"Bürgermeisterkandidat/in gesucht (m/w)"

Drei Fraktionen schicken Westfalen ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Waltenhofen

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Fred Schelp (l.) will im kommenden Frühjahr neuer Bürgermeister von Waltenhofen werden. Von gleich drei Fraktionen des Gemeinderates aus Waltenhofen erhält er Unterstützung dafür: Michael Fink, Freie Wähler (2.v.l.); Ulrike Hitzler, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen u. stellvertretende Landrätin (3.v.l.); Rainer Kaun, CSU und Florian Meusburger, Fraktionsvorsitzender Freie Wähler (r.).

Waltenhofen – Fred Schelp gefällt‘s im Allgäu. Der gebürtige Ostwestfale lebt mit seiner Frau, einer Schweizerin, seit einiger Zeit in der Gemeinde Waltenhofen.

Als der studierte Verwaltungswirt kürzlich im Amtsblatt ein Inserat las, in dem ein Bürgermeisterkandidat für seine Gemeinde gesucht wurde, überlegte Schelp nicht lange und beschloss, sich um die Stelle zu bewerben. Am Freitagabend stellte er sich in der Mehrzweckhalle Waltenhofen allen Interessierten vor.

„Wir möchten, dass in unserer Gemeinde eine vorausschauende Politik gemacht wird und nicht erst dann gehandelt wird, wenn uns die Probleme im Gemeinderat buchstäblich auf die Füße fallen“, so der Gemeinderat Rainer Kaun von der CSU. Er und die Gemeinderäte der Freien Wähler und Bündnis 90/Die Grünen sind seit geraumer Zeit unzufrieden, wie der amtierende Bürgermeister Eckhard Harscher seine Amtsgeschäfte führt. So brachte man die „Stellenanzeige“ für einen eigenen Bürgermeisterkandidaten heraus. 

„Viele Dinge werden in Waltenhofen einfach nicht angegangen und wir vermissen zeitnahe und nachhaltige Konzepte von Herrn Harscher zur Lösung unserer Probleme“, sagt die Gemeinderätin Ulrike Hitzler von Bündnis 90/ Die Grünen. Unisono beklagen die Gemeinderäte der CSU, der Freien Wähler und der Grünen, dass im Bereich Ortsentwicklung, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Zuzug neuer Mitbürger und Verkehr die Herausforderungen der Zukunft vom amtierenden Bürgermeister aus ihrer Sicht nicht wirklich angepackt werden. „Es sollte nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Regen regiert werden“, so lässt sich die Einschätzung der derzeitigen Amtsführung fraktionsübergreifend wohl zusammenfassen.

Und dabei hat sich Schelp, der zuletzt bei Heilbronn lebte und arbeitete, als Kandidat bei den Vertretern der drei Parteien durchgesetzt. „Herr Schelp kennt sich aufgrund seiner Ausbildung und seiner bisherigen Tätigkeiten bestens aus in der Kommunalpolitik und wirkt belastbar und zielstrebig. Herr Schelp macht zudem einen zuverlässigen Eindruck. Dass er nicht von hier stammt, hat uns letztlich in der Entscheidungsfindung nicht interessiert. Vielmehr erwarten wir interessante Anstöße zur Weiterentwicklung unserer Gemeinden von ihm.“ 

Dass das Regieren in der Gemeinde Waltenhofen nicht leicht ist, wird auch der amtierende Bürgermeister Eckhard Harscher bestätigen können, denn mit seinen Ortsteilen Waltenhofen, Hegge, Martinszell, Oberdorf, Memhölz und Niedersonthofen könnten die Aufgabenfelder für Kommunalpolitik vielfältiger nicht sein. Anforderungen im Gewerbe, Handwerk, Schulen, Landwirtschaft, Verkehr und Tourismus bereiten jedem Bürgermeister ein weites Aufgabengebiet und bergen Interessenskonflikte. 

Jörg Spielberg

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