Die Kritik wird lauter

Zu der hier dargestellten Überarbeitung der bisherigen Pläne zum Brauhaus-Gelände werden zunehmend mehr kritische Stimmen laut. Foto: Archiv

Nachdem Investor Hannes Geierhos zum wiederholten Mal Änderungswünsche am Bebauungsplan für das Brauhaus-Gelände geäußert hat und sich seine Vorstellungen immer weiter von den ursprünglichen Planungen entfernen, wächst unter den Stadträten die Kritik. „Das ist alles nicht mehr rund“, monierte Alexander Hold (FW) am Donnerstagabend im Stadtrat und Claudia Dress von der CSU fühlte sich gar „verwirrt“. Am Ende sprachen sich drei Räte gegen eine Billigung des überarbeiteten Bebauungsplanentwurfs aus.

„Die ersten Baufelder könnten bereits 2012/2013 bebaut und fertiggestellt werden“, tönt die G&G Projektentwicklung, eine Kooperation von Investor Hannes Geierhos und der Oberstorfer Geiger-Gruppe, auf ihrer Internetseite. Derzeit deutet allerdings wenig darauf hin, dass dieser Zeitplan tatsächlich einzuhalten ist. Einmal mehr musste sich der Stadtrat am Donnerstagabend mit Änderungswünschen (der KREISBOTE berichtete mehrfach) auseinandersetzen – mit zunehmend kritischeren Tönen. So störte sich Helmut Hitscherich (UB/ödp) dass die ursprünglich geplante zentrale Zufahrt im Bereich der ehemaligen Kellerstraße mit neuen Bäumen und viel Grün wieder gestrichen wurde. Stattdessen soll nun wieder alles beim Alten bleiben. „Die neue Lösung ist ideenlos“, so Hitscherich. Stadträtin Claudia Dress von der CSU sagte, dass sie angesichts der vielen Änderungen mittlerweile „verwirrt“ sei und Alexander Hold kritisierte den durch Umplanungen entstandenen „Hinterhofcharakter“. Vor allem die neu eingeplante Glasschutzwand bezeichnete als „völligen Unsinn“. „Hier wird ein Hinterhof geschützt“, sagte er. „Das ist alles nicht rund. Das ist nicht das, was man sich vorstellt“, so der Stadtrat. Vor allem aber sieht Hold die Gefahr, dass der Investor irgendwann ähnlich wie der des Zentralhauses ein Großteil der vorgesehenen Parkplätze ablösen will. „Ich habe die Befürchtung, dass wir irgendwann beim Brauhaus-Gelände vor der selben Situation stehen”, so der Stadtrat. Daher regte er an, eine Art „Ablöseverbot“ in den Bebauungsplan zu schreiben. „Unglücklich mit der städtebaulichen Lösung“, ist auch der Grüne Hans Mangold, der meinte: „Wir haben unterwegs Haare lassen müssen.“ Hitscherich im Recht? Kemptens Baureferentin Monika Beltinger gestand am Donnerstag bei Hitscherichs Einwand zwar ein, „die ursprüngliche Lösung war die bessere.“ Allerdings seien bestimmte Ziele „einfach nicht erreichbar“, weswegen eben Kompromisse mit dem Investor gesucht werden müssten. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) versuchte ebenfalls, die Gemüter zu beruhigen. Er wies darauf hin, dass man sich noch nicht im konkreten Bauverfahren wäre. Derzeit gehe es lediglich um die Aufstellung eines geeigneten Bebauungsplans. Dass der Zentralhaus-Investor fast die Hälfte der eigentlich geplanten Parkplätze ablösen kann, sei „eine Kröte“ die man habe schlucken müssen, um überhaupt wieder Betrieb ins Zentralhaus zu bekommen. Das habe aber mit dem Brauhaus-Gelände nichts zu tun, betonte Netzer. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier und Stadtrat Harald Platz (CSU) äußerten sich dagegen zufrieden. Die Lärmschutzwand bezeichnete Hagenmaier als „ganz hervorragende Idee“. Darüber hinaus sei das Zentralhaus wegen des Platzmangels „ein Paradefall für eine Stellplatzablöse“. Außerdem habe man so ein „bewusstes Signal” gegeben, „dass wir nicht jedes Vorhaben gleich abwürgen.” Platz sagte: „Ich bin froh, dass sich etwas bewegt. Diese Entwicklung sollte voran getrieben werden.“ Am Ende sprach sich der Stadtrat bei drei Gegenstimmen von Josef Leonhard Schmid (CSU), Helmut Hitscherich und Alexander Hold für die Billigung des überarbeiteten Entwurfs aus. Dieser geht nun im verkürzten Verfahren für zwei Wochen erneut in die Auslegung.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare