Lob und Kritik für die Altstadt

Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, sieht im neuen AÜW-Wasserkraftwerk, den Fortschritten der Bauarbeiten in der Rosenau und dem Lückenschluss des Illerradwegs erste Schritte, um die Iller als Naherholungsort zu etablieren. Foto: Tröger

Auf knapp 40 Seiten umfasst der frisch erschienene Altstadtbrief als Rückblick auf das zurückliegende Jahr viel Erfreuliches sowie einige Kritikpunkte aus dem Revier der Freunde der Altstadt Kemptens e.V. – und über den Tellerrand hinaus. Freudige Erwähnung findet beispielsweise die Bewegung im „magischen Dreieck von Kempten“, mit Illerkauf, ehemaligem Quelle- und Zentralhaus.

Besondere Anliegen sind dem seit nun fast einem dreiviertel Jahr amtierenden Vereinsvorsitzenden, Dietmar Markmiller, „zwei Stiefkinder Kemptens“: Iller und Burghalde. Positiv vermerkt er erste Schritte in die von ihm gewünschte Richtung, den Fluss in das städtische Leben zu integrieren. Voll des Lobes äußert er sich über die Leistung des Allgäuer Überlandwerks (AÜW), das mit dem neuen Wasserkraftwerk ein „architektonisches Meisterwerk“ an der Iller geschaffen habe. Der Lückenschluss des Illerradwegs sowie der Abschluss der Bauarbeiten für Gebäude B in der Rosenau, verbunden mit Öffnung der Brücke, werden ebenfalls begrüßt. Aber Markmiller will mehr: Mit einem ganzheitlichen Konzept wünscht er sich die Iller „als Freizeit- und Naherholungsgebiet“ inmitten des urbanen Kemptener Lebens. Unter anderem schweben ihm Surfen sowie weitere Sportarten an den Illerufern vor, der südlichste Strand Deutschlands, Kultur und Kunst am Fluss, Erholung und Gastronomie. „Wie kann man es zulassen, dass ein Teil des Kemptener Wappens so verkommt!“, stellt er dagegen mit Blick auf die Burghalde fest. Abgesehen vom Allgäuer Burgenmuseum und dem Kräutergarten sei dieser Ort „eher ein Grund zum Schämen für Kempten und seine Verantwortlichen“, nennt er das Kind beim Namen. Um das „unsichtbare Wahrzeichen“ als kulturelles Naherholungsgebiet wiederzubeleben regt er unter anderem die Nutzung der Freilichtbühne für kulturelle Veranstaltungen an, die Freilegung der Sichtachsen und Panoramakarten mit Hinweisen auf markante Gebäude der Stadt. Lob für Erasmuskapelle Lob des Vorsitzenden der Altstadtfreunde finden gelungene Projekte wie die Erasmuskapelle oder der erste Bauabschnitt des Mühlbach-Quartiers, die neue Nutzungsausrichtung des Beginenhauses oder das inzwischen „kleine Schmuckkästchen“ zwischen Zwingerstraße und Lohgässele. Mit „Problemfällen“, beziehungsweise diversen „(Ur-)Altfällen“ meldet sich Hansjürg Hensler als ehemaliger Vorsitzender im Altstadtbrief zu Wort. Da darf natürlich der Dauerbrenner „Beton-Mikado“ am Rathausplatz nicht fehlen und auch die „Grabplatten“ der fünf Partnerstädte erregen nach wie vor sein Missfallen. Ferner weist Hensler wiederholt auf die Dringlichkeit eines vernünftigen Verkehrskonzepts an Rathausplatz und St.-Mang-Platz hin. Harsche Kritik übt er am „unverantwortlichen Umgang einer einzelnen Person“ mit dem Weidachschlössle an der Rottachstraße, die Erhalt und sinnvolle Nutzung des Gebäudes verhindere. Aber auch in Henslers Bericht finden sich lobende Worte. Beispielsweise für die Neugestaltung des Gebäudes Sonne an der Klostersteige, das zu einer „wirklichen Bereicherung für das Zentrum der Altstadt am Goldenen Steig“ geworden sei. Eine Reihe weiterer Autoren berichten zudem ausführlich zu verschiedenen Altstadtthemen.

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