Kritik an der Preisschraube

Das neue Kraftwerk in der Keselstraße – schön anzuschauen, aber billiger wird der Strom dadurch nicht. Foto: AÜW

Der ödp-Kreisverband hat die Strompreiserhöhung zu Beginn des neuen Jahres unter anderem auch im Bereich des AÜW heftig kritisiert. Nicht die Erneuerbaren Energien, sondern die „Geldgier der Energiegroßkonzerne“ sei Ursache für die Preisspirale. Stadtrat Michael Hofer empfahl den Allgäuern, zu günstigen Ökostromanbietern zu wechseln.

Zum 1. Januar sind im Tarifbereich des AÜW die Strompreise gestiegen. „Doch daran sind nicht die Erneuerbaren Energien Schuld, sondern die Geldgier der Engeriegroßkonzerne“, kritisierte ödp-Stadtrat Dr. Philipp Jedelhauser jüngst bei einem Vorstandstreffen der Kemptener ödp. Jedelhauser wies darauf hin, dass der Strompreis von vielen Faktoren abhänge. Unter anderem auch vom Zeitpunkt der Bestellung. „Bei einem günstigeren Einkaufszeitpunkt wäre die jetzige Strompreiserhöhung kein Thema“, erläuterte das Mitglied des hiesigen Umweltausschusses. Stadtratskollege Michael Hofer nahm die großen Konzerne wie den Vorlieferer E.ON in die Pflicht. Die Erneuerbaren Energien zum Sündenbock zu machen, sei lediglich ein Ablenkungsmanöver, so Hofer. Damit wollten „die vier Großen von ihren von Jahr zu Jahr steigenden Gewinnen durch ihre abgeschriebenen Atomkraftwerke ablenken“, so der Stadtrat weianzuschauenter. „Dabei verschweigen die Konzerne, dass der Solarstrom den Spitzenlaststrom an der Leipziger Strombörse in der Mittagszeit bereits jetzt senkt“, betonte Hofer. Der Stadtrat bezeichnete es außerdem als „unredlich“, die Kostensteigerung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes an die Verbraucher weiterzugeben, gleichzeitig aber die durch den Solarstrom entstehenden Kostensenkungen als zusätzliche Gewinne einzustreichen. Allein von 2002 bis 2009 seien die Gewinne der drei Marktführer von sechs auf über 23 Milliarden Euro gestiegen. „Da sieht doch jeder, dass die jetzigen Strompreise am allerwenigsten mit der Einführung von Öko-Strom zu tun haben“, so Jedelhauser. Michael Hofer hingegen rief die Kemptener und Allgäuer Stromkunden dazu auf, zu billigeren Ökostromanbietern zu wechseln.

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