Eine »verantwortungsvolle Aufgabe«

30 künftige Grund- und Mittelschul-Lehrkräfte geloben den Amtseid

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Johannes Breitfeld, Schulrat für die Stadt Kempten begrüßte die erwartungsvoll gestimmten künftigen Lehrkräfte. „Es ist ein Tag der Freude“.

Kempten – 30 Junglehrerinnen und Junglehrer waren letzten Montag, einen Tag vor dem offiziellen Schulbeginn, in den schönen Saal der Sing- und Musikschule Kempten gekommen, um feierlich den Amtseid zu geloben.

In einem Festakt sprachen elf Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sowie 19 Lehrerinnen und Lehrer auf Widerruf mit erhobener Hand, im Beisein von Johannes Breitfeld, zuständiger Schulrat Kempten, Oberbürgermeister Thomas Kiechle die Eidesformel. 

In Corona-Zeiten unter veränderten Bedingungen fand dieses Jahr die festliche Veranstaltung im kleinen Rahmen statt. Die vorgesehene gemeinsame Feier der staatlichen Schulämter im Landkreis Oberallgäu und Lindau, sowie der Stadt Kempten sei gedrittelt worden, um dem Sicherheitsund Hygienekonzept gerecht zu werden, erklärte Johannes Breitfeld. 

„Die Stimmung ist anders als sonst“, so Thomas Kiechle. Der Schüler Kilian Naumann stimmte mit seinem eindrucksvollen Klavierspiel, eine Sonate von Beethoven, die Anwesenden auf den Festakt ein. Schulrat Johannes Breitfeld begrüßte die erwartungsvoll gestimmten künftigen Lehrkräfte. Es sei für ihn ein Tag der Freude, die Zukunft der Schullandschaft zu sichern. Für elf Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, die erfolgreich ihr erstes Staatsexamen bestanden haben, gehe es nun in den Vorbereitungsdienst an den Einsatzschulen, erklärte Breitfeld.

Dort sollen sie in den kommenden zwei Jahren an ihre verantwortungsvolle Aufgabe herangeführt werden. 19 weitere angehende Lehrerinnen und Lehrer haben diese Phase bereits hinter sich. Durch ihre erfolgreich abgeschlossene zweite Lehramtsprüfung würden diese jungen Menschen nun Beamte auf Widerruf werden. Mit einem herzlichen Grüß Gott und einem Zitat von Aristoteles „Bildung und Erziehung ist die vornehmste Aufgabe des Staates“ hieß Kiechle die JunglehrerInnen willkommen. „Der Lehrerberuf ist einer der schönsten, wichtigsten und anspruchsvollsten Berufe“, so Kiechle. Eine Aufgabe im Dienste des Gemeinwohls, die unverzichtbar sei für einen vernunftgeleiteten Staat, betonte der Oberbürgermeister. Er wünschte ihnen, sie mögen im Allgäu während ihrer Dienstzeit ein Stück Heimat finden. 

„Das Allgäu hat viel zu bieten.“ Für ihn habe der Tag auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes. Er sei ebenfalls als Lehrer in der Stadt Kempten tätig gewesen, bevor er Oberbürgermeister geworden sei. Corona habe die Bildungslandschaft aus den Angeln gehoben. So sei eins der strategischen Ziele der Stadt Kempten, alle Kinder und Jugendliche schulisch einzubinden, zu unterstützen und zu fördern. „Es ist wichtig, die jungen Menschen nicht zu verlieren“, betonte Kiechle. Erhebliche Investitionen mit hohen Milliardenbeträgen seien vorgesehen, um die Schulen für die digitale Zukunft fit zu machen. Daneben sei entscheidend, dass junge Lehrerkräfte ihre Lehrerpersönlichkeit finden und entwickeln können. „Nicht nur Wissen und Bildung, sondern auch Herz und Charakter sind zu bilden“, resümierte der OB. 

„Die Schüler brauchen ihre LehrerInnen.“ Auch Personalratsvorsitzende und Konrektorin Verena Häußler nahm an der Veranstaltung teil. Sie sicherte Unterstützung und Beratung bei allen Fragen zu dienstlichen Angelegenheiten zu. Die Vereidigung auf Lebenszeit sei ein besonderes Ereignis, betonte Häußler, vergleichbar mit einem lebenslangen Ehevertrag. „Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, junge Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten“, bekräftigte die Personalratsvorsitzende. „Es wird niemals langweilig.“ Thomas Kiechle, oberster Politiker der Stadt Kempten und zugleich rechtlicher Leiter der Grund- und Mittelschulen in Kempten, übernahm die Vereidigung der LehramtsanwärterInnen, sowie der BeamtenInnen auf Widerruf und überreichte ihnen gemeinsam mit Schulrat Johannes Breitfeld die Urkunden. Der Amtseid sei ein Vertrag mit dem Staat mit gegenseitiger Verpflichtung, ein Arbeitsverhältnis über das normale Maß hinaus, erklärte Breitfeld. 

Die Tätigkeit sei verbunden mit einer hohen pädagogischen Verantwortung und Vorbildfunktion für die anvertrauten Schülerinnen und Schüler. „Die Vermittlung von Werten und sozialer Kompetenz ist die Grundlage für ein Leben in der Gesellschaft“, so Breitfeld. „Die Schüler freuen sich und auch die Eltern hoffen, dass die Lehrkräfte ihre Kinder so annehmen, wie sie sind.“ Mit einer Sonate von Mozart, ausdrucksstark und gefühlvoll gespielt von der Schülerin Katharina Konold auf dem Klavier, klang der feierliche Festakt aus. Daneben begleitete zudem die Lehrerband der Grund- und Mittelschulen a. d. Lindenberg musikalisch die Vereidigung. 

Christine Reder

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