Pferdeportraits von Natascha Plein

Kraftvolle Schönheiten vor der Kamera

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Pferde im Fotostudio
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Pferde im Fotostudio

Die Welt ist voller interessanter und ungewöhnlicher Jobs. Einen davon hat Fotografin Natascha Plein. Sie hat sich auf Pferde-Portraits spezialisiert und damit als passionierte Reiterin ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Mit ihrem mobilen Fotostudio tourt Natascha Plein durch die Reithallen der Region und setzt Pferde ausdrucksstark in Szene. Was am Ende die Bilder zeigen, ist das Ergebnis eines spannenden Prozesses, der mit einem hohen, auch zeitlichen Aufwand und viel Fingerspitzengefühl verbunden ist.

Immerhin eine gute Stunde dauert der Aufbau der Fotokulisse für das Shooting in der Reithalle des „Gstach's Lindenhof“ bei Hinznang. Vor die Kameralinse sollen heute die beiden Schönheiten „Rebekka“ und „Holly“. Erstere gehört Pferdewirtschaftsmeisterin Michaela Gstach, der Besitzerin des Zucht- und Pensionsstalles, zweitere gehört Natascha Plein. Zum Team zählt dieses Mal auch Fotografenmeister Angie Ehinger, die die Arbeit ihrer langjährige Freundin dokumentieren will, damit Kunden einen noch besseren Einblick in die Entstehung der hochwertigen Portraits bekommen. Außerdem mit dabei ist Christina Renn, die Holly extra im Pferdetransporter zum Reitstall gebracht hat und sich mit viel Liebe um das kamerataugliche Styling der dunklen Schönheit kümmert.

So viel steht fest: Um die besonderen Momente einzufangen, die sich Pferdebesitzer/-innen gerne auf ihre Webseite stellen oder im Wohnzimmer übers Sofa hängen, braucht es etliche helfende Hände. Allen voran eine vertraute Person, die das als Fluchttier bekannte Pferd beruhigend in das ungewohnte Setting einführt. Auch Rebecca, die 8-jährige und hell-cremefarbige Stute ist wachsam und leicht nervös als sie in der Reithalle die sieben Meter breite schwarze Leinwand, die diversen Standleuchten und Studioblitzgeräte entdeckt. Michaela Gstach dreht mit ihr deshalb erst einmal in gebührendem Abstand einige Runden bevor beide vor dem mobilen Fotostudio zum Stehen kommen.

Währenddessen hat Natascha Plein ein wachsames und professionelles Auge auf die Situation, um die „Schokoladenseite“ und den Charakter von Rebekka richtig einschätzen und später gezielt herausarbeiten zu können. Dabei steht die sportliche, blonde Endvierzigern auf einer Klappleiter und macht erste Schnappschüsse – noch ohne Blitzlicht. Denn das hat es in sich und kann den Fluchtreflex des vierbeinigen Models - im wahrsten Sinne des Wortes – blitzschnell auslösen. Doch Rebekka zeigt sich relativ gelassen als die Strahler grell und ohne Vorankündigung rund um sie losgehen. Kurz wirft sie erschrocken den Kopf hoch und legt die Ohren an, ist aber sofort wieder beruhigt als Michaela Gstach mit leisen Worten auf sie einspricht. Das nächste Blitzlichtgewitter nimmt Rebekka bereits mit großer Fassung an der Seite ihrer Besitzer hin. Natascha Plein ist beeindruckt: „So schnell und reibungslos verläuft das Eingewöhnungsritual meist nicht ab. Viele Pferde scheuen viel länger vor meinem Equipment zurück und wollen raus aus der für sie stressigen Umgebung. Das hier ist ein echter Glücksfall.“

Jetzt kann die eigentliche Arbeit an den Portraits beginnen. Mit kleinen Gesten dirigiert Michaela Gstach ihre mehrere hundert Kilo schwere Stute in Pose und fast punktgenau an die Stelle, wo Natascha Plein von ihrer Leiter aus die beste Perspektive hat: Schweif und Mähne sind deutlich sichtbar, die Beinposition ist elegant, die Kopfhaltung stolz und erhaben, die Ohren sind gespitzt und der Blick zugewandt. Perfekt! Jetzt geht es um den Bruchteil von Sekunden, in dem die Fotografin genau diesen Augenblick einfangen muss, bevor Rebecca wieder in Bewegung gerät. Für ein paar Einstellungen reicht die Motivation der Besitzerin noch, dann lässt selbst die Konzentration eines spanischen Rassepferdes nach und Natascha Plein, muss in ihre Trickkiste greifen, um die Portraitierte bei Laune zu halten.

