Kritik und Lob für Stadtverwaltung

Themen gab es genug auf der Bürgerversammlung im Kemptener Süden

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OB Thomas Kiechle (v.l.) wurde bei der Bürgerversammlung für Bewohner im Bereich Haubenschloss und Franzosenbauer von Referenten und Amtsleiter aus der Verwaltung unterstützt: Dr. Richard Schießl, Markus Wiedemann, Wolfgang Klaus, Carmen Hage, Marion Haugg, Thomas Baier-Regnery, Oliver Huber, Andreas Guggemoos, Tim Koemstedt.

Kempten – „In allen Bereichen macht Kempten Fortschritte“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kiechle zu Beginn seiner Ausführungen bei der Bürgerversammlung Anfang dieser Woche für die Bewohner und Bewohnerinnen des Kemptener Südens (Haubenschloß und Franzosenbauer).

Nach einer groben Zusammenfassung der städtischen Entwicklungen hatten die rund 70 Besucher die Möglichkeit, ihre Anliegen, Fragen oder ein Lob – ja, auch das gab es: zum Beispiel für den städtischen Betriebshof wegen der prompten Erledigung eines Anliegens und für die Hofgartengestaltung – bei den Abteilungs- und Referatsleitern, die den Rathauschef zu der Veranstaltung im Pfarrsaal von St. Anton begleiteten, anzubringen. Alles wurde gesammelt, möglichst noch in der Versammlung beantwortet, oder mit ins Amt genommen, um es von dort aus zu klären.

Weil die Klimageräte auf dem Dach von XXXLutz bei Betrieb die gesetzlichen Schallwerte nicht einhalten, war der Möbelriese ein Thema bei der Bürgerversammlung. Sowohl das Bauordnungs- als auch das Bauverwaltungsamt sind deswegen mit der Geschäftsleitung des Möbelhauses seit über einem Jahr in Kontakt und dringen massiv auf Abhilfe, erfuhr man dazu von Baureferent Tim Koemstedt. Eine Lärmreduzierung wäre etwa durch eine Einhausung der Geräte erreichbar. Allerdings, schränkte Koemstedt ein, liege ihm hierzu noch kein Bauantrag vor. Ebenfalls moniert wurde die Lkw-Anlieferung zum Möbelhaus über die Immenstädter Straße, die wellenartig immer wieder auftrete. Auch das wird man seitens des Amtes mit den XXXLutz-Oberen besprechen, genauso wie die noch ausstehenden Fassaden- und Dachbegrünungen.

Derzeit läuft die Sanierung und Erweiterung der Haubenschloßschule in vier Bauabschnitten mit einem Gesamtvolumen von 10,2 Millionen Euro, erfuhren die Zuhörer. Apropos Schule. Die Verkehrsverdichtung aufgrund des Bring- und Hohlservices zur und von der Haubenschloßschule, den viele Mamas und Papas ihrem Nachwuchs bieten, verursacht besonders in den Morgenstunden dort eine zusätzliche Verkehrsverdichtung. Dies nervt viele. Das in der Nähe liegende Allgäu-Gymnasium verschärft die ganze Situation zusätzlich. Man werde das altbekannte Problem in die Verkehrsschau mitnehmen und betrachten, versprach Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann.

Eine Verbesserung der Parksituation für die Anlieger im Haubenschloss soll durch die Ausweisung weiterer Bewohnerparkzonen und die Ausweitung bereits bestehender erreicht werden. Die Angelegenheit befindet sich zurzeit in der Vorbereitungsphase, die Beratungen werden im Frühjahr aufgenommen. Mehr Geschwindigkeitsüberwachungen und Verkehrskontrollen wünschten sich Bürger für die Hermann-von-Barth-Straße, einer 30er-Zone, sowie der Schellenberg- bis hin zur Maler-Lochbihler-Straße, weil in diesem Bereich viel „wild“ geparkt werde. Die generell heikle Parkplatzsituation im Haubenschlossgebiet ist im Rathaus seit langem bekannt. In der Nähe der Bahnhofsstraße 48 wird die Wendeplatte regelmäßig zugeparkt, wurde von einigen Bürgern beklagt. Nicht nur dieses Thema steht bei Wirtschaftsreferent Dr. Richard Schießl nun auf dem Zettel.

Laut Kiechle ist der Umbau der Immenstädter Straße im Ausbauprogramm für 2019 enthalten. Von der Maler-Lochbihler-Straße bis zur Mozartstraße werden Angebotsstreifen für Radfahrer entstehen, außerdem werden Fahrbahn und Gehwege saniert. Aufatmen können bald die Anrainer der Waltenberger Allee, denn im kommenden Jahr wird dort die Fahrbahn saniert. Damit sollte die Lärmbelästigung zurückgehen. Die Fußgängerbrücke vom Franzosenbauer Richtung Süden über den Heussring muss laut Überprüfungsergebnis erneuert werden. Mit der Neuplanung des Bauwerks wird im Frühjahr 2019 begonnen, sodass in den Folgejahren gebaut werden kann.

Wann der Mobilfunkmast an der Immenstädter Straße (Haslacher Hotel) entfernt wird, wollten Frager wissen. Der Mast kann erst abmontiert werden, wenn der letzte Anbieter, der sich darauf befindet, einen Ersatzstandort gefunden hat. Man sei an rechtliche Handhabungen gebunden. „Aber da sind wir dran“, unterstrich Koemstedt.

Die Asylbewerberunterkunft im Haubenschloßviertel kam ebenfalls zur Sprache. Derzeit leben dort 105 Bewohner, davon sind etwa 40 Prozent „Fehlbeleger“, das heißt, anerkannte Flüchtlinge, die ausziehen könnten, aber keinen geeigneten Wohnraum finden. „Ein Thema“, ist sich Kiechle sicher, „das uns noch lange beschäftigen wird“. Nachbarn monierten im Gespräch mit Thomas Bayer-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales, die massive Beleuchtung des Gebäudes. Man wird seitens der Stadt auf die dafür zuständige Regierung von Schwaben zugehen. Fehlender Wohnraum, das betrifft nicht nur die Flüchtlinge, sondern ist insbesondere auch für junge Familien ein Problem. Die Stadt wachse entgegen aller Prognosen, so Schießl, aber, ist er sich sicher, es wird demnächst Fortschritte geben, es tue sich Einiges.

Hildegard Ulsperger

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