24,4 Hektar ökologische Maßnahmen zum Ausgleich des Eingriffs angeboten. Beispielsweise wird die 10,7 Hektar große Auwaldfläche nördlich der Vorlandsabsenkung mit Hilfe einer naturnahen Verlegung des Ursulasrieder Baches ökologisch aufgewertet. Teures Projekt Die Kosten: Die Gesamtkosten für das Projekt betragen einschließlich Grunderwerb (0,7 Millionen Euro) und Baunebenkosten (zwei Millionen Euro) insgesamt 13,1 Millionen Euro. Im Haushalt sind derzeit für den Grunderwerb 800 000 Euro und für den Bau 11,2 Millionen Euro enthalten. Aufgrund des hohen Staatsinteresses erwartet die Verwaltung eine Förderung von bis zu 60 Prozent. Der Zeitplan: Im Rahmen der öffentlichen Auslegung, die im März/April erfolgen soll, wird parallel das Wasserrechtsverfahren gemacht und der Zuwendungsantrag erstellt. Im Juli soll der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden. Im Winter 2011/2012 sind die Rodungsarbeiten im Bereich der Trasse vorgesehen. Der Bau des Straßendamms soll im April 2011 beginnen. Befahrbar ist die Nordspange nach aktuellem Planungsstand im zweiten Quartal 2015. Sowohl Bauausschuss als auch Stadtrat billigten vergangene Woche mehrheitlich den Entwurf des Bebauungsplans.

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