"Bitte nicht zu dicht!"

In der Parkstraße gelten künftig strengere Regeln zur Hausgestaltung

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Der Charakter der Parkstraße mit den großzügigen Grundstücken und Gründerzeit-Villen soll nach dem Willen der Bauausschussmitglieder erhalten bleiben.

Kempten – Die Stadtbildsatzung regelt in der Parkstraße zwar schon, dass sich Gebäude harmonisch ins Umfeld eingliedern sollen.

Trotzdem hat der Bauausschuss nun festgesetzt, dass hier künftig auch Bestimmungen zu Gebäudevolumina, zur Gebäude- und Fassadengestaltung sowie zur Dachform gelten. Erklärtes Ziel ist es, den villenartigen Charakter des Straßenzuges zu erhalten. Weil in Kempten Wohnraum knapp ist, befürchtet die Stadt, dass ohne diese Regeln die dortigen Grundstücke „bis an den Rand des Zulässigen“ bebaut und das Gebiet „zum Negativen verändert“ würden. So drückte es Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter in der Sitzung des Bauausschusses aus. Und deshalb wurde auch gleich eine Veränderungssperre für den neue Bebauungsplan erlassen. Vögel zwitschern, in der Parkstraße ist ruhig, nur vom nahen Adenauerring brummt es herüber. Grün dominiert das Bild, in manchen Abschnitten sind die Häuser hinter den Büschen und Bäumen nur zu erahnen, in anderen Abschnitten reihen sich die Gründerzeit-Villen aneinander, dann bestimmen wieder moderne, aber großzügige Häuser die Ansicht. Damit dies so bleibt, regelt der Bebauungsplan die Optik und Größe der Gebäude künftig genauer.

Die Politik will den wilhelminischen Charakter der Straße und auch die bisherige Nutzung mit „Wohnbebauung und untergeordnet Gewerbe wie Anwalts- und Steuerkanzleien“ bewahren. Die Stadträte möchten vermeiden, dass es wie bei den Plänen für die Parkstraße 17 bis 21 zu langwierigen Planungsprozessen kommt. Mehrfach hatte der Gestaltungsbeirat hier Korrekturen eingefordert. Die Bauherren hatten ihre Pläne von vier auf drei Mehrfamilienhäuser abspecken müssen. Schließlich hatte das Gremium das Vorhaben gebilligt, als es sich in Kubatur und Abständen in die Nachbarschaft einfügte. Schon als auch der Bauausschuss im März dieses Jahres seinen Segen für die drei Gebäude gegeben hatte, hatte Thomas Hartmann (Grüne) bemängelt, nicht schon früher einen Bebauungsplan für den Straßenzug auf den Weg gebracht zu haben. „Es ist bedauerlich, dass es im Verfahren zu starken Irritationen gekommen ist und zunächst der Linie der Nachverdichtung entsprochen wurde“, hatte er gesagt. 

Ähnlich äußerte sich in der jüngsten Sitzung auch Erwin Hagenmaier (CSU). Für ihn gehört zusätzlich aber auch die Anzahl der Räume festgelegt. Das zweite Ziel des neuen Bebauungsplans ist Sicherheit für die Bauherren im nördlichen Abschnitt der Parkstraße. Nun wird die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich der Stadt klar definiert, die Hangkante geschützt und als Grünbereich erhalten. Der neue Bebauungsplan wird als beschleunigtes Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung aufgestellt. Schon im Bauausschuss fiel der Entschluss zügig und einstimmig. 

Susanne Lüderitz

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