Spätestens nun wird klar, dass es rund um die Fotografin noch einen weiteren „spektakulären“ Job zu verteilen gibt: den des Pferdeanimateurs. Im Falle der Recherche zu diesem Beitrag darf sich die Verfasserin selbst in einer neuen Profession erproben, in den meisten anderen Fällen ist der Profi Joachim Zahn dabei, um aus einer großen Tasche mit diversem Klapper- und Knistermaterial, einen probaten Gegenstand zu zaubern, der das Interesse des Vierbeiners wieder in gewünschte Bahnen lenkt. Jedes Mal, wenn das Knistern einer Plastiktüte in den Händen des Animateurs zu hören ist, spitzt das Pferd die Ohren und schaut in die Richtung der Geräuschquelle. Blitz, Klick ... wieder ist eine kleine Foto-Serie von Rebekka im Kasten, die inzwischen frontal zur Leinwand steht und „keck“ über ihre mächtige Schulter in die Kamera blickt. Fast könnte man meinen, sie weiß, dass ihr Name „die Betörende“ heißt. Michaela Gstach ist sichtlich glücklich über die Kooperation ihrer sensiblen Schönen: „Rebekka ist für mich ein absolutes Geschenk. Sie ist nicht nur mit ihrer Perlino-Fellfarbe etwas ganz besonderes, sondern wurde mir auch als unreitbar und schwierig verkauft. Kaum zu glauben, wenn man sie so erlebt, oder?“.

Während das erste Shooting des Tages rund 250 Fotos und eine Stunde später langsam zu Ende geht, weicht auch das Glanzspray auf Rebekkas fast „einhornfarbenen“ Fell langsam dem Staub der Reithalle. Nebenan in einer Box, wartet Holly auf ihren großen Auftritt. Christina Renn hat die 15 Jahre alte Friesen-Stute von Natascha Plein gründlich am Pferdewaschplatz gereinigt und gestriegelt. Nun steht sie gelassen und dampfend unter großen, warmen Solariumstrahlern, um zu trocknen. Hier und da streicht die Helferin mit einer „Magic Brush“ über die gewaltige Mähne oder die Halspartie, damit auf den Fotos nachher alles stimmt. „Im Vergleich zu einem Shoot auf der grünen Wiese, sieht man bei meinen Portraits jedes Schmutzkörnchen und jeden Fellwirbel. Das ist auch das Spezielle an meinen Nahaufnahmen. Es sind möglichst perfekt choreografierte Portraits, die neben der Persönlichkeit des Pferdes, den Wimperschlag ebenso einfangen wie jedes Härchen auf den feinen Nüstern.“

Auftraggeber/-innen von Natascha Plein schätzen neben ihrer fast 30-jährigen Berufserfahrung und Professionalität vor allem ihre Authentizität. Die Fotografin, die seit ihrem vierten Lebensjahr selbst reitet, versprüht ansteckende Begeisterung bei ihrer Arbeit mit den mächtigen und schönen Tieren. Und die ist ebenso echt ist wie das große Einfühlungsvermögen, das sie für die häufig schreckhafte und zarte Pferdeseele mitbringt.

Übrigens: Wer die Arbeit von Natascha Plein und ihrer Firma „Pferde im Fotostudio“ persönlich kennenlernen möchte, kann sie auf der „Pferd Bodensee“ zwischen 16. und 18. Februar in einer eigenen Messehalle antreffen, wo sie die Show-Pferde vor Ort portraitiert.

von Natalie Markl

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