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„Wir haben Krieg in Europa“

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Von: Christine Tröger

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Kempten - Es war eine spontane Aktion, zu der Oberbürgermeister Thomas Kiechle gestern, Donnerstag, aufgerufen hatte.

Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
1 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
2 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
3 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
4 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
11 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
13 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
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Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
17 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger
Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz.
18 / 18Kemptener bei der Kundgebung auf dem Hildegardplatz. © Tröger

Mehrere Hundert Menschen waren seinem Aufruf gefolgt und versammelten sich pünktlich um 12 Uhr zum Mittagsläuten der Kirchenglocken von St. Lorenz auf dem Hildegardplatz, um für Frieden in Europa ein Zeichen zu setzen. „Wir haben Krieg in Europa“, benannte Kiechle den Angriff russischer Truppen auf die Ukraine als „Bruch mit den Grundprinzipen, wie sie in allen völkerrechtlichen Vereinbarungen der Nachkriegszeit verankert sind“.

„Wir sehen die europäische Friedensordnung wanken und wir wollen deshalb uneingeschränkt und unmissverständlich unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck bringen“, zeigte der Oberbürgermeister sich „tief erschüttert“ von den Geschehnissen. „Wir stehen zu den Werten eines gemeinsamen Europas und verwehren uns gegen Putins Aggression und seinen menschenverachtenden Machtanspruch“, bezog er klar Stellung. Er erinnerte an die „vielen Beziehungen, die wir auf kommunaler und gesellschaftlicher Ebene zur Ukraine haben“, wie Städtepartnerschaften, soziale und kirchliche Projekte. 

Und Kiechle erinnerte an die Menschen in unserer Stadt, die Familienangehörige und Freunde in der Ukraine haben, und deren Ängste und Sorgen um dort lebende Freunde und Verwandte. Ihnen gelte unsere Solidarität. „Angesichts dieses erschütternden Bruchs des Völkerrechts sage ich: Unrecht bleibt Unrecht und Gewalt bleibt Gewalt, ganz gleich wie man dies weltanschaulich zu begründen sucht.“ Politik müsse Lösungen am Verhandlungstisch finden, „nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen“.

Durch die Zusammenkunft auf dem Hildegardplatz spreche man sich für ein friedliches Europa aus und zeige, dass „wir die Menschenwürde nicht mit Füßen treten wollen“.

Pfarrer Rupert Ebbers, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Kempten, freute sich besonders, „weil wir heute verbunden sind mit vielen Menschen in Europa“, die ebenfalls für Frieden zusammenkämen. Gemeinsam mit Dekan Jörg Dittman (St. Mang.Kirche) erteilte er der Versammlung kirchlichen Segen. Zeit zur Besinnung boten die musikalischen Intermezzi des Kemptener Blechbläserensembles.

Kiechle dankte abschließend dafür, dass so viele Menschen seinem gestrigen Aufruf zum Hissen der Europaflagge gefolgt seien. „Kempten weht in europäischen Farben“ und es stehe für Frieden „bei uns in Europa und der ganzen Welt“, sagte er. Mit dem gemeinsamen Singen der Europahymne ging die Zusammenkunft zu Ende.

Gesprächsbedarf hatten viele der Menschen noch lange danach. In kleinen Grüppchen fand noch reger Austausch statt. Auch viele Politiker aller Ebenen waren auf den Hildegardplatz gekommen, u.a. FDP-Bundestagsabgeordneter Dr. Stephan Thomae, der versicherte, dass keine militärische Intervention seitens der Nato vorgesehen sei. Sein Parteikollege, der Landtagsabgeordnete Dr. Dominik Spitzer, meinte, es sei „erschreckend, mit welcher Geschwindigkeit“ die russische Armee in Kiew einmarschiert sei. 

Die Lage vor Ort: Erschütternde Zeilen aus der Ukraine

– Ein „Upgrade“ vom Außenministerium hat Brigitte Römpp, 1. Vorsitzende des „Mdantsane e.V. - Kinderhilfe“ vergangenen Freitagmittag weitergeleitet: „Heute gab es ein upgrade von der Videokonferenz vom Mittwoch. Heute stellte Julia Eichenhofer die Fragen, Mariia Zolkina antwortete aus der Ukraine. Hier eine Zusammenfassung: Russische Angriffe erfolgen fast überall im Land. Die Hauptkampfzonen erstrecken sich jedoch auf Luhansk, Charkiv und Odessa auf der einen Seite, vor allem aber im Gebiet Kiev. So knapp 60 Kilometer vor Kiev wurden russische Panzer durch die Sprengung einer Brücke aufgehalten. Es wurde mit Evakuierungen begonnen, Züge fahren noch auch im Donzk/Lugansker-Gebiet planmäßig. Der ukrainische Geheimdienst sagt: das Hauptziel ist offensichtlich Kiev. Die Stadt hat offiziell drei Millionen Einwohner, inoffiziell rechnet man bis zu sieben Millionen. Durch die Einkesselung von allen Seiten soll offensichtlich Druck auf die Regierung ausgebt werden, um schneller eine Marionettenregierung einsetzen zu können. Auch eine Teilung des Landes in mindestens zwei Teile ist wohl geplant, dabei soll Kiev unbedingt zu Russland gehen. Die Ukrainer kämpfen. Bisher hat sich kein einziger ukrainischer Soldat ergeben. Eine kleine, sehr beliebte Insel vor Odessa im Schwarzen Meer war mit einer kleinen Gruppe Ukrainer besetzt. Als russische Boote kamen, sollten sie sich ergeben. Das taten sie nicht – sie wurden erschossen. Polen fürchtet, sollte das größte Land Europas (nach Russland) an Putin fallen, „sind wir die Nächsten“. Es findet gerade eine Massentötung statt. In bewegenden Worten (auf Englisch) bat Mariia Zolkina die Welt, die Ukraine mit Munition und Luftabwehr zu versorgen – damit können sie sich effektiv wehren gegen die Russen. Ohne jedoch nicht. Die Konferenz im Livestream fand von 13 bis 13.30 Uhr statt.“.

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