„Eine relativ heile Welt“

Kriminalstatistik 2021: Isny freut sich über Stagnation bei Straftaten

Die Zahl der Straftaten in Bad Wörishofen fiel in den letzten zwei Jahren auf ein historisches Tief. Seit 2020 liegt auch die Zahl der Einbrüche im einstelligen Bereich.
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Schweren Diebstähle sowie Wohnungseinbrüche sind 2021 zurückgegangen.
  • Lutz Bäucker
    VonLutz Bäucker
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Isny – Die Kriminalstatistik 2021 zeigt, dass Isny ein sicherer Ort ist. Die Coronapandemie machte vor allem Einbrüche schwieriger, häusliche Gewalt stieg an.

In diesen Zeiten hört man solch frohe Botschaft besonders gern: „Mit insgesamt 603 Straftaten gehört das Städtle zu den sicheren Orten in Baden-Württemberg“, verkündete Martin Gruber, Leiter des Polizeipostens Isny, „mit einem minimalen Anstieg um 5,4 Prozent bleibt die Kriminalstatistik 2021 im überschaubaren Bereich.“

Die Stadt rangiert in der Häufigkeit von kriminellen Delikten knapp unter dem Landesdurchschnitt; auch das ein Grund für gute Gefühle in Isny. Besonders glücklich sind Polizei und Stadtführung über die hohe Aufklärungsquote bei Verbrechen. Sie beträgt fast 64 Prozent, im Jahr 2020 waren es nur 59 Prozent.

Das Virus macht Gaunern das Leben schwer

In der Rangliste der einzelnen Delikte stechen folgende Problemfelder hervor: Die häusliche Gewalt hat um 18 Fälle deutlich zugenommen, ein trauriger Trend, hervorgerufen offenbar durch die familiären Verhältnisse während der diversen Corona-Lockdown-Zeiten.

Klare und erfreuliche Rückgänge präsentierte Polizeihauptkommissar Gruber bei einfachen und schweren Diebstählen sowie Wohnungseinbrüchen: „Da hatten wir im Jahr 2021 nur einen einzigen Fall, früher war das ein größeres Problem“, so Gruber, „kein Wunder, wegen Corona blieben viele Menschen lange und oft zuhause, das hat die Ganoven abgeschreckt.“

Zugenommen hat der Vandalismus in Isny: 89 mal wurde wegen Sachbeschädigungen ermittelt, „eine sinnlose Zerstörungswut oft frustrierter Menschen“, analysierte der Kommissar.

Internetkriminalität und Trickbetrug auf Vormarsch

Relativ neu und rasant angestiegen sind Delikte wie Betrug, Urkundenfälschung und Identitätsdiebstahl: „Wer früher geklaut hat, versucht jetzt im Internet illegal an Geld und Vorteile heranzukommen“, heißt es in der aktuellen Kriminalstatistik.

Auf dem Vormarsch sind auch Trickbetrügereien mit alten Menschen, wie Schockanrufe falscher Polizisten oder der berüchtigte „Enkeltrick“: „Klären Sie Ihre älteren Mitmenschen über diese Machenschaften auf“, bat Martin Gruber, „da werden Schäden in riesiger Millionenhöhe verursacht.“ Ein wachsendes Problem ist auch die Ausbreitung der Kinderpornographie via Internet.

Radfahrer leben gefährlicher

Sehr erfreulich fällt die Verkehrsunfallstatistik für Isny aus: Die Zahl der Unfälle ist leicht zurückgegangen, die Fälle mit Personenschäden verzeichnen ein Minus von rund einem Drittel: „Das ist gewaltig“, sagt Gruber, „und erstmals seit langer Zeit haben wir in Isny keine Verkehrstoten zu beklagen!“

Allerdings zeigt sich auch: Radfahrer sind das schwächste Glied auf der Straße. Insgesamt kam es im Kalenderjahr 2021 zu neun Verkehrsunfällen, bei denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Bei acht dieser Unfälle wurden Personen verletzt. Erfreulicherweise sind aber im Verlauf der vergangenen Jahre immer weniger Radlfahrer in Unfälle verwickelt. Bemerkenswert: Der Anteil von Pedelecs nimmt auf einem sehr niedrigem Niveau deutlich zu (+50 Prozent).

„Da müssen wir mehr für die Sicherheit tun“, bekannte Bürgermeister Rainer Magenreuter in seinem Kommentar zur Statistik.

Wie der Kreisbote aus gut informierten Kreisen erfahren hat, wird aktuell heftig an einem neuen Radkonzept für Isny gefeilt, da könnte sich also bald etwas tun für die Radfahrer in der Stadt.

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