Wird das Seilbahn-Thema zu einseitig dargestellt?

Lob & Kritik für Infostand zum Mobilitätskonzept auf der Festwoche

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Auf einem Aufsteller wird eine Karte mit einer möglichen Seilbahntrasse für die Besucher zur Diskussion gestellt. Die grünen Punkte sind Mobilitätspunkte. „Mögliche Seilbahntrasse?“, lautet die Frage zur Linie. „Mögliche Stationen?“ Heißt es zu Stadtpark und Forum Allgäu.

Kempten – Das Amt für Tiefbau und Verkehr präsentiert auf der Allgäuer Festwoche wieder ein ausgewähltes Thema an einem Stand. Zusammen mit dem Amt für Gebäudewirtschaft und dem Wasserwirtschaftsamt soll der Auftritt heuer unter dem Titel „Mobilität – Wasser – Heimat“ laufen.

„Dieses Jahr werden wir uns dem wichtigen Thema Mobilitätskonzept 2030 (Moko) widmen“, sagte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann, als er die drei geplanten Stellwände im Bauausschuss vorstellte. Während sich die erste Stellwand dem Mobilitätskonzept, seinen Leitzielen und den Maßnahmen widmet, soll ein Film zeigen, welche Probleme mittels Moko-Maßnahmen schon gelöst worden sind. 

„Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, sagte Wiedemann, „das Mobilitätskonzept aber nicht neu diskutieren.“ Eine zweite Stellwand zeigt, wie sich die Mobilität wandelt. Themen wie Autonomes Fahren, Car-Sharing oder digitale Plattformen, über die Fahrzeuge gebucht werden können, kommen hier zur Sprache. Ob eine Stadtseilbahn Teilaspekte ergänzen kann, darum soll es laut Wiedemann auf einer dritten Stellwand gehen. Wiedemann will mit drei konkreten Fragestellungen an die Bürger herantreten: „Kann eine Seilbahn eine Ergänzung zum ÖPNV sein?“, „Welche Vor- und Nachteile sehen Sie?“, „Würden Sie als Besucher oder Pendler das Auto am Stadtrand stehen lassen und in eine Seilbahn umsteigen?“ 

Konkret in die Hand bekommen die Besucher eine Postkarte mit QR-Code, der zum Mobilitätskonzept 2030 führe. Lobende Worte für die Pläne hatte Festwochenbeauftragter Hans-Peter Hartmann (FW). Er komme mit seinen Führungen immer wieder am Stand vorbei. „Herr Wiedemann nimmt immer Ideen und Informationen mit auf und greift sie auf, da steckt ganz viel Herzblut drin“, richtete er auch ein Lob an die ganze Mannschaft. Michael Hofer von der ödp glaubte ebenso, dass das Moko und die Stadtseilbahn „der Renner werden“, weil das Thema in aller Munde sei, er kritisierte aber das Konzept und nutzte die Gelegenheit, auch sein grundsätzliches Missfallen an der Stadtseilbahn-Idee anzubringen. Neue Trasse in Diskussion „Mit Freuden sehe ich, dass die Anregung aus der Hochschul-Diskussion aufgegriffen worden ist, keinen Rundkurs anzuvisieren“, sagte er und bezog sich auf ein Bild, das auf der geplanten Stellwand zu sehen sein wird. Eine rein touristische Seilbahn sei ja nicht förderfähig, sagte er. 

Auf Nachfrage des Kreisbote beim Tiefbauamtsleiter bestätigte dieser, dass der Rundkurs passé sei. Auf der Stellwand vermisste Hofer indes die Nachteile, die nicht aufgeführt werden. Zu vielen der dort notierten Vorteile fielen ihm Nachteile ein: Dass die Belastung durch den Busverkehr mit einer Seilbahn reduziert werde, konnte er ganz und gar nicht nachvollziehen, da in der Hochschuldiskussion zum Thema klar gesagt worden sei, eine Seilbahn funktioniere nur mit dem restlichen ÖPNV zusammen. Umweltfreundlich, wie auf der Stellwand notiert, könne die Seilbahn nur sein, wenn der Strom, mit dem sie fahre, auch ökologisch sei. 

In Deutschland stammten im Moment 44 Prozent des Stroms aus Kohle. Ähnliches sagte er zur Barrierefreiheit. Diese sei nur gewährleistet, wenn die Seilbahn dreisträngig, sprich mit massiven Bauwerken und Stützen gebaut sei. Auch die ökologischen und rechtlichen Aspekte vermisste er. Hofers Meinung nach müsste das Logo des Mobilitätskonzeptes anders aussehen, weil dort auch die Seilbahn abgebildet ist. Wiedemann erläuterte, dass die Seilbahn auf dem Logo ja etwas abgesetzt zu sehen sei. Auf Nachfrage des Kreisbote im Anschluss an die Sitzung, ob die Nachteile noch aufgenommen würden, erklärte er, dass man im Gespräch ganz automatisch auf die Nachteile zu sprechen käme. Wichtig war ihm, die Seilbahn als Teilaspekt ergänzend zum Mobilitätskonzept zu diskutieren.

In der Bauausschusssitzung selbst wollten die Befürworter der Seilbahn-Idee die Kritik unkommentiert lassen. 

Susanne Lüderitz

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