Freie Fahrt für freie Bähnle

Kronenstraße wird nur für die Fahrzeiten des Weihnachtsbähnles gesperrt

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Zum diesjährigen Weihnachtsmarkt wird ein Bähnle in der Innenstadt verkehren. Zu welchen Zeiten dafür die Kronenstraße gesperrt wird, war sich der Verkehrsausschuss uneins.

Kempten – Da der Weihnachtsmarkt in Gestalt einer Zugrundfahrt eine neue Attraktion bekommt, wird die Sperrung der Kronenstraße in dieser Zeit ausgeweitet. Auf welche Wochentage, darüber war sich der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag uneins. Mit sich selbst rang, so schien es, der Oberbürgermeister.

Das „Bähnle“ fährt während des Weihnachtsmarktes, also vom 29. November bis 22. Dezember von Donnerstag bis Sonntag ab 15 Uhr. Startpunkt ist zwischen Rathaus und Verwaltungsgebäude. Dann geht es Richtung Hildegardplatz, mit einer Station am Zumsteinhaus. Die Runde setzt sich an der Südwand der Residenz fort, führt zur zweiten Station Reischmann und komplettiert den Rundkurs am Rathaus. Die Kronenstraße wird an diesen Tagen daher ab 15 Uhr für den Verkehr gesperrt. An den anderen Tagen bleibt die Weihnachtsmarkt-Regelung mit einer Sperrung von 18 bis 6 Uhr erhalten. 

Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann plädierte allerdings stark dafür, auch diese anderen Tage an die Bähnle-Sperrzeiten anzupassen, denn „es braucht eine klare Regelung“ für die Autofahrer. Außerdem seien zu den Nachmittagszeiten sehr viele Menschen und Marktbesucher auf der Straße unterwegs, was für eine Sperrung spreche. 

Die Stadträte argumentierten klar getrennt gemäß dem rechten und linken Lager. Während Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Hartmann mit der Sperrung eine mögliche Verbesserung für den Einzelhandel in der Kronenstraße sah – „die Leute können dann ja ausschwärmen“ –, befürchtete Klaus Knoll von den Freien Wählern Einbußen für die Händler, wenn die Straße jeden einzelnen Nachmittag gesperrt sei. „Die Autofahrer merken schon, wenn die Barke steht“, sagte er. Andreas Kibler und Bürgermeister Josef Mayr von der CSU pflichteten ihm bei. „Wenn wir die Menschen in der Altstadt vernünftig versorgen wollen, müssen wir sehr sensibel sein“, so Mayr, der auch auf Erfahrungen mit der Sperrung hinwies.

 Für Wolfgang Hennig (SPD) zog das Argument Umsatzeinbußen nicht, „der Weihnachtsmarkt ist ja trotzdem da, in der Fußgängerzone gibt es auch keine Einbußen“. Für Oberbürgermeister Thomas Kiechle stand die touristische Attraktivität im Vordergrund und die Sperrung von Donnerstag bis Sonntag fest. Kiechle hielt es aber für möglich, dass die Fahrzeiten des Bähnles noch ausgeweitet werden. Daher wollte er die Entscheidung zuerst der Verwaltung überlassen. 

Auf den Protest der Räte hin gab es dann aber doch eine Abstimmung. SPD, UB und Grüne stimmten mit vier Stimmen für die ganzwöchige Sperrung ab 15 Uhr. CSU und Freie Wähler stachen die Kollegen jedoch mit sieben Stimmen (inklusive OB und Bürgermeister Mayr) aus. 

Auf Nachfrage erklärte Wiedemann, dass ein Chaos bei bisherigen Sperrungen ausgeblieben sei. Es brauche allerdings ein paar Tage Zeit, bis sich die Autofahrer umgestellt haben. „Wenn wir mit einer Barke zumachen würden, könnte es aber tatsächlich zum befürchteten Chaos kommen.“ 


Susanne Lüderitz

